Mercedes-Benz Sprinter: Neuer Look, neuer Motor, Euro 6-Motorenpalette & Assistenzsysteme: Fahrbericht: Neuer Sprinter

Bei Mercedes-Benz hat man die Überarbeitung der Lkw-Modelle anlässlich der nahenden Euro-6-Einführung dazu genutzt, auch den Sprinter einer Modellpflege zu unterziehen.

Symbolbild LOGISTRA (Foto: T. Schweikl)
Redaktion (allg.)

Neuer Look, neuer Motor, neue Assistenzsysteme – dem nach der Modellpflege als „neuer Sprinter“ vermarkteten Transporter von Mercedes-Benz wurden etliche neue Ausstattungsmerkmale mit auf den Weg gegeben. Als erster seiner Klasse tritt er nun mit einer kompletten Motorenpalette in der Abgasstufe Euro 6 an. Wer weiterhin solange wie möglich zum rund 1.200 Euro günstigeren Euro-5-Fahrzeug greifen will, kann dies aber nach wie vor tun.
Die neuen Grenzwerte erreicht der Transporter unter Einsatz der aus dem Lkw bekannten SCR-Technik mit AdBlue-Einspritzung ins Abgas. Der dazu notwendige zusätzliche Tank reicht ungefähr für 6.000 km. Um zu verhindern, dass tankfaule Fahrer ohne AdBlue unterwegs sind, hat sich der Hersteller etwas einfallen lassen. Zunächst erscheint 1.000 km vor dem Leerstand eine erste Warnung im Display, weitere 300 km später wird das Drehmoment auf 75 Prozent gedrosselt. Und wer dann immer noch nicht tankt, dem wird die maximale Fahrgeschwindigkeit auf 20 km/h heruntergeregelt. Unverändert bleibt hingegen das Leistungsangebot der Dieselmotoren: Es setzt sich aus Vier- und Sechszylindern mit einer Spanne von 70 kW (95 PS) bis 140 kW (190 PS) zusammen. Alternativ ist auch ein aufgeladener Vierzylinder-Benzinmotor mit Direkteinspritzung in der Abgasstufe Euro 6 verfügbar. Er leistet aus 1,8 l Hubraum 115 kW (156 PS). Von diesem Motor abgeleitet ist eine Erdgasausführung mit identischer Leistung.
Mehr Sicherheit
Neben Euro 6 sind besonders die neuen ­Sicherheitsausstattungen spannend. So wird künftig ein sogenannter Seitenwindassistent als Bestandteil des elektronischen Stabilitätsprogramms serienmäßig verbaut. Das System merkt über das Abrollverhalten der Reifen, wenn der Wagen durch seitliche Windböen ausbricht und reagiert darauf durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder. Von der Funktionsweise konnten wir uns in einem eigens errichteten Windkanal überzeugen. Das Fazit: Ein aufmerksamer Fahrer wird das Ausbrechen ähnlich gut beherrschen, aber bei einer eventuellen Unachtsamkeit wäre die Technik zur Stelle. Alle weiteren neuen Assistenzsysteme sind aufpreispflichtig. So werden für den automatisch abblendenden Fernlichtassistenten 300 Euro und den Spurhalte-assistenten gut 1.000 Euro fällig.
Achtung Spurwechsel
Letzterer erwies sich aber bei einer ersten Probefahrt als extrem sensibel und dürfte auf den ganzen Arbeitstag gerechnet den Fahrer durch häufiges Piepen eher stören als unterstützen. Sinnvoller erscheint der ­Abstandswarnassistent, der einen zu geringen Abstand zum ­vorausfahrenden Fahrzeug meldet und bei akuter Kollisionsgefahr selbstständig den Bremsdruck erhöht. Auch der Totwinkelassistent kann sich in der Praxis als nützlich erweisen, indem er den Fahrer beim Spurwechsel vor Objekten neben dem Fahrzeug warnt. Befindet sich ein Objekt neben dem Fahrzeug, leuchtet im ­Außenspiegel
ein Warnsignal. Zeigt der Fahrer dennoch durch Setzen des Blinkers an, dass er die Spur wechseln will, ertönt eine akustische Warnung.
Große Änderungen an Fahrwerk, Aufbau und Cockpit blieben hingegen aus. Einzige nennenswerte Ausnahme: Der neue Sprinter ist nun drei Zentimeter tiefer gelegt als sein Vorgänger. Das senkt erstens die Ladekante, soll aber hauptsächlich die Aero­dynamik verbessern und den Treibstoffverbrauch senken. ts

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