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Nachhaltig anders

Der Trailerhersteller Burg Silvergreen heißt künftig CIMC Silvergreen. Nicht geändert hat sich die besonders auf Umweltschutz ausgerichtete Unternehmensstrategie.

Symbolbild LOGISTRA (Foto: T. Schweikl)
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Redaktion (allg.)

Anderer Name, gleiches Konzept – der neue europäische Trailerbauer Burg Silvergreen hat wenige Monate nach seinem ersten offiziellen Auftritt auf der IAA 2012 in Hannover eine Namensänderung vollzogen und firmiert nun als CIMC Silvergreen. Gegründet wurde das Unternehmen als Kooperation der China International Marine Containers Group (CIMC) und dem belgischen Unternehmer Pieter van der Burg, der mit der belgischen Trailermarke CIMC Burg bereits über langjährige Erfahrungen im Anhängergeschäft verfügt. Die CIMC-Gruppe mit Sitz in Shenzhen, China, ist auf den internationalen Containerhandel spezialisiert, verfügt aber auch über Unternehmensbeteiligungen in der Transport- und Tankbehälterindustrie. Die 1980 gegründete Gesellschaft wird anteilsmäßig von der ebenfalls chinesischen Cosco-Gruppe kontrolliert.
Zu den Gründen für die Namensänderung so kurz nach Markteintritt äußerte sich der Geschäftsführer von CIMC Silvergreen, Mark Meylaers. „Wir möchten eine Verwechslung mit der Trailermarke Burg, die ebenfalls zum CIMC-Konzern gehört, vermeiden“, so der Manager. „In vielen Gesprächen seit der IAA haben wir festgestellt, dass die Abgrenzung zwischen dem neuen Serienhersteller Burg Silvergreen und der eingeführten Marke Burg, die für kundenindividuell gefertigte Trailer steht, nicht eindeutig genug ist.” Außerdem solle durch den neuen Namen die Zugehörigkeit zur weltweit bekannten CIMC-Gruppe herausgestellt und eine künftige Expansion in Richtung USA und Australien erleichtert werden. Die Marke „Burg“ ist dort weitgehend unbekannt.
Die Mannschaft von CIMC Silvergreen setzt sich zu weiten Teilen aus Leuten zusammen, die bereits lange Jahre für den deutschen Trailerbauer Kögel tätig waren, darunter Stefan Oberdörfer als Mitglied der Geschäftsführung und Prokurist sowie Paul Stempfle, Leiter der Produktentwicklung. Das Unternehmen errichtet derzeit im bayrischen Günzburg sein neues Hauptquartier sowie eine neue Anlage zur Trailerfertigung. Diese ist aktuell noch über mehrere Standorte in Europa verteilt. So werden im österreichischen Laa an der Thaya die aus chinesischer Produktion angelieferten Stahlteile zu Trailerrahmen verschweißt und im sogenannten ACC-Verfahren in einem chemischen Tauchbad grundiert. Das Korrosionsschutzverfahren ACC (Autophoretic Coating Chemicals) wirkt im Gegensatz zur ebenfalls bewährten KTL-Tauchlackierung nicht elektrisch, sondern chemisch. Es soll deshalb besser in Hohlräume gelangen und zudem weniger Energie verbrauchen.
CIMC Silvergreen bedient sich in Österreich der Produktionsanlagen des Agrarkipper-Spezialisten Hans Brantner & Sohn Fahrzeugbau. Die Endmontage der Fahrzeuge erfolgt derzeit im niederländischen Pijnacker und im belgischen Bree, soll aber ab Anfang 2014 nach Günzburg übersiedeln, wo dann der Großteil aller Produkte gefertigt werden soll. „Bis hin zur Bodenplatte ist dort alles fertig“, so Oberdörfer. „Wir beginnen nun mit dem Hallenbau und anschließend mit der Einrichtung. Den geplanten Eröffnungstermin sollten wir einhalten können.“
Die Spezialität von CIMC Silvergreen ist der sogenannte klimaneutrale Trailer. In einem ersten Schritt wurde dazu von der Firma Klimaktiv gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH der gesamte Kohlendioxidausstoß ermittelt, der bei der Produktion des Curtainsiders „SG 03“ von der Produktion bis zur Auslieferung an den Kunden anfällt. Experten bezeichnen dies als „Cradle-to-Gate“-Ansatz. Daneben gibt es auch den „Cradle-to-Grave“-Ansatz, also die Berechnung über die gesamte Lebensdauer eines Produktes, von der Herstellung bis zur abschließenden Verwertung.


CO2-Ausgleich

In einem zweiten Schritt kompensiert das Unternehmen diesen sogenannten Carbon-Footprint dann durch die auf solche Projekte spezialisierte Arktik GmbH über die Bezuschussung klimafreundlicher Projekte. So werden etwa in Afrika an die Bevölkerung kostenlos Trinkwasserfilter verteilt. Das soll verhindern, dass zum Abkochen des verschmutzten Wassers Bäume gefällt und verbrannt werden. Laut Stefan Oberdörfer fallen bis zur Auslieferung eines Curtainsiders rund 27,3 t CO2 an, die dann „mit einem Betrag von um die 300 Euro“ ausgeglichen werden. „Das geht voll zu unseren Lasten und wird für den Kunden nicht auf den Verkaufspreis draufgeschlagen“, betont er dabei. Zum Vergleich: Nach Angaben von CIMC Silvergreen fallen bei der Produktion eines aktuellen VW Golf ebenfalls rund 20 bis 25 t CO2 an.
Neben dem bereits erwähnten Planensattelanhänger „SG 03“ bietet CIMC Silvergreen auch noch den Kühlsattelauflieger „SR 03“, das Container-Chassis „SC 03“, den Drehschemel-Wechselverkehrsanhänger „DC 02“ und die dazu passende Wechselpritsche „WG 00“ an. Alle diese Produkte sind in Modulbauweise konstruiert und bestehen aus wechselseitig verwendbaren Komponenten. „Wir können den Trailer nicht neu erfinden“, sagt dazu Entwicklungschef Paul Stempfle. „Aber wir können uns mit cleveren Detaillösungen von der Konkurrenz absetzen.“
Neben dem Versuch, besonders leicht zu bauen, meint er damit unter anderem den neu entwickelten Aluminiumboden, der sowohl im Curtainsider als auch im Reefer und der Wechselbrücke Verwendung findet. Der Boden hat über die gesamte Fahrzeuglänge einige tiefe Rillen, in die stufenlos verschiebbare Halterungen zur Ladungssicherung eingelassen werden können. Beim Curtainsider und der Wechselbrücke ist Stempfle besonders stolz auf sein leichtgängiges Rollensystem für die Plane. „Herkömmliche Rollen verkanten sich leicht, wenn man beim Öffnen etwas schräg zieht. Bei uns garantiert eine zweite Führungsrolle das leichtgängige Öffnen“, so der Entwicklungsleiter.
Bisher wurden nach Unternehmensangaben rund 400 Einheiten verkauft. Rund 2.000 Stück sollen es bis Ende des Jahres aber noch werden. Tobias Schweikl

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