Evum aCar: Der elektrische Bonsai-Unimog will endlich durchstarten

Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Seit 2021 ist er bereits auf dem Markt, doch richtig im Straßenbild etabliert hat sich der clevere, elektrische Bonsai-Unimog bisher nicht. Zu unbekannt die Marke, zu exotisch das Konzept. Dabei hat das leer 1,5 Tonnen leichte und mit 4,08 Meter Länge, bei zwei Meter Breite und Höhe noch recht kompakte Elektro-Nutzfahrzeug jede Menge auf dem Kasten, respektive auf der Pritsche: 1.100 Kilo Fracht zum Beispiel, bis zu 1,5 Tonnen Anhängelast oder eine riesige Ladefläche mit Platz für zwei Paletten. Zudem ist eine XL-Version erhältlich.

Die 2x10 kW-Motoren (26 kW Peak) in dem bewusst einfach gehaltenen 48-Volt-Allrad-System sorgt für völlig ausreichenden Vortrieb in zwei Modi Eco und Work. Höchsttempo 70 km/h genügt für die angepeilte Anwendung völlig. Und eine Reichweite von 120 Kilometer sowieso, mit dem "großen" Akku. Der hat statt 16 auch nur 23 kWh Kapazität, was Ressourcen schont, die Kosten senkt und die Nutzlast erhöht. Entspricht einem Verbrauch von 18 bis 23 kWh/100 km.

Das funktionale Interieur wartet mit Schiebefenstern und einer auf mit Handschuhen bedienbaren Tastergalerie auf, in der mittig das Handy Platz findet und oberhalb ein knackscharfes Display die nötigen Infos liefert. Cool auch die dünnen Rohre mit Bowdenzug, unverwüstliche und stets griffbereite Türöffner. Zudem gibt es viel Platz an Schultern und Scheitel, tollen Durchstieg und ordentliche Sitze - und natürlich eine erhabene Aussicht, mit dem Nachteil eines etwas hohen Zustiegs. Ein bisschen MOG-mäßig eben.

 
Ist er nicht süß, der Kleine: So viel weniger als ein großer Unimog packt der grüne Floh gar nicht. | Foto: J. Reichel
Ist er nicht süß, der Kleine: So viel weniger als ein großer Unimog packt der grüne Floh gar nicht. | Foto: J. Reichel
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Mithin alles, was ein kleiner Truck als wendiges urbanes Arbeitstier braucht. Dazu garniert der Hersteller, einst aus einem Studienprojekt für Schwellenländer an der TU München bei Fahrzeugtechnik-Professor Markus Lienkamp hervorgegangen, günstige Preise: Ab 31.490 geht es los - und im Betrieb soll das aCar erst richtig sparen. Ein Drittel der Kosten eines ähnlichen Verbrenner-Konzepts mit Diesel, kaum Energiekosten, minimaler Service und Wartung, kaum Versicherung und eine 5-Jahres-Garantie mit 150.000 km Laufleistung, wobei der mild am Haushaltsstecker oder am Starkstrom mittels externem Ladegerät bei dann 6 kW binnen zwei bis drei Stunden auf 80 Prozent geladene Akku 2.500 Ladezyklen garantiert aushält. Mit 13,50 Euro soll man summa summarum auf 100 Kilometern klarkommen.

Optional gibt es bei den 300 Händlern in Europa LED-Rundumleuchten, eine Servolenkung, Rückfahrwarner, eine externe Steckdose mit 3 kW Dauerleistung, Werkzeugkiste, Unterfahrschutz, Ablagenpaket, eine Bioethanol-Heizung oder Weitwinkelspiegel. Dann sieht der innen erstaunlich geräumige, solide und maximal funktional gestaltete Mikro-Mog fast aus wie der große Bruder, der beim Händlerlaunch in der Motorworld München passend daneben parkiert wurde. Nur braucht der halt maximal die Hälfte an Platz. Und fährt "made in Bavaria" mit einer recycelbaren und kratzfesten Kunststoffkarosserie grün und leise durch Stadt, Land, Park.