Renault und Opel: Wieder zeitgemäß

Renault und Opel stellen in diesem Frühjahr ihren gemeinsam entwickelten Transporter vor: Bei „Renault Master“ und „Opel Movano“ ist so gut wie alles neu: Motoren, Außen- und Innendesign, Karosserie und Ausstattung.

Symbolbild LOGISTRA (Foto: T. Schweikl)
Redaktion (allg.)

Gut sieben Jahre nach der letzten Überarbeitung haben die Entwicklungspartner Opel und Renault ihre von Grund auf neu entwickelten Transporter angekündigt. Der Marktstart von „Renault Master“ und „Opel Movano“ wird im April sein.
Mit der Neuentwicklung haben sich die beiden Unternehmen reichlich Zeit gelassen, denn die Konkurrenten Ford, Iveco, Mercedes-Benz und Volkswagen hatten ihre neuen Transporter-Modelle bereits vor vier Jahren auf den Markt gebracht. Und seit drei Jahren gibt es bereits neue Transporter von der Zusammenarbeit von Citroën, Fiat und Peugeot. Es handelt sich also um eine reichlich verspätete Modernisierung der Modellpalette. Oder handeln Renault und Opel einfach antizyklisch? Oder kam ­ihnen die Wirtschaftkrise in die Quere? Wie auch immer. Die beiden baugleichen Fahrzeuge Master und Movano unterscheiden sich lediglich in der Gestaltung der Frontpartie, bei kleinen Details des Innenraumdesigns, beim Serienumfang sowie diversen Ausstattungspaketen. Der deutsch-französische Transporter ist in seinen Dimensionen größer geworden, aber vor allem ist die Auswahl gewachsen. Es stehen nun drei Radstände zur Verfügung (3.182, 3.682 und 4.332 Millimeter), drei Dachvarianten, Front- oder Heckantrieb mit Einzel- oder Zwillingsbereifung, Schalt- oder Automatikgetriebe sowie zulässige Gesamtgewichte von 2,8 bis 4,5 Tonnen.
Beim Antrieb wird auf Downsizing gesetzt: Mit kleineren, aber dank Turboaufladung leistungsstarken Dieselmotoren. Exklusiv für den Master/Movano wurde der neue 2.3 dCi-Common-Rail-Turbodiesel entwickelt. Es gibt ihn in drei Leistungsstufen, mit 74 kW (100 PS), 92 kW (125 PS) und 110 kW (150 PS). Optional ist für alle drei Leistungsstufen ein selbstreinigender Rußpartikelfilter verfügbar, womit die Abgasnorm Euro 5 erfüllt wird.
Das maximale Drehmoment des Motors beträgt 1.250 Nm. Das sind 30 Nm mehr als beim 2.5 dCi-Aggregat aus dem Vorgängermodell. Je nach Antriebsart variiert die Einbauposition des Motors: Mit Frontantrieb wird er quer eingebaut, bei der Version mit Hinterradantrieb dagegen längs in Fahrtrichtung positioniert. Renault spricht davon, dass die neuen Aggregate in den Versionen mit Frontantrieb im Durchschnitt bis zu einem Liter Diesel pro 100 Kilometer weniger konsumieren als im Vorgängermodell. Der Dieseltank fasst 105 Liter, was zu einer maximalen Reichweite von 1.400 Kilometer führen soll. Übersetzt werden Master und Movano entweder von einem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe oder von einem 6-Gang-Getriebe mit automatischer Kupplung. Die Version mit manuellem Getriebe besitzt eine Kontrollleuchte auf dem Armaturenbrett, die einen Gangwechsel empfiehlt und so zu Verbrauchseinsparungen beitragen soll.
Die Nutzlast der 3,5-Tonnen-Version des Transporters variiert je nach gewähltem Modell als Kastenwagen zwischen 994 und 1.684 Kilogramm (mit Frontantrieb) und bis 1.397 Kilogramm (mit Heckantrieb). Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,5 Tonnen klettert die Nutzlast auf bis zu 2.254 Kilogramm. Die kleinste Ladefläche bei der Version mit kurzem Radstand und Flachdach ist 2,58 Meter lang und 1,70 Meter hoch. Die maximale Ladebreite beträgt immer 1,77 Meter. Damit kommt die kleinste Version auf ein Ladevolumen von acht Kubikmetern. Die größte Version erreicht 17 Kubikmeter Laderaum und ist maximal 4,83 Meter lang und 2,05 Meter hoch.
Der Zugang zum Laderaum erfolgt durch weit öffnende Hecktüren (optional bis 270 Grad Öffnungswinkel) und eine im Vergleich zum Vorgängermodell um 17 Zentimeter breitere seitliche Schiebetür. Ab dem mittleren Radstand beträgt die Schiebetürbreite damit 1.270 Millimeter (kleiner Radstand: 1.050 Millimeter). Als Option ist eine zweite Schiebetür auf der linken Seite verfügbar. Am Heck haben die Ingenieure die bereits bekannten asymmetrischen Fenster in den Hecktüren beibehalten.
Die selbsttragende Karosserie gestattet zudem eine niedrige Ladekante – beim Fronttriebler ab 54 Zentimeter, beim Hecktriebler ab 67 Zentimeter (jeweils unbeladen). Der Master mit Hinterradantrieb verfügt zusätzlich serienmäßig über eine Trittstufe am Heck. Die Wartungskosten für Master und Movano haben die Ingenieure deutlich senken können. Beispielsweise ist der Ölwechsel nur noch alle 40.000 Kilometer beziehungsweise alle zwei Jahre fällig. Dies sind 10.000 Kilometer beziehungsweise ein Jahr länger als bislang. Anstelle des Zahnriemens kommt zudem eine wartungsfreie Steuerkette als Nockenwellenantrieb zum Einsatz. Bremsbeläge und Bremsscheiben weisen eine 20 Prozent höhere Lebensdauer auf, und die Kühlflüssigkeit muss erst nach 160.000 Kilometern statt nach 120.000 Kilometern gewechselt werden. Auch der Innenraum ist komplett neu gestaltet. Die Fahrerkabine ist 5,7 Zentimeter länger geworden, was unter anderem der Beinfreiheit zugute kommt. Zudem war der Arbeitskomfort zentraler Verbesserungspunkt. Neben neuen Ablagen und Ausrüstungen, die dem Fahrer seine tägliche Arbeit erleichtern, erhielten der Renault Master und der Opel Movano einen neuen Fahrersitz, der sich an alle Körperformen anpassen soll.
Die Fahrposition wurde in Anlehnung an den Komfort an Bord eines Pkw unter Einbeziehung neuer anthropometrischer Daten entwickelt, die aktuelle Analysen von Größen- und Gewichtsdaten der Bevölkerung berücksichtigen. Der Sitz wurde niedriger angeordnet und bietet einen weiteren Längeneinstellungsbereich – damit sollen auch sehr groß gewachsene Fahrer komfortabel sitzen. Dazu trägt zusätzlich auch die höhenverstellbare Lenksäule bei. Der Komfort des Sitzes selbst wurde mit ergonomischeren Schaumstoffen, integrierten Armlehnen sowie einer einstellbaren Lendenwirbelstütze (optional auch mit gefedertem Fahrersitz) verbessert. Auch für die Nutzung des Transporters als mobiles Büro haben Renault und Opel jetzt einiges zu bieten: In die Beifahrerdoppelsitzbank wurde eine schwenkbare Arbeitsfläche integriert. Sie kommt durch das Umklappen der mittleren Rückenlehne zum Vorschein. Zudem ist die Arbeitsfläche um 30 Grad zum Fahrer drehbar und eignet sich damit zum Arbeiten am Laptop oder Ausfüllen von Dokumenten. Ergänzt wird das mobile Büro zudem durch ein ausziehbares Klemmbrett, das griffbereit über dem Radio in der Armaturentafel integriert ist. Die Liste der Extras umfasst beim Master unter anderem folgende Dinge: Differenzialsperre,­ aktives Kurvenlicht, eine neu konzipierte Klimaanlage oder Klimaautomatik, beheizbare Sitze, Rückfahrkamera sowie das Navigationssystem Carminat TomTom mit IQ-Route. Bei Opel werden acht Ausstattungspakete angeboten, zum Beispiel das „Office“-, „Lightning“- oder „Komfort“-Paket. Auch ein Ladungssicherung-Paket soll zur Wahl stehen.
Für die aktive Sicherheit wird der Transporter serienmäßig mit einem Frontairbag für den Fahrer ausgestattet. Ein Frontairbag für den Beifahrer sowie Seitenairbags sind als Option erhältlich.
Für die passive Sicherheit sorgt serienmäßig bei Versionen mit Heckantrieb das adaptive Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), das abhängig von der Beladung in Aktion tritt. Darin integriert ist zudem die Antischlupfregelung (ASR). Bei sämtlichen Modellen gehören auch ABS und Bremsassistent zur Serienausstattung. Über Verkaufspreise wurde zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts bekannt. Auch ob und wann Nissan, die mit ihrem Transporter „Interstar“ bisher an der Master/Movano-Baureihe partizipierten, das neue Fahrzeug in sein Programm aufnimmt, steht derzeit nicht fest. Auf Anfrage der LOGISTRA Fuhrpark ließ Nissan lediglich verlautbaren, dass der Interstar bis auf weiteres in seiner jetzigen Form weiterverkauft wird.

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Autor:

Thomas Pietsch

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