„Wir setzen auf eine internationale Präsenzveranstaltung“

Wegen der andauernden Corona-Pandemie wurde die Intralogistikmesse LogiMAT 2021 in den Frühsommer des kommenden Jahres verschoben. Wir unterhielten uns mit dem Messechef Michael Ruchty über die genauen Gründe und was das für Aussteller und Besucher bedeutet.

Wir unterhielten uns mit dem LogiMAT- Messechef Michael Ruchty über die LogiMAT 2021. Bild: Euroexpo Messe- und Kongress GmbH
Wir unterhielten uns mit dem LogiMAT- Messechef Michael Ruchty über die LogiMAT 2021. Bild: Euroexpo Messe- und Kongress GmbH
Tobias Schweikl

LOGISTRA: Michael Ruchty, warum wurde die LogiMAT 2021 verschoben und auf welchen neuen Zeitraum?

Michael Ruchty:Wir haben die LogiMAT 2021 aufgrund der aktuellen Corona-Situation bereits im September vorsorglich von März auf den 22. bis 24. Juni 2021 und damit in den Frühsommer verschoben. Die aktuellen Fallzahlen und deren Entwicklung, gerade auch im Hinblick auf die kommenden Wintermonate, wo auch noch jeder Schnupfen kritisch beäugt wird, hat uns zu dieser Entscheidung bewogen.

Vor allem war es nicht abschätzbar, inwiefern die derzeitigen Einreisebeschränkungen im März 2021 noch gelten würden. Die LogiMAT lebt in besonderem Maße von ihrer Internationalität. Sie ist der Marktplatz, an dem Anbieter von Produkten und Lösungen aus der Welt der Intralogistik auf Interessenten treffen. Es geht um den persönlichen, vertrauensvollen Austausch von Wissen, Fakten und Meinungen zwischen den Ausstellern und ihren Kunden.

Wir setzen ganz klar auf eine internationale Präsenzveranstaltung und möchten dafür Planungssicherheit schaffen. Wir sind uns alle sicher, dass sich die Situation im Frühsommer gegenüber dem Winter entspannen wird. Daher sind wir zuversichtlich, dass dann auch wieder mehr internationale Teilnehmer den Weg nach Stuttgart finden werden. Darüber hinaus werden wir im Juni die Freiflächen noch besser in die Gesamtveranstaltung integrieren und damit die Situation auf dem Messegelände insgesamt weiter optimieren.

Was bedeutet das für Aussteller?

Mehr Sicherheit! Eine Großmesse wie die LogiMAT benötigt ein halbes Jahr Vorlaufzeit. Durch die rechtzeitige Verschiebung gewinnt der Aussteller die nötige Zeit, um sein Messekonzept auf den Juni-Termin auszurichten. Es geht dabei um vielfältige Fragen angefangen damit, auf welche Besucherzielgruppe man sich einstellt. Im Juni sind die Chancen wieder deutlich besser, nicht nur auf ein wesentlich größeres, sondern auch deutlich internationaleres Fachpublikum zu treffen. Das beeinflusst selbstverständlich die Planungen unserer Aussteller.

Und was ändert sich für Besucher?

Auch der Besucher hat durch die Verschiebung mehr Planungssicherheit. Er wird nur zur LogiMAT kommen können, wenn ihm die Anreise nicht erschwert wird und er nach der Rückreise nicht mit negativen Konsequenzen rechnen muss. Mitarbeiter dürfen durch die Teilnahme an einer Großveranstaltung nicht durch anschließende Quarantänemaßnahmen für Kundentermine gesperrt werden. Das käme jedem Unternehmen zu teuer.

Und die internationalen Besucher wollen kommen. Ich hatte erst kürzlich ein Telefonat mit einem Logistiker aus Sao Paulo, der den Besuch der LogiMAT jedes Jahr fest einplant. Er will auch 2021 wieder nach Stuttgart reisen, weil er nirgends sonst so einen hervorragenden Marktüberblick erhält. Für ihn ist es wichtig, persönlich vor Ort zu sein und sich mit seinen Partnern auszutauschen.

Wie haben die Aussteller auf die Verschiebung reagiert?

Absolut positiv. Über 97 Prozent der angemeldeten Unternehmen gehen mit in den Juni und haben sich über unsere frühzeitige Ankündigung gefreut. Lediglich 27 Firmen mussten ihre Anmeldung zurückziehen. Die Gründe dafür waren unterschiedlich, aber in den allermeisten Fällen handelte es sich um schlichte Terminkollisionen in der unternehmensinternen Gesamtplanung.

Gibt es bei der Planung für Juni Veränderungen gegenüber der Ursprungsplanung für März?

Ja, im Frühsommer nächsten Jahres finden im Kongresszentrum wieder andere Veranstaltungen statt. Deshalb steht uns zum Beispiel Halle 2 nicht zur Verfügung. Darum musste ich das fertige Hallenplan-Puzzle überarbeiten, teilweise anpassen und neu zeichnen. Die gültigen Vorschriften, um eine sichere LogiMAT durchzuführen, hatte ich natürlich auch hier immer im Auge. Trotz dieser Herausforderung und trotz der daraus resultierenden Flächenknappheit konnten wir die Ausstellungsbereiche so anordnen, dass der Besucher sich gut zurechtfindet und sich auf einen sicheren Besuch der LogiMAT freuen kann.

Sie sprechen die Vorschriften an, wie sieht der Hygieneplan aus?

Recht dynamisch und nicht gerade günstig (lacht). Diese Konzepte wurden und werden kontinuierlich beobachtet und der Aktualität angepasst. Es sind sehr umfangreiche Dokumente. Alle einzelnen Punkte aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Interviews sprengen.

Um ein paar sichtbare Elemente zu nennen: Die Gänge in den Hallen wurden deutlich verbreitert, entsprechende Wartezonen vor den Cateringbereichen und Toilettenanlagen eingeplant. Der empfohlene Sicherheitsabstand von 1,5 Metern kann also jederzeit und überall eingehalten werden. Das tut mir ehrlich gesagt ein bisschen weh, weil wir dadurch die von den Ausstellern angefragte Standfläche hier und da reduzieren mussten, aber in der derzeitigen Situation hat die Sicherheit aller Beteiligten höchste Priorität.

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Die beliebten LogiMAT-Foren fallen 2021 der Abstandsregelung zum Opfer und können nicht mehr in den Hallen stattfinden. Aber keine Sorge, auch im kommenden Juni werden alle Teilnehmer der LogiMAT ein Rahmenprogramm der Extraklasse vorfinden – jedoch mit geändertem Konzept und an einem neuen Ort, an dem quasi jeder vorbeikommt.

Ich bin gespannt, verraten Sie uns hierzu etwas mehr?

Im Atrium am Eingang Ost entsteht nächstes Jahr die neue LogiMAT-Bühne. Dort finden in bekannter Qualität an den drei Messetagen hochkarätig besetzte Fachforen zu aktuellen Themen auf Kongressniveau sowie Ausstellerbeiträge statt. Dabei haben wir Großes vor. Wir bauen eine 900 Quadratmeter große Arena, die unter Einhaltung der Abstandsregeln noch über 150 Teilnehmern vor Ort Platz bietet.

Sie sagen „vor Ort“. Kann man die Foren auch anderweitig verfolgen?

Fachbesucher, die nicht an allen drei Messetagen in Stuttgart sein können, haben die Möglichkeit, digital von jedem Ort der Welt dabei zu sein. Wir streamen das Programm aus Vorträgen und Diskussionsrunden live. Hier arbeitet mein ganzes Team mit viel Herzblut an einer komplett neuen digitalen Plattform.

Das Herzstück dieses digitalen Zusatzangebotes ist ein hybrides, intelligentes Matchmaking. Aussteller treffen weltweit auf Besucher. Zum einen auf der LogiMAT vor Ort und zum anderen virtuell im Netz. Das garantiert maximale Reichweite. Ein weiterer Baustein für unsere Aussteller sind Netzwerkprofile. In diesen können sie die Interessenten über ihre Leistungen und Lösungen zielgerichtet informieren, um noch besser gefunden zu werden und darüber zusätzliche wertvolle Leads zu generieren.

Die Umsetzung der Plattform ist eine Herausforderung, aber ich bin mir sicher, wir sorgen damit für zusätzliche erstklassige Business-Kontakte und jeder Teilnehmer wird davon profitieren. Wir machen die LogiMAT fit für das digitale Zeitalter und bleiben trotzdem bodenständig und visionär zugleich. Bleiben Sie gespannt!

Das Interview führte 
Tobias Schweikl.

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Seite 12 bis 13 | Rubrik Märkte & Trends