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Gefühlte Langsamkeit mit Aha-Erlebnis

Auf Einladung des ADAC Truck-Service absolvierten fünf Fahrer der Eichstätter Brauerei Hofmühl im vergangenen Jahr eines der ersten Eco-Trainings im Rahmen der Berufskraftfahrer-Fortbildung.

Symbolbild LOGISTRA (Foto: T. Schweikl)
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Redaktion (allg.)

Wow – damit hatte ich nicht gerechnet“, staunt Patrick Beck angesichts der Ergebnisse. „Meine Vermutung waren höchstens drei bis fünf Prozent weniger Sprit“, zeigt sich der Fuhrparkleiter der Eichstätter Hofmühl-Brauerei angenehm überrascht. Die fünf Hofmühl-Trucker erzielten stattdessen in ihrem ersten Modul zum Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz Verbrauchseinsparungen zwischen 12 und 19 Prozent. Und das, ohne langsamer unterwegs zu sein: Im Schnitt waren die Nahverkehrs-Trucker sogar vier Prozent schneller! „Gefühlt“, sagt Patrick Beck nach seiner Verbrauchsrunde, „war ich langsamer unterwegs“. Objektiv aber schneller und sparsamer. Das große Aha-Erlebnis eines Fahrertrainings mit Vorher-/Nachher-Effekt funktioniert nach wie vor.
Nicht bei allen Anbietern des Moduls „Wirtschaftliches Fahren“ zum Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) ist das praktische Fahrertraining fester Bestandteil. Theoretisch hätte es auch genügt, die Spritspar-Effekte vorausschauender und drehmomentorientierter Fahrweise im Klassenzimmer aufzuzeigen. Beim ADAC Truck-Service hat man das Fahrertraining jedoch gleich in den Lehrplan integriert – mit entsprechendem, sofort ablesbarem Erfolg. Und: Gefahren wird auf dem gewohnten Lkw aus dem eigenen Fuhrpark. So brachten die Eichstätter Bierkutscher gleich ihren MAN „15.280“ ins Augsburger ADAC-Zentrum mit.
Ähnlich wie die meisten Fahrschulen, Verkehrs-Institute und Fahrertrainings der Fahrzeug-Anbieter ist der ADAC-Truck-Service Anlaufstelle wenn es um die Weiterbildung nach dem BKrFQG geht. Der zu diesem Zeitpunkt gefragteste Themenblock der fünf Module war „Wirtschaftliches Fahren“. Mit etwa 260 Euro Kursgebühr pro Teilnehmer ist dieses Modul (1.1 – 1.3) zusammen mit dem Fahrsicherheitstraining (Modul 3) auch das teuerste in der Weiterbildung. Der ADAC Truck-Service bündelt in den weiteren drei Modulen „Sozialvorschriften“, „Dienstleistung, Image, Gesundheit am Arbeitsplatz“ und „Ladungssicherung“ die weiteren, vom Gesetzgeber verlangten, jeweils fünf Stunden für 89 Euro pro Teilnehmer (259 Euro fürs Fahrsicherheitstraining). Insgesamt kommt man in den fünf Modulen à fünf Stunden also auf die geforderten 35 Stunden mit einem Kostenaufwand von rund 2 x 259 Euro und 3 x 89 Euro gleich 785 Euro pro Fahrer. Das ganze ist alle fünf Jahre zum Erhalt des Führerscheins abzuleisten.
Kritisieren könnte man daran weder die (noch) vertretbaren Kosten noch die Notwendigkeit. Allenfalls die Wiederholrate von fünf Jahren scheint den meisten Teilnehmern ein allzu kurzes Intervall. So viel tut sich dann doch nicht in fünf Jahren und vergessen würde man das gelernte so schnell schließlich auch nicht.
Da das Modul Wirtschaftlich Fahren derzeit am häufigsten gebucht wird, prophezeien die Anbieter gegen Ende der ersten Fünfjahresfrist, also bis zum September 2014 einen „Stau“ bei dem bislang am wenigsten nachgefragten Modul „Gesundheit am Arbeitsplatz, Image, Dienstleistung“. Die Verkehrsinstitute raten daher dringend, schon jetzt auch die Module vier und fünf anzugehen, so dass sich das Seminar-Geschehen über die kommenden fünf Jahre etwas entzerrt und keine Engpässe im Kursangebot entstehen.
Die ADAC Truck-Service Instruktoren Markus Lerf und Christian Schmidt haben bereits wie die meisten Fahrlehrer ihre Kursberechtigung für alle Module, können also sofort auch die „exotischeren“ Stoffe durcharbeiten. Nach fünf Stunden Kurs sind die fünf Hofmühl-Trucker fast so müde wie nach einer Schicht, bei der jeder Fahrer in der Regel zwischen fünf und sechs Tonnen mit der Kraft seiner Arme bewegt. Überzeugt vom Nutzen der Fortbildung ist man auch. Zu beeindruckend sind die Ergebnisse, die jeder von ihnen buchstäblich „erfahren“ hat. Fuhrparkleiter Patrick Beck: „Ich bin sicher, das Gelernte wird sich nicht nur im Verbrauch sondern auch in geringerem Verschleiß niederschlagen.“ Vor allem die Tricks zum vorausschauenden Fahren kamen bei den Eichstättern gut an. „Wenn wir davon nur die Hälfte auf Dauer in der Praxis umsetzen können, haben wir schon eine Menge gewonnen“, sagt Roland Drexler, der seinen Verbrauch um gut 18 Prozent verbessern konnte. Dass der BKrFQG-Kurs auch eine Maßnahme zur Erhaltung und Sicherung ihres Arbeitsplatzes ist, ist für die fünf Teilnehmer ebenfalls einsichtig und trägt sehr zur Akzeptanz der Fortbildung bei.

Mehr Infos zum BKrFQG: Bundesamt für Güterverkehr www.bag.bund.de (Rechtsvorschriften)

Autor:

Robert Domina

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