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Das „eBay“ für Lagerkapazitäten

Die schnell wachsende Onlineplattform ShareHouse bringt Anbieter und Suchende von Lagerkapazitäten in direkten Kontakt, statt nur zu vermitteln.

 Bild: ShareHouse
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Julian Kral

Der eine hat zu viel, der andere muss suchen – bei Lagerfläche für Waren kann es je nach Branche kurzfristig zu Engpässen kommen, während andere Unternehmen ihre überschüssigen Kapazitäten nicht auslasten können. Das Berliner Start-up ShareHouse GmbH & Co. KG will beide Parteien möglichst schnell und transparent auf seiner Lagerplattform digital zueinander führen.

Ausgegründet aus dem südafrikanischen Logistikriesen Imperial Logistics ging das Jungunternehmen im April 2018 mit einer App an den Start, um den komplexen Markt der Logistikimmobilien möglichst übersichtlich zu bündeln. Auch das Konzept Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: „Bevor wir immer mehr Immobilien neu bauen, lohnt es sich doch, erst den vorhandenen Raum besser zu nutzen, anstatt noch mehr Flächen zu versiegeln“, meint ShareHouse-Gründer und Geschäftsführer Jörg Klöpper.

Auf dem digitalen Marktplatz der ambitionierten Neugründung mit Sitzen in Berlin, Hamburg und Duisburg können Logistiker und Spediteure ihre freien Flächen einstellen und Suchende, vom Kleinunternehmen bis hin zum DAX-Konzern, diese buchen. Laufend neue Zusatzdienstleistungen sollen die „Ressource“ Lagerfläche möglichst einfach zugänglich machen, unabhängig davon, ob kurz- oder langfristige Lagerkapazitäten angeboten oder gesucht werden, wirbt ShareHouse.

Von Regal bis Immobilie

Vermittelt werden sowohl Regal- als auch Bodenfläche sowie Multi-User-Lager und komplette Immobilien. Die suchfähige Datenbank enthält derzeit laut Unternehmensangaben mehr als 1.200.000 Quadratmeter Lagerfläche an über 300 Standorten in ganz Deutschland. In immobilienmäßig völlig „ausgeräumten“ Regionen wie etwa dem Ballungsgebiet München muss die Anwendung aber gerade zu Peakzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft scheitern. Verständlicherweise sind dann einfach keine Kapazitäten auffindbar. Um Suchenden dennoch die größtmögliche Auswahl bieten zu können, ist das Einstellen von verfügbarem Lagerraum in das System kostenlos. Lageranbieter zahlen erst eine Vermittlungsgebühr, wenn ein Mietvertrag zustande gekommen ist.

Die Anwendung lässt sich sowohl online als auch via simpler App ansteuern, die Suchergebnisse – nach diversen Parametern sortiert – kartenbasiert darstellt. Dabei fragt das System zuerst nach dem Lagerort; weitere optionale Angaben wie etwa Gewicht und Art der Ware, die Stapelbarkeit der Ladungsträger oder den Wunsch nach Zusatzdienstleistungen führen gezielt zum Wunschlager. Die Suchergebnisse geben einen groben Kostenrahmen an und lassen sich nach regionaler Nähe und Verfügbarkeit ordnen. Erscheint ein Lagerort geeignet, lässt sich mit einem Klick die zugehörige Unternehmensübersicht abrufen. Diese zeigt unter anderem eine kurze Beschreibung der Firma, Eckdaten zu Größe und Ausstattung des Lagers, den angebotenen Dienstleistungen, den Betriebszeiten oder auch der Verkehrsanbindung.

Direkter Kontakt via Chat

Eine Chatfunktion ermöglicht es, noch bevor Kapazitäten gebucht werden, ein Angebot im direkten Kontakt vom Lagerraumanbieter einzuholen und Feinheiten oder zusätzliche Fragen zu klären. „Lagerlogistik ist häufig komplex. Da ist es wichtig, dass Details jederzeit einfach und auf kurzem Wege geklärt werden können“, meint auch Gründer Jörg Klöpper.

Das Jungunternehmen bietet außerdem einen „Expertenservice“. Wenn ein Nutzer auf der Lagerplattform kein geeignetes Lager findet, kann er seine Anforderungen dem Expertenteam per Chat, E-Mail oder Telefon mitteilen. Jan Hepke, Leiter Marketing und Sales bei ShareHouse, erklärt: „Unser Netzwerk umfasst, zusätzlich zu denen, die bereits auf unserer Plattform registriert sind, mehr als 4.000 Logistikfirmen in Deutschland. In diesem Pool können unsere Experten auch für die komplexesten Anforderungen das passende Lagerhaus finden.“ Seit Juni bietet der Dienst Nachfragern, wenn sie anders keine passenden Treffer erzielen können, die Möglichkeit, ihre Gesuche einfach selbst zu veröffentlichen. Das soll die Nutzer der Plattform von beiden Seiten aus – und dadurch schneller – zusammenbringen. „Wir wollen Suchende und Anbieter von Lagerflächen direkt miteinander über unsere Plattform in Kontakt bringen, anstatt als Vermittler dazwischenzustehen“, betont Geschäftsführer Klöpper.

Für die Zukunft plant ShareHouse den Schritt aufs internationale Parkett. Bereits in den nächsten Monaten soll der Markteintritt in Österreich, später in weiteren Ländern erfolgen. Auch sein Serviceangebot will das Start-up künftig weiter ausbauen. Neben einem Rating-System, mit dem Anbieter hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und ihres Service bewertet würden, sollen sich dann auch Bilder und Videos des Lagers in die Profile einpflegen lassen – ein Plus für die Plattformtransparenz. Schließlich vertraut man seine Waren nur ungern einem Fremden an. jk

 

Info: ShareHouse

Firmierung: ShareHouse GmbH & Co. KG 
Idee: Digitaler Marktplatz für Lagerkapazitäten 
Richtet sich an: Logistiker und Spediteure mit überschüssigem Lagerraum sowie nach Kapazitäten suchende Unternehmer
Gründung: 2018; Hauptsitz: Berlin; Mitarbeiter:etwa 12

Auch interessant: Ausgründung des südafrikanischen Logistikriesen Imperial Logistics

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Artikel Das „eBay“ für Lagerkapazitäten
Seite 22 bis 23 | Rubrik Märkte & Trends
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