Messe im Umbruch

Mit einem neuen Fokus auf Transport und Logistik will die IAA TRANSPORTATION 2022in die Zukunft starten. Digitalisierung und Nachhaltigkeit geben die Richtung vor.

Auf der IAA TRANSPORTATION 2022 will der VDA zeigen, dass Transport, Logistik und Nutzfahrzeuge bereits auf dem Weg zur Klimaneutralität sind. Bild: VDA
Auf der IAA TRANSPORTATION 2022 will der VDA zeigen, dass Transport, Logistik und Nutzfahrzeuge bereits auf dem Weg zur Klimaneutralität sind. Bild: VDA
Tobias Schweikl

Mit der IAA TRANSPORTATION 2022 (20. – 25. September, Hannover) startet der Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) als Veranstalter den ersten Anlauf für die Neuausrichtung der ehemaligen IAA Nutzfahrzeuge. Nachdem sich im vergangenen Jahr bereits die Pkw-IAA mit dem Umzug von Frankfurt nach München als IAA MOBILITY neu erfunden hat, soll in Hannover nun Ähnliches vonstattengehen. Die Nutzfahrzeugshow wird zwar nicht komplett neu ausgerichtet, das vorhandene Konzept aber weiterentwickelt.

„Die IAA TRANSPORTATION wird die große Plattform für Logistik“, kündigte VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel bereits zum Jahreswechsel an. Man wolle zeigen, dass Transport, Logistik und Nutzfahrzeuge bereits erfolgreich auf dem Weg zur Klimaneutralität sind. Über ihre Innovationskraft leiste die Branche einen großen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele. Aber auch die Digitalisierung sei ein zentraler Aspekt der IAA TRANSPORTATION 2022, so der VDA.

Der mit dem neuen Konzept verbundene Anspruch, die Transport- und Logistikbranche in ihrer gesamten Bandbreite abzubilden, spiegelt sich auch im diesjährigen Motto „People and Goods on the move“ wider. Inhaltlich bedeutet das vor allem, dass neben den eigentlichen Nutzfahrzeugen – Lkw, Busse, Transporter – auch die Infrastruktur in den Messefokus rückt, sowohl beim Laden als auch auf der letzten Meile in Ballungszentren.

Die Messe selbst gliedert sich 2022 in einzelne Bereiche: Die „IAA Exhibition“ ist das klassische Messekonzept mit Besuchern und Ausstellern. Die „IAA Experience“ gibt den Besuchern die Gelegenheit, Fahrzeuge live zu erleben, etwa bei Fahrsicherheitsdemonstrationen. Die „IAA Conference“ wurde in Hannover in kleinem Rahmen bereits 2018 neu gestartet, soll nun aber deutlich ausgebaut werden. Man wolle hier mit allen am Transport beteiligten Stakeholdern – Bahn, Luftfracht, Politik, Energiewirtschaft – diskutieren, wie Transport klimaneutral werden kann.

 

Verbände als Partner

Ein wichtiger Bestandteil des neuen Veranstaltungskonzepts sind die vier Thementage im Rahmen der IAA Conference. In Formaten wie Keynotes, Paneltalks oder Fireside Chats diskutieren, analysieren und präsentieren internationale Redner aktuelle Themen und Trends aus den Bereichen Logistik, Handel, Infrastruktur und kommunaler Verkehr. Erstmalig kooperiert der VDA dazu mit anderen Branchenverbänden und Partnern.

Die Partnerschaft für den ersten Thementag „Zukunft Logistik“ am 20. September übernimmt der Bundesverband Spedition und Logistik e.V. (DSLV). „Logistik ist ein wichtiges Scharnier zwischen den Wertschöpfungsstufen der Volkswirtschaften. Angesichts globaler Krisen, sinkender Energieverfügbarkeiten und wachsender Kundenanforderungen erbringen Speditionshäuser derzeit Höchstleistungen, um die globalen Beschaffungs- und Absatzwege von Industrie und Handel unter Einsatz sämtlicher Verkehrsträger zu stabilisieren. Verbindliche Klimaziele für den Verkehrssektor ergänzen das Anforderungsprofil. Die Logistikbranche baut dabei auf die Innovationskraft der Nutzfahrzeugherstellerindustrie, damit leistungsstarke Null-Emissions-Technologien zügig wirtschaftlich und flächeneinsatzfähig werden“, sagt dazu DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster.

Der zweite Thementag „Handel und Logistik“ am 21. September wird begleitet vom Handelsverband Deutschland e.V. (HDE). „Der Handel steht vor erheblichen Herausforderungen in der Aufrechterhaltung einer funktionierenden Supply Chain. Produktionsengpässe, Störungen in den Häfen in aller Welt sowie Kapazitätsengpässe in Europa zeigen, dass die Versorgungslage angespannt ist. Hinzu kommen Anforderungen an eine klimaschonende Logistik, für die in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen nötig sind. Ein guter Grund also, um sich über aktuelle Trends im Transportbereich zu informieren, um rechtzeitig auf die kommenden Entwicklungen reagieren zu können“, so der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Stefan Genth.

Partner für den dritten IAA-Thementag „Infrastruktur“ am 22. September ist der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW). „Für die Antriebswende im Transportbereich sind noch mehrere Lösungen im Rennen, vor allem batterieelektrische und brennstoffzellenbasierte Nutzfahrzeuge. Wohin die Reise geht, wird sich zeigen. Fest steht: Auch im Transportsektor wird es wie bei den Pkw zu einer neuen Sektorkopplung mit der Energiewirtschaft kommen, denn die liefert nicht nur die benötigte Energie, sondern baut auch die dafür erforderliche Infrastruktur“, sagt Andrees Gentzsch, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Der vierte Thementag „Kommunaler Transport“ am 23. September wird schließlich übernommen vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV). Dazu sagt VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff: „Der Mobilitätssektor steckt in einem umfassenden Transformationsprozess. Dies betrifft die technischen, strukturellen, organisatorischen und wirtschaftlichen Komponenten der gesamten Branche. Von daher ist es wichtiger denn je, nicht mehr getrennt in einzelnen Verkehrsträgern zu denken, sondern vernetzt und kooperativ. Der Automobilsektor und der öffentliche Verkehr müssen gemeinsame tragfähige Geschäftsmodelle im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung entwickeln. Wir brauchen starke Angebote ‚made in Germany‘, um gegen disruptive und globale Marktteilnehmer bestehen zu können.“

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Rund zehn Wochen vor der offiziellen Eröffnung der IAA TRANSPORTATION 2022 am 20. September meldete der Veranstalter, dass bereits 97 Prozent der diesjährigen Ausstellungsfläche vergeben seien. Der neue Messefokus auf innovative und klimafreundliche Konzepte und Lösungen aus dem Logistik- und Transportbereich scheint also aufzugehen. „Wir sind natürlich hocherfreut über die hervorragende Resonanz der Unternehmen auf unser neues Veranstaltungskonzept, die sich ganz deutlich in den Anmeldezahlen widerspiegelt“,so VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel. „Dass schon zu diesem Zeitpunkt nahezu alle Ausstellerflächen vergeben sind und auch viele Newcomer den Weg nach Hannover gefunden haben, zeigt: Nach mehr als zwei Jahren pandemiebedingter Einschränkungen steigt nicht nur bei uns, sondern auch bei den Firmen jeden Tag die Vorfreude darauf, sich wieder live und persönlich zu begegnen, um neue Kontakte zu knüpfen, bereits bestehende zu vertiefen und spannende Produkte und Konzepte zu diskutieren.“

Start-ups und Etablierte

Insgesamt erwartet die Messe mehr als 1.200 Aussteller aus über 40 Ländern, darunter sowohl etablierte Unternehmen als auch Start-ups. Die Themen umfassen die Bereiche Technologie, Infrastruktur, Energie, Personen- und Last-Mile-Transport. Als Beispiel genannt werden vom Veranstalter Amazon relay, Linde, Samsung und Siemens, aber auch neue Fahrzeughersteller mit einem Fokus auf nachhaltige Antriebe wie Nikola, Quantron oder Volta Trucks. Zu den größten Ausstellern der IAA TRANSPORTATION zählen in diesem Jahr die Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck, DAF, Ford, Iveco, MAN und Scania.

Tobias Schweikl

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Seite 12 bis 13 | Rubrik Märkte & Trends