Werbung
Werbung
Werbung

Mit KI gegen Leerfahrten

Das Start-up Cargonexx will das erste intelligente Transportnetzwerk Europas aufbauen und mit KI „Manni“ die Auslastung erhöhen. Unternehmen und Umwelt sollen profitieren.

Weniger Leerfahrten bedeuten weniger Schaden für Verkehr und Umwelt, so der grüne Gedanke bei Cargonexx. Bild: istockphoto.com/cargonexx
Weniger Leerfahrten bedeuten weniger Schaden für Verkehr und Umwelt, so der grüne Gedanke bei Cargonexx. Bild: istockphoto.com/cargonexx
Werbung
Werbung
Julian Kral
Start-up Check

Manni, plane meine nächste Tour“, so oder so ähnlich könnte die Zukunft für Verlader und Spediteure klingen. Während künstliche Intelligenzen (KI) wie Siri und Alexa das Apple-Phone oder das intelligente Zuhause steuern, kümmert sich MANNI (Multidimensional Artificial Neural Network Intelligence) um die Tourenplanung für Transporte. Hinter „Manni“ steckt das Start-up Cargonexx aus Hamburg. Das Unternehmen tritt als digitaler Spediteur auf und will mit seinem intelligenten Algorithmus die Zukunft der Logistik mitgestalten.

„Unser Ziel ist es, in den kommenden fünf bis zehn Jahren das größte Lkw-Transportnetzwerk in Europa aufzubauen und der Schlüssel für diese Entwicklung wird unsere Datenintelligenz sein“, sagt Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und CEO von Cargonexx.

Die Auslastung erhöhen

Die KI soll dabei helfen, ein in der Transportbranche alltägliches Problem zu lösen: Laut Cargonexx fährt jeder dritte Lkw rechnerisch leer durch Deutschland. Hier greift der Service des Start-ups. Die Software führt Ladungen automatisch mit freien Kapazitäten zusammen, der intelligente Algorithmus arbeitet im Hintergrund und sagt diese voraus. Die Fahrzeuge sollen so optimal ausgelastet werden. „Unser Angebot ist kostengünstig für Versender von Fracht, effizient für Transportunternehmen und nachhaltig für alle Verkehrsteilnehmer – eine Win-win-win-Lösung“, so Lafrenz. Da weniger Lkw leer fahren mit dem System, wird auch CO2 eingespart. Das soll helfen, die Klimaziele der Zukunft zu erreichen. „Das ist eine große Motivation für unser Team“, bestätigt Lafrenz. „Wir lösen den Widerspruch zwischen Ökologie und Ökonomie.“

Die Technologie dahinter funktioniert ähnlich wie bei Google oder Amazon. Ein künstliches neuronales Netz (KNN), in diesem Fall eben Manni, analysiert selbstständig Frachtdaten und lernt, Spotmarktpreise vorherzusagen. Manni erkennt autark, wenn er falsch liegt und korrigiert seine Fehler. Dabei wächst das Erfahrungswissen mit jedem weiteren Auftrag – der Service verbessert sich quasi ständig selbst.

Cargonexx zeichnet verantwortlich als Vertragspartner und haftender Spediteur für den Transport. Das Start-up bietet regelmäßige Relationen und Spot-Touren in ganz Europa für Standardtransporte im Fernverkehr an. Weil der Cargodienstleister mit Datenintelligenz und digitalen Prozessen die Kosten für Leerfahrten und Verwaltung senkt, fallen auch die Preise wettbewerbsfähig aus, verspricht das Unternehmen. Mit seinem großen Netzwerk will der Servicedienstleister auch in Spitzenzeiten verlässlich liefern und Volumenschwankungen ausgleichen können. Dem Auftraggeber bietet die Software außerdem eine ständig aktualisierte Ankunftszeit (ETA) des Lkw sowie digitale Schnittstellen in den Abwicklungssystemen.

Der Transportunternehmer hingegen kommt mit wenigen Mausklicks an Zusatzaufträge. Für ihn ist die Registrierung und Nutzung von Cargonexx kostenfrei. Hat der Unternehmer seine freien Kapazitäten eingestellt, erhält er automatisch Informationen über passende Ladungen und kann diese buchen. Die Abwicklung läuft dabei laut Anbieter vollkommen digital und Cargonexx bezahlt innerhalb von 48 Stunden.

Die Idee, selbstlernende Algorithmen für Transporte einzusetzen, hatte Lafrenz auf der Autobahn, als er im Stau stand und über ein digitales Lösungskonzept nachdachte. Ein halbes Jahr später gründete der Unternehmer Cargonexx und finanzierte die ersten Schritte selbst, während Software und KI entwickelt wurden. Partnerspeditionen steuerten die ersten Daten für Manni und fütterten ihn zum Start mit mehr als einer Million Frachtdaten.

Werbeinblendung:
Advertorial

Telematik bietet hohen Mehrwert für Logistiker

Das Konzept kommt an

Die Vision und das Konzept des Jungunternehmens scheinen in der Logistikbranche zu überzeugen. Über 7.000 Transportunternehmer haben sich nach eigenen Angaben bislang bei Cargonexx registriert, jede Woche sollen 60 bis 100 neue hinzukommen. Finanziert wird das Start-up bislang ausschließlich von privaten Investoren. Das Team rund um Manni besteht dabei aus Spezialisten für Logistik, Technologie, Datenintelligenz und Vertrieb.

Für die Zukunft rund um die Digitalisierung in der Logistik glaubt das Hamburger Unternehmen, dass die Bedeutung der Spediteure eher steigen wird – gerade weil logistische Prozesse immer komplexer, weitreichender und vernetzter werden. Cargonexx bereitet sich auch schon darauf vor, autonom fahrende Lkw in den Service aufzunehmen. jk

Bilder: Cargonexx; istockphoto.com/cargonexx

 

Drei Fragen an: Rolf-Dieter Lafrenz

Der CEO und Gründer von Cargonexx über das CO2-Sparpotenzial

LOGISTRA: Was ist das Besondere an Ihrem Angebot?

Lafrenz:Wir sind das einzige Unternehmen, das im Lkw-Fernverkehr künstliche Intelligenz zur Verringerung der Leerkapazitäten einsetzt. Unsere selbstlernenden Algorithmen sagen Ladungsaufträge voraus und kombinieren die Touren mit Blick auf verfügbare Kapazitäten für eine bestmögliche Auslastung der Lkw. Das Ergebnis sind niedrigere Kosten für die Verlader, höhere Einnahmen für die Transportunternehmer, weniger Verkehr auf den Straßen und sinkende CO2-Ausstöße.

An wen richtet sich der Service?

Wir übernehmen Lkw-Transporte im Fernverkehr als Full-Service-Dienstleister. Unsere Kunden sind verladende Unternehmen und Spediteure. Für sie sind wir der einzige Vertragspartner und verantwortlich für die Durchführung des Transports. Unser Service deckt aktuell Deutschland, Benelux, Frankreich, Spanien und Italien ab. Wir verbinden dabei exklusive Kapazitäten mit einem der größten Partnernetzwerke Europas.

Was plant Cargonexx für die Zukunft?

Wir wollen die Prozesse im Lkw-Transport weiter automatisieren, bis wir den ersten autonomen Lkw-Transportservice für ganz Europa aufgebaut haben. Diesen Service werden wir auch mit autonomen Lkw verbinden, sobald diese fahren. Für dieses Jahr steht zudem die Einführung eines dynamischen Slotmanagementsystems auf dem Fahrplan. Mit diesem System wollen wir die starren Zeitfenster an der Rampe überflüssig und Transportunternehmern sowie Lagerbetreibern das Leben einfacher machen. jk

 

LOGISTRA Start-up Check

Innovative Geschäftsideen, kluge Lösungsansätze und hohes Wachstumspotenzial – das „nächste große Ding“ zu landen ist in der rasanten Start-up-Szene das erklärte Ziel. Beim LOGISTRA Start-up Check berichten wir über interessante Innovatoren in der Logistik und über Technologie von morgen.

 

Info: Cargonexx

Firmierung: Cargonexx GmbH; Idee: DigitaleSpedition mit KI-gestütztem Transportnetzwerk; Richtet sich an: Verlader, Spediteure, Transportunternehmer; Gründung: 2016; Hauptsitz: Hamburg; Mitarbeiter: ca. 50

Auch interessant:gewonnene Preise (Auswahl)

Hamburger Gründerpreis 2018 in der Kategorie „Start-up“

Eco Performance Award 2018

European Startup Prize for Mobility 2018

 

◂ Heft-Navigation ▸

Artikel Mit KI gegen Leerfahrten
Seite 46 bis 47 | Rubrik Märkte & Trends
Werbung