ABT e-Line glaubt an die Brennstoffzelle im Transporter

Gemeinsam mit Bosch will der E-Mobilitätsspezialist die Entwicklung der Fuel-Cell im Van vorantreiben und sieht Einsatzfelder etwa in der Expresslogistik.

Komplexe Integration: ABT e-Line lanciert einen Fuel-Cell-Antrieb im Van und baute zwei Demonstrator-Fahrzeuge mit Bosch auf. | Foto: ABT e-Line
Komplexe Integration: ABT e-Line lanciert einen Fuel-Cell-Antrieb im Van und baute zwei Demonstrator-Fahrzeuge mit Bosch auf. | Foto: ABT e-Line
Johannes Reichel

Der Kemptener E-Umrüstspezialist ABT e-Line, eine Tochter des Tuning-Anbieters, hat die Entwicklung eines Transporterantriebs mit Bosch-Brennstoffzelle angekündigt. Transporter mit batteriebasierten Elektroantrieben seien nur in gewissen Grenzen eine Alternative, weil die Reichweite imitiert sei und das Nachladen viel Zeit in Anspruch nehme, argumentiert der Anbieter. So seien in der Expresslogistik Tagesetappen von 800 km üblich, ohne Ladestopp seien dafür Batteriegrößen von 300 kWh nötig. Selbst im Pkw-Segment würden maximal 100 kWh verbaut.

„Wir sehen deshalb einen sinnvollen Einsatzbereich der Wasserstoff-Brennstoffzelle in der Langstreckenlogistik“, erklärt Eric Plekkepoel, CEO der ABT e-Line GmbH, einer Tochterfirma der ABT Gruppe.

Man habe bei zwei großen Tier-1-Projekten in den letzten drei Jahren viel Erfahrung bei der Integration von Brennstoffzellenantrieben sammeln. Im nächsten Schritt wurden zwei serienmäßige E-Transporter als Demonstrator-Fahrzeuge mit dieser Technik umgerüstet. Erstmals präsentiert wurden diese auf der IAA TRANSPORTATION in Hannover Ende September, auch für eine Mitfahrt standen die Fahrzeuge bereit. Die Marktnachfrage sei so groß, dass sich die ABT e-Line entschloss, die Serienentwicklung mit Partnern zu starten. Beim Aufbau der Demonstrator-Fahrzeuge haben die Kemptener die Fahrzeugintegration des von Bosch stammenden Brennstoffzellensystems, das Sicherheitskonzept des Gesamtfahrzeugs, den kompletten Fahrzeugaufbau sowie die Straßenzulassung übernommen. Ferner wurde ein 700-bar-Wasserstofftanksystem integriert. Zwei bis sieben Speichertanks können in wenigen Minuten betankt werden. Aufgrund der Fahrzeugarchitektur und der verfügbaren Bauräume hätten die Umbauten eine Herausforderung dargestellt. Allerdings habe man durch die Realisierung des neuen Antriebskonzepts ein Reichweitenplus von mehreren hundert Kilometern erzielt. Das Nachtanken sei jetzt sogar später nötig als bei vergleichbaren Diesel-Modellen.

"Auch wenn die Zukunft der Mobilität aus Effizienzgründen überwiegend batterieelektrisch sein wird, bietet die Brennstoffzelle gerade im Transporterbereich ein enormes Potenzial für Nischenanwendungen. Die wasserstofftypische Energiedichte, die sich mit der aktuellen Batterietechnik bei weitem nicht realisieren lässt, ist hier ein echter USP, wenn es auf Reichweite ankommt. Zudem geht das Nachtanken wesentlich schneller von der Hand als das Aufladen von Batterien. ABTe-Line nimmt bei Brennstoffzellenantrieben die Rolle eines Technologietreibers und Experten für die Konzeption und Umsetzung von marktreifen Kleinserien ein", propagierte der Hersteller weiter.

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