2. Nationale Radlogistik-Konferenz: Den Rückenwind nutzen

Die Trendbranche versammelt sich zur zweiten Konferenz der Radlogistiker und will das Thema mit Online-Boom und Pandemie pushen. Bis 2030 soll 20 Prozent der City-Logistik per Cargobikes laufen - mindestens.

Auf die Räder, fertig, los! Der Radlogistikerverband ist zuversichtlich, dass sich die Pandemie-Lage bis Ende September entspannt und einem zweiten Treffen nichts im Wege steht. Es käme zur rechten Zeit: Die Branche boomt wie nie zuvor. | Foto: RLVD
Auf die Räder, fertig, los! Der Radlogistikerverband ist zuversichtlich, dass sich die Pandemie-Lage bis Ende September entspannt und einem zweiten Treffen nichts im Wege steht. Es käme zur rechten Zeit: Die Branche boomt wie nie zuvor. | Foto: RLVD
Johannes Reichel

Der Radlogistikverband Deutschland (RLVD) hat die zweite Auflage der Nationalen Radlogistik-Konferenz für Herbst angekündigt. Vom 28. bis 29.9. wollen die Fachleute der Branche nach dem Auftakt in Berlin 2019 diesmal in Frankfurt am Main dabei die aktuellen Entwicklungen in dem boomenden Segment diskutieren. Die Radlogistik gewinne in der Pandemie weiter an Bedeutung. "Gerade in Zeiten von wachsendem Online-Handel und Corona-Pandemie entlastet emissionsfreie Radlogistik die Innenstädte und trägt zum Klimaschutz bei. Für den krisengebeutelten Einzelhandel bietet die Radlogistik neue Vertriebsmöglichkeiten durch innovative Same Day Delivery-Angebote", plädieren die Organisatoren.

Wesentlich unterstützt werden die Organisatoren dabei vom grün geführten hessischen Verkehrsministeriums. Logistikkonzepte mit modernen E-Lastenrädern hätten ein großes Potential im urbanen Lieferverkehr. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) erwartet von der Konferenz einen Impuls für den klimafreundlichen Gütertransport. Man beobachte immer mehr Konflikte in den Innenstädten.

"Wenn Fußgänger, Radfahrer, Lieferdienste und der motorisierte Verkehr um den knappen Straßenraum konkurrieren, dient das weder der Sicherheit noch der Aufenthaltsqualität. Dabei gibt es bereits innovative Konzepte. Die Radlogistik-Konferenz verschafft ihnen Sichtbarkeit", wirbt der Grünen-Politiker.

Weitere Konferenzpartner sind die Stadt Frankfurt am Main und die Frankfurt University of Applied Science. Für Klaus Oesterling, Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt am Main zeigten sich gerade auf der letzten Meile die Auswirkungen des Lieferverkehrs, was den Schadstoff- und CO2-Ausstoß, aber auch den Verkehrsfluss betreffe.

"Die Städte benötigen dringend flexiblere Lösungen, die zu mehr Nachhaltigkeit in der Transportlogistik führen. Deshalb blicken wir mit Spannung auf die Radlogistik-Konferenz.“

Für Professor Dr. Dennis Knese von der Frankfurt University of Applied Science gehört die wissenschaftliche Unterstützung der Konferenz sogar zum Forschungsauftrag. Er sieht in der Radlogistik einen zentralen Baustein, um urbanen Güterverkehr in Zukunft ökologisch und ökonomisch nachhaltiger zu gestalten. Am neuen Lehrstuhl für Radverkehr hat man die Radlogistik deswegen als Forschungsschwerpunkt installiert. Aus Sicht des RLVD-Vorsitzenden und Cargobike-Logistiker Martin Schmidt benötige Radlogistik andere Infrastruktur und Konzepte als klassische Logistik."Politik und Kommunen müssten dafür die richtigen Rahmenbedingungen setzten.

"Wir Radlogistiker müssen zeigen was wir brauchen und was wir leisten können. Wir freuen uns deswegen auf die Kooperation mit dem hessischen Verkehrsministerium und auf den Konferenzort Frankfurt am Main mit seinen spannenden Radlogistik-Akteuren", erklärte Schmidt.

Der Verband verweist zudem auf zwei Veröffentlichungen der jüngsten Zeit, die den aktuellen Stand widerspiegeln. So wurde jüngst RLVD Verhaltenskodex für gewerbliche Lastenräder und Gespanne im Straßenverkehr veröffentlich. Damit wolle der Verband dazu beitragen, dass große Lastenräder nicht zu einer Belastung für andere/schwächere Verkehrsteilnehnmer*innen werden, wie es heißt. Zudem hat man im Branchenreport Radlogistik einen Lagezusammenfassung geliefert über die Dienstleistungen der 100 Radlogistikunternehmen mit ihren 2.600 Beschäftigten und 76 Mio. Euro Umsatz. LOGISTRA fungiert erneut als Medienpartner der Konferenz.

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