Automatisierung im E-Commerce

Wie flexibel kann man mit automatisierten Logistikanlagen auf schwankende Mengen und sich ändernde Produkte im E-Commerce reagieren?

Symbolbild LOGISTRA (Foto: T. Schweikl)
Redaktion (allg.)

E-Commerce gilt heute als der Wachstumssektor Nummer eins. Dabei sind jährliche Steigerungsraten von an die 20 Prozent für Unternehmen keine Besonderheit. Damit einher geht oft auch eine Erweiterung der angebotenen Produktpalette, eine Erschließung neuer Märkte und Regionen – und damit verbunden eine stetige Anpassung der Logistikprozesse und -systeme.
Hierbei stellt sich die Frage, inwiefern automatisierte Lösungen dem Flexibilitätsanspruch in Hinblick auf Menge und Waren gerecht werden können. Technisch aufwendige Automatisierungen brauchen eine hohe geforderte Leistung, konstante und vorhersehbare Lagermengen oder ein homogenes Artikelspektrum, um rentabel zu arbeiten. Also genau die Aspekte, die im E-Commerce im Allgemeinen eben nicht zu finden sind.
Automatisch unflexibel?
Dennoch wird in Deutschland wie auch im internationalen Vergleich heute und auch in Zukunft verstärkt auf Automatisierung gesetzt. Dies zeigen die Ergebnisse der Studie „E-Commerce & Intralogistik 2020“, erstellt von einer Arbeitsgemeinschaft aus dem Marktforschungsunternehmen Technomar, der Unternehmensberatung trilogIQa sowie dem Institut des Interaktiven Handels (IDIH), unterstützt vom bevh – Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. Ziel der Gemeinschaftsstudie war es im vergangenen Jahr, den zukünftigen Bedarf des E-Commerce an Automatisierung in logistischen Prozessen zu identifizieren. Interessantes Ergebnis ist dabei auch die Vielzahl und Varianz der heute im Einsatz befindlichen Lagersysteme von E-Commerce- Unternehmen.
Automatisierte Systeme sind trotz der geforderten Flexibilität im ECommerce mit immerhin 26 Prozent vertreten. Die Unternehmen schätzen die hohen Leistungsgrade. Viele andere, die sich heute noch gegen Automatisierung entscheiden, argumentieren dies mit dem heterogenen Sortiment oder ausgeprägter Saisonalität ihres Marktes – oftmals verbunden mit einer gerade beim Markteintritt geringen Investitionsbereitschaft. Insofern stellt sich die Frage, wie Unternehmen bei der Auswahl ihrer Logistik vorgehen sollten und wann es auch für junge Unternehmen an der Zeit ist, ganz oder teilweise auf Automatisierung zu setzen. Wie sieht das perfekte E-Commerce-taugliche Logistiksystem aus? Hierzu werden im Rahmen der Studie anhand eines Entscheidungsmodells die wesentlichen Überlegungen und Aspekte in den unterschiedlichen logistischen Funktionsbereichen diskutiert. So können sich E-Commerce-Unternehmen, Betreiber von derartigen Logistikabwicklungen und auch Systemanbieter strukturiert die richtigen Fragen stellen und sukzessive ihr ideales Logistiksystem finden. Ausgehend vom Outbound-Prozess „Lager, Kommissionierung, Versand“, der priorisiert wird, um den Kundenwunsch möglichst schnell und kostengünstig zu erfüllen, beginnt die Suche nach der idealen Gestaltung des logistischen Systems. Dabei zeigen sich die E-Commerce-Abwicklungen sehr heterogen bezogen auf die Eigenschaften des Sortiments, die Saisonalität des Geschäfts, die Größe der Artikel sowie weitere Faktoren.

Für die technische Ausgestaltung im Bereich Lager und Kommissionierung gilt es deshalb individuell zu entscheiden:

Homogenes Sortiment, konstant hoher Leistungsbedarf:

Herrscht Konstanz im Lager, so gelingt es leichter, Potenziale über automatisierte Systeme zu heben.
Heterogenes Sortiment, schwankender Leistungsbedarf:
Steht eine hohe Flexibilität bezogen auf die Auftragslast als auch auf das Sortiment im Fokus, so haben manuelle Systeme Vorteile. Diese sollten bei Bedarf intelligent durch automatisierte Technik, vorrangig Fördertechnik zur Überbrückung größerer Distanzen, ergänzt werden.
Heterogenes Sortiment, konstanter Leistungsbedarf:
Der Einsatz von Behältern bildet eine gute Möglichkeit, um mithilfe automatischer Systeme eine hohe Logistikleistung trotz eines heterogenen Sortiments zu erreichen.

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Wichtigste Voraussetzung für eine zukunftstaugliche Entscheidung ist jedoch immer eine genaue Kenntnis über Status quo und Entwicklungspotenzial der jeweiligen E-Commerce- Branchen und -Märkte. Hierauf liefert die Studie vielfältige Antworten.


Autoren: Dr. Julia Boppert, Geschäftsführerin, Dr. Janina Durchholz, Beraterin, beide trilogIQa, und Dr. Petra Seebauer, Geschäftsführerin, Institut des Interaktiven Handels GmbH.

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