Zum Beispiel VW Nutzfahrzeuge: Wie man den Service in der Corona-Krise und bei Kurzarbeit aufrecht erhält

Johannes Reichel

Der Transporterhersteller Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) hält bei seinen bundesweit über 1.500 Servicepartnern den Betrieb im Zeichen der Corona-Krise aufrecht. So würden trotz der Covid-19-Pandemie fast 100 Prozent der Partnerbetriebe von VWN weiterarbeiten. Speziell für Polizei, Feuerwehr, Notärzte, aber auch für Pflegedienste seien uneingeschränkt einsatzfähige Fahrzeuge besonders essentiell. Ein Blick hinter die Kulissen bei Gessner & Jacobi in Hannover-West.

Eigentlich läuft in der Werkstatt des Nutzfahrzeug Zentrums Hannover- West des hannoverschen Volkswagen-Händlers Gessner & Jacobi alles wie immer. Der Caddy eines Pflegedienstes und ein Notarzt-T6, auf der Hebebühne – Service- und Wartungsarbeiten. Eigentlich alles normal. Eigentlich.

„Wir haben die relevanten Kunden, von Pflegedienst bis zum Notarztwagen, Taxen und kleine Gewerbetreibende jeden Tag hier in der Werkstatt“, erklärt Dagmar Jacobi, Service- und Geschäftsleiterin.

Zehn Mechaniker und Azubis und drei Serviceberater kümmern sich um die Kunden, aber in Zeiten von Corona doch anders als gewohnt, so Dagmar Jacobi: „Mit einem leeren Werkstattplatz zwischen den Fahrzeugen und nicht mehr Schulter an Schulter wie früher, sondern mit dem geforderten Abstand und zusätzlichen Hygienemaßnahmen.“

Privatkundengeschäft rückläufig, dafür Gewerbe und Behörden

Während das Privatkundengeschäft des Autohauses stark zurückgeht, sind die Gewerbe- und Behördenkunden mit allen Einsatzfahrzeugen ununterbrochen unterwegs. Da muss die Werkstatt des Nutzfahrzeug Zentrum Hannover-West in zwei Schichten ran - trotz Kurzarbeit. Dagmar Jacobi: „Wir haben für alle Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet, und alle Abteilungen haben wir in zwei getrennte Teams aufgeteilt, die einen über den anderen Tag jeweils mehr als neun Stunden arbeiten. So gewährleisten wir die Betriebsfähigkeit. Auch der Betriebsrat hat dieser Maßnahme zugestimmt“.

Trotz Kurzarbeit: Rollierendes System stellt Service sicher

Team Rot arbeitet Montag, Mittwoch und Freitag, Team Blau Dienstag, Donnerstag und Samstag – und in der kommenden Woche dann anders rum. Das rollierende System schützt zudem zusätzlich die Gesundheit aller Mitarbeiter. Eine Situation, die viel Flexibilität verlangt. Sowohl von den Beschäftigten, die sich um ihre Familie und um ihren Job sorgen, als auch von den Geschäftsführern, die das wichtige Behördengeschäft und den wesentlichen Kundenservice auf jeden Fall aufrecht erhalten wollen.

Persönliche Kontakte zu Einsatzkräften

Dagmar Jacobi: „Viele unserer Kunden haben unsere persönlichen Handynummern, die Nummern der Meister und Mechaniker. Wir sind 24/7 für unsere Kunden da. Also: Polizei, Feuerwehr, Johanniter, Rotes Kreuz, Klinikum und alle anderen Organisationen und Kunden können sich uneingeschränkt weiterhin auf unsere Teams verlassen. Alle können über Mobilfunknummern oder unserem Notdienst jederzeit schnelle Hilfe für ihren Fuhrpark anfordern. Sollte es erforderlich sein, so arbeiten wir auch am Sonntag! Nur dank der Flexibilität unserer Mitarbeiter ist es uns möglich, diesen Service auch weiterhin aufrecht zu erhalten.“

„Wir halten nach Möglichkeit und unter Berücksichtigung der behördlichen Regeln alle 1.500 Servicewerkstätten unserer Vertragspartner in Deutschland offen", meint Heinz-Jürgen Löw, VWN-Vorstand für Vertrieb und Marketing.

Auch die Teileversorgung sei aus den sieben regionalen Vertriebszentren heraus sichergestellt. Polizei, Feuerwehr, Notärzte, Energieversorger, Pflegedienste und kommunale Dienste bildeten mehr denn je das Rückgrat unserer Gesellschaft, lobt der Manager. Und verknüpft dies mit einem Dank an alle Servicepartner in Deutschland, die mit ihrem Einsatz ihren Teil zur Bewältigung der Krise leisteten, "Und natürlich allen Helfern und Menschen, die jeden Tag für uns alle darum kämpfen, dass die Pandemie eingedämmt wird“, vergisst Löw nicht zu ergänzen.