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Abgasmanipulation: Ministerium kritisiert TÜV für lasche Prüfungen

Verkehrsminister will vom TÜV wissen, warum falsche Abgaswerte bei VW nicht früher erkannt wurden. TÜV-Nord-Chef weist Vorwürfe zurück: Politik hat das verhindert.
Hausprüfer bei VW: Das Verkehrsministerium wirft dem TÜV Nord - im Bild die Zentrale in Hannover - Prüfversäumnisse vor. Der Verein sieht die Schuld bei der Politik. | Foto: TÜV Nord
Hausprüfer bei VW: Das Verkehrsministerium wirft dem TÜV Nord - im Bild die Zentrale in Hannover - Prüfversäumnisse vor. Der Verein sieht die Schuld bei der Politik. | Foto: TÜV Nord
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Johannes Reichel

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen hat jetzt das Bundesverkehrsministerium dem TÜV vorgeworfen, nicht genau genug geprüft zu haben. Der TÜV-Nord müsse eigene Versäumnisse erklären, er sei schließlich Hausprüfer bei VW gewesen, verlautbarte es laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aus dem Verkehrsministerium. TÜV-Nord-Chef Guido Rettig hatte in einem Interview mit der Welt die Politik verantwortlich gemacht, dass die Manipulationen nicht erkannt wurden. Man habe "jahrelang darauf hingewiesen, dass die Motor-Software Teil unseres Prüfauftrags werden muss - ohne Erfolg", gab Rettig der Welt zu Protokoll. Es sei von der Politik unmöglich gemacht worden, etwa manipulierte Software zu untersuchen. Diesen Vorwurf weist das Bundesverkehrsministerium von sich. Am Dienstag soll der TÜV vor der Untersuchungskommission aussagen, die von Verkehrsminister Alexander Dobrindt eingesetzt worden war. "Wir wollen vom TÜV wissen, wieso die falschen CO2-Werte bei Volkswagen nicht erkannt wurden", verlautbarte aus dem Ministerium.

Generell wurde im Zuge der Abgasaffäre auch die Praxis kritisiert, dass jeder Autohersteller sich die Genehmigungsbehörde sowie die Prüforganisation selbst aussuchen kann. Letztere hätten natürlich ein Interesse an Aufträgen, deutete etwa Gerd Lottsiepen vom ökologisch orientierten Mobilitätsclub VCD vor kurzem gegenüber der SZ an. Bis 2008 war für die Prüfungen das Umweltbundesamt zuständig, was in sogenannten Feldtests passierte, bis der Etat für die unabhängigen Prüfer gestrichen wurde.

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