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Abgasemission: Mann+Hummel versieht StreetScooter mit Filter

In einem Pilotprojekt gehen fünf der Lieferfahrzeuge mit einem aktiven Feinstaubfilter in den Feldtest, die emissionsneutral fahren sollen, auch im Hinblick auf Reifen-, Brems- und Straßenabrieb.
Gefiltert: Auch Elektroautos stoßen durch Reifen- oder Bremsabrieb Feinstaub aus, den Spezialanbieter MANN+HUMMEL filtern will. Damit entstünde ein emissionsneutrales Fahrzeug. | Foto: MANN+HUMMEL
Gefiltert: Auch Elektroautos stoßen durch Reifen- oder Bremsabrieb Feinstaub aus, den Spezialanbieter MANN+HUMMEL filtern will. Damit entstünde ein emissionsneutrales Fahrzeug. | Foto: MANN+HUMMEL
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Johannes Reichel

Der Ludwigsburger Filtrationsspezialist MANN+HUMMEL hat einen Feinstaubpartikelfilter entwickelt, mit dem jetzt in Ludwigsburg das weltweit erste "emissionsneutrale" Fahrzeug vorgestellt worden ist. "Auch Fahrzeuge mit Elektroantrieb sondern über Reifen-, Brems- und Straßenabrieb Feinstaub ab, sind also nicht emissionsfrei", skizziert der Anbieter zum Hintergrund. Durch den Einsatz des Filters sei die Gesamtbilanz des Fahrzeuges im Hinblick auf den Feinstaubausstoß neutral. Der Feinstaubpartikelfilter soll so viele Staubpartikel aufnehmen wie beim Fahren durch Reifen-, Bremsen- und Straßenabrieb entstehen. Die Filtermodule werden zunächst in fünf StreetScooter-Testfahrzeugen verbaut, die ab sofort in deutschen Innenstädten in Dienst gehen. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, sei ein serienmäßiger Einsatz des Feinstaubfilters möglich.

Der Feinstaubpartikelfilter ist mit einem aktiven Filtersystem ausgestattet. Hinter dem Filter sind Ventilatoren eingebaut, die dem Filter Luft aus der Umgebung zuführen. Somit sind die Fahrzeuge auch im stehenden Betrieb in der Lage, Feinstaub aus der Umgebungsluft heraus zu filtern. Der Einbauort am Unterboden auf Höhe der Hinterachse erhalte den Laderaum, zudem fände sich hier die höchste Feinstaubkonzentration in der Fahrzeugumgebung. Die Feinstaubpartikelfilter sind mit Sensoren ausgerüstet, um die Effizienz der Systeme durch ein Online-Monitoring zu überprüfen. Informationen über die Filtrationsleistung, die gereinigte Luftmenge, die Feinstaubkonzentration sowie Wetterdaten würden erfasst, in einer Cloud zusammengeführt, durch eine Webschnittstelle dargestellt und von den Filtrationsexperten ausgewertet.

"Immer mehr Menschen an unseren Standorten von Ludwigsburg über Bangalore und Schanghai leiden an den Folgen der Luftverschmutzung und wer, wenn nicht wir als Filtrationsexperten, sollte das Thema anpacken?", beschreibt Alfred Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung von MANN+HUMMEL, die Motivation hinter dem Projekt. An die Adresse der Politik appellierte Weber, der Gesetzgeber solle sich darauf konzentrieren, Grenzwerte vorzugeben und deren Einhaltung zu überprüfen. Dann aber solle man es der Wissenschaft und der Industrie und deren Entwicklern überlassen, wie das Problem zu lösen und der Grenzwert einzuhalten sei.

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