LAGERTECHNIK: "Katze" trifft "Giraffe"

FlexiRobots zeigt auf der TradeWorld ein neues 3D-Lagersystem. Frei von Fördertechnik entkoppelt es Lagerung, Pufferung und Sequenzierung.

Symbolbild LOGISTRA (Foto: T. Schweikl)
Redaktion (allg.)

Ein neues, voll automatisiertes und tablarbasiertes Lagersystem, das ohne konventionelle Fördertechnik auskommt, präsentiert die FlexiRobots GmbH, Mörfelden-Walldorf, erstmals auf der Fachmesse TradeWorld. Die Lösung dient sowohl der Lagerung von Behältern, Kartons und Lagentablaren als auch zur Kommissionierung von Einzelstücken, Kartons und Paletten. Statt Fördertechnik besteht das System aus der sogenannten „Katze“, einem schienengeführten Verfahrwagen, und der „Giraffe“, einer Kombination aus Regalbediengerät (RBG) und Shuttle.
Die Lösung kann sowohl die Prozesse Lagerung und Pufferung als auch die Sequenzierung abbilden und entkoppelt sie voneinander. So funktioniert es: Von der Übergabestation fährt die Katze ein beladenes Tablar in die Anlage. Dabei führt die Lauf schiene die Katze durch die Regalzeilen. Sie verbringt die Tablare quer zu den Gassen in den Lagerkubus, der nach allen Seiten offen sein kann.
Schwebende Tiere
Dann übergibt die Katze die Tablare an einen Transferplatz im Regal. Hier nimmt die Giraffe die Tablare auf und verfährt sie in der Gasse an den vorgegebenen Stellplatz. Dabei fährt die Giraffe in den Gassen nicht auf einer Bodenschiene, sondern auf Laufschienen am Regal. Dadurch schwebt das Lastaufnahmemittel durch die Gasse, was die schienengeführte Querfahrt der Katzen ermöglicht. Die 3DTopologie des Systems erlaubt dabei einen gassenwechselnden Tablartransport. Der integrierte Teleskopmast der Giraffe bietet zudem einen Hub von 4,50 Metern mit einem Zugriff auf acht Regalebenen.
Bis zu 200 Kilogramm
„Die innerhalb des Lagerkubus eingesetzten Transportmedien arbeiten konsequent getrennt und parallel. Das steigert die Zugriffsdynamik, erhöht die Lagerdichte und ermöglicht eine Sequenzierung der Auslagerungen bereits im Lagersystem“, erläutert Florian Wildermuth, Vice President Projects von FlexiRobots, die Vorteile des Systems. Die Konzeption eigne sich auch für Läger mit verschiedenen Temperaturzonen. Eine weitere Besonderheit: Es ist der Transport von bis zu 200 Kilogramm möglich.
Außerdem ist das Gesamtsystem nach Firmenangaben beliebig skalierbar. So können mehrere Katzen in den Regalbau integriert und Arbeitsplätze oder -stationen an beliebigen Positionen angebunden werden. Parallel dazu ermöglicht die Systemkonzeption die Installation mehrerer Giraffen in einer Gasse über- und nebeneinander. „So wächst das System mit den Anforderungen des Kunden im laufenden Betrieb mit“, erklärt Wildermuth.
Bislang verrichten Katze und Giraffe ihre Dienste allerdings nur in der hauseigenen Referenzanlage. Doch das soll sich schon bald ändern, wie Wildermuth auf der Messe berichtet: „Wir sind bereits in Gesprächen mit verschiedenen Kunden aus unterschiedlichen Ländern.“ Nadine Bradl

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