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Gespann-Test VW ID. Buzz Pro: E-Bulli zieht bullig - und effizient

Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Auch mit Anhänger überzeugte unser Testwagen des VW ID. Buzz Pro: Mit einem handelsüblichen 750-Kilo-Koffer von Humbaur gingen wir auf Alpencross von München nach Innsbruck. Und können eigentlich nur gutes berichten, vor allem aber: Der Verbrauch hält sich auch mit Anhänger im sehr maßvollen Rahmen. Mit 24,4 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten und 22,5 kWh/100 km im Betrieb legte das mit maximal 90 km/h gefahrene Elektro-Gespann einen astreinen Wert hin.

Übrigens exakt der Wert, den wir auch auf der VM-Testrunde, hier mit "schnellem" 120-km/h-Autobahnteilstück ermittelten. Scheint, dass sich flottere Fahrt oder moderater Anhängerbetrieb "nichts schenken", verbrauchstechnisch. Von der dank guter Effizienz ladepause-freien Trailerfahrt jedenfalls war die Hälfte der Kilometer Autobahnbetrieb, die andere Hälfte Landstraße, inklusive der starken Steigung respektive Gefälle des Zirler Bergs ins Inntal. Dabei bewährte sich die heckgetriebene "Elektro-Zugmaschine" aus Hannover in mehrfacher Hinsicht.
 

 
Länger als ein Model 3 misst der ID. Buzz nicht, sodass wir auch einen guten Parkplatz fanden, sogar mit Hänger. Dank top Wendekreis manövriert man auch leicht in und aus Parklücken. | Foto: J. Reichel
Länger als ein Model 3 misst der ID. Buzz nicht, sodass wir auch einen guten Parkplatz fanden, sogar mit Hänger. Dank top Wendekreis manövriert man auch leicht in und aus Parklücken. | Foto: J. Reichel
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Die Traktion war natürlich top mit dem Heckmotor, die 310 Nm aus dem Stand lassen andere Verkehrsteilnehmer noch immer staunend zurück (wenn es denn sein muss). Leistungsmäßig hätte der Buzz hier jedenfalls überhaupt kein Problem, auch mehr als die erlaubten 1.000 Kilogramm zu verfrachten. Die Fortbewegung bleibt auch mit Fracht am Haken äußerst mühelos und locker. Allerdings ist das Gesamtzuggewicht auf 4.000 Kilogramm limitiert. Mal sehen, ob da mit dem langen Buzz noch mehr geht: 1.500 Kilogramm sollten es eigentlich schon sein, bei einem Bulli.

Bergab hilft dann die Rekuperation sehr - und teils so stark, dass man mit dem Schaltknubbel am Lenkstock eine innige "On-Off-Beziehung" eingeht, um nicht entweder zu langsam oder zu schnell zu sein. Hier wäre eine feinere Abstufung, wie beim Lkw-Retarder oder vielen anderen E-Autos hilfreich. Ebenso übrigens wie der One-Pedal-Drive bis zum Stillstand. Auch mit Anhänger besticht der exzellente Wendekreis und macht das Rangieren wirklich leicht. Die Spiegel sind für einen schmalen Trailer ausreichend groß. Lässig ist übrigens auch die Lösung mit der per Taste ausklappbaren Kupplung - und optisch sehr elegant. Raffiniert integriert ist auch der Stecker ins Kugelkopfdesign, sodass etwaiger Kabelsalat am Heck der Vergangenheit angehört.

Eine Bank ist aber auch das Fahrwerk: Den teilbeladenen Trailer spürt man kaum am Haken des Elektro-Vans, das typische Rupfen, Absinken in die Federn, Fehlanzeige. Kein Wunder, die Zugmaschine wiegt ja leer schon knapp 2,6 Tonnen. Insofern "spurt" der Hänger dann auch brav, folgt stoisch dem Zugfahrzeug und bringt auch bei Seitenwind die ganze Fuhre nicht aus der Ruhe. Mit 13 Prozent Rest schlugen wir also an der heimischen AC-Ladesäule wieder an, gut 60 Kilometer blieben noch in Reserve, nach 294 Kilometern, von denen 278 komplett im Hängerbetrieb absolviert wurden. Wir finden, das kann sich sehen lassen - oder ziehen ...

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