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22 Goupil G6 im Einsatz: Stadtreinigung Freiburg fährt elektrisch

Der Entsorger Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) nimmt 22 neue vollelektrische Pritschenfahrzeuge mit Kipper von Goupil in Betrieb.

Die vollelektrisch angetriebenen Goupil G6 gehören jetzt zur emissionsfreien grün-weißen Fahrzeugflotte der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg. Fotos: ISEKI-Maschinen GmbH
Die vollelektrisch angetriebenen Goupil G6 gehören jetzt zur emissionsfreien grün-weißen Fahrzeugflotte der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg. Fotos: ISEKI-Maschinen GmbH
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Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Daniela Sawary-Kohnen)

Bereits im nächsten Jahr will das Geschäftsfeld Stadtreinigung des in kommunaler und teilweise privater Hand befindlichen Unternehmens seinen gesamten Fuhrpark geräusch- und schadstofffrei betreiben. ASF-Geschäftsführer Michael Broglin das Klimaschutzprojekt „Emissionsfreie Stadtreinigung“:

„Wir haben uns relativ früh das Ziel gesetzt, unsere Fahrzeuge auf klimafreundliche Antriebstechniken umzustellen, um unsere Logistikdienstleistung so umweltschonend wie möglich zu erbringen.“

Bereits 2017 sei die erste batterieelektrische Straßenkehrmaschine in Deutschland zum Einsatz gekommen, und bis 2035 solle das gesamte Unternehmen klimaneutral sein. Broglin:

„Die großen Nutzfahrzeuge im Abfallsammelbereich wollen wir bis 2030 auf Brennstoffzellenbetrieb umgestellt haben.“

Zusätzlich habe das Entsorgungsunternehmen 19 elektrische Lastenfahrräder, sogenannte Gässleflitzer, im Einsatz. Die Stadt Freiburg, die bis spätestens 2050 Klimaneutralität erreicht haben will, sei bereits heute mit dem größten Fuhrpark umweltfreundlich angetriebener Sammelfahrzeuge bundesweiter Vorreiter, hieß es.

Anfang mit StreetScootern

Bislang fuhren mit Schaufel und Besen ausgestattete Handreinigungsteams mit konventionellen Pritschenwagen in die Reinigungsbezirke. Werkstattleiter Thomas Ehrenfelder, zuständig auch für Fahrzeugbeschaffung:

„2019 sind dann die ersten elektrisch angetriebenen StreetScooter dazugekommen.“

Nach Einstellung der StreetScooter-Produktion habe man nach Alternativen gesucht. Bei einer Dienstreise nach Dortmund hat dann der Geschäftsführer selbst zufällig beim Gang durch die Innenstadt einen Goupil gesehen. Broglin:

„Hinter mir bemerkte ich ein Fahrzeug, das ich überhaupt nicht gehört habe.“

Er habe sich beim Fahrer erkundigt und nur Positives zu hören bekommen. In der Folge sei der Einkaufsleiter beauftragt worden, Kontakt mit dem Generalimporteur Iseki aufzunehmen.

Fakten: Der E-Transporter Goupil G6

Der Elektro-Transporter Goupil G6 mit einer Brutto-Nutzlast von bis zu 1,15 Tonnen und einer Mindestreichweite gemäß Testverfahren WLTP von 150 Kilometern habe den Vorstellungen der ASF entsprochen.

Mit einer elektrischen Leistung von 28,8 kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern ist er für sämtliche Stadtreinigungsaufgaben in der südlichsten Metropole Deutschlands gut motorisiert. Die kompakten Abmessungen von 1,70 Meter Breite und 4,80 Meter Länge machten den G6 selbst in engen Straßenzügen zum wendigen Fahrzeug.

Durch die Beschaffung der 22 Goupil seien jetzt insgesamt 25 grün-weiße vollelektrische Fahrzeuge mit einem 50 Mann starken Reinigungsteam unterwegs, um Freiburgs Straßen, Rad- und Gehwege, Spielplätze, Grünflächen und Unterführungen sauber zu halten sowie Papierkörbe zu leeren. Brennpunkte wie die Altstadt reinige die ASF mehrfach am Tag, selbst an Wochenenden. Thomas Ehrenfelder:

„Dass wir unser Ziel der Klimaneutralität im Stadtreinigungsbereich bis 2025 bereits zu 79 Prozent erreicht haben, ist zu einem großen Teil auf die Goupil-Transporter zurückzuführen.“

Günstiges Laden

Neben dem emissionsfreien und geräuscharmen Antrieb sowie der Rückgewinnung von Energie beim Bremsen habe die ASF insbesondere die verfügbare Reichweite überzeugt, heißt es. Die Erfahrungen mit batterieelektrischen Fahrzeugen hätten darüber hinaus gezeigt, dass sie gegenüber konventionellen auch bei den Betriebskosten von Vorteil seien. Ehrenfelder:

„Aufgrund großflächiger Photovoltaik-Anlagen auf unserem Betriebsgelände können wir die Fahrzeuge günstig laden. Zusätzlich spüren wir eine Entlastung bei den Wartungskosten, insbesondere aufgrund des geringeren Verschleißes einzelner Fahrzeugteile.“

Die Fahrerkabine biete mit insgesamt drei Sitzen einen angenehmen Arbeitsplatz und allen von vergleichbaren Verbrenner-Fahrzeugen bekannten Komfort. Dazu gehörten Multifunktionslenkrad, Klimaanlage, elektrische Fensterheber und klappbare Außenspiegel, ein digitales Armaturenbrett mit 10 Zoll großem Display zur Anzeige sämtlicher Funktionen und Informationen sowie ein Multimedia-System und LED-Leuchten.

12,8 Tonnen CO2 einsparen

Das Projekt „Emissionsfreie Stadtreinigung“ soll insgesamt zu einer Gesamteinsparung von 12,8 Tonnen CO2 führen. Geschäftsführer Broglin sieht die öffentlichen und halböffentlichen Unternehmen in einer Vorbildfunktion:

„Wenn wir es nicht schaffen, auf klimafreundliche Antriebstechniken umzustellen, dann glaube ich nicht, dass es überhaupt funktionieren wird“.

Er freue sich über die bundesweite Resonanz und das Interesse vieler Unternehmen an dem Freiburger Weg.

„Ich hoffe, dass wir als Modellfall dienen und es genügend Nachahmer gibt. Nur so kann die Transformation bundesweit gelingen.“

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