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ADAC Truck Service: Pannenprävention mit erweitertem Werkstattnetz

Anbieter sieht Digitalisierung als Paradigmenwechsel für die Logistikbranche. Um Pannen vorzubeugen und schnell behandeln zu können, wird das Partnerwerkstattnetz ausgeweitet. E-Mobilität bringt weitere Veränderungen.
Smarte Dienste: Der ADAC Truck Service will beim Thema digitale Pannenprävention vorne mit dabei sein und sich als herstellerunabhängiger Dienstleister positionieren. | Foto: ADAC
Smarte Dienste: Der ADAC Truck Service will beim Thema digitale Pannenprävention vorne mit dabei sein und sich als herstellerunabhängiger Dienstleister positionieren. | Foto: ADAC
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Johannes Reichel

Nach der Neuausrichtung seines klassischen Pannenhilfsangebots auf eine dreistufigen Fahrzeugschutz zum Festpreis hat der ADAC Truck Service weitere Pläne bekannt gegeben. So soll im Laufe des Jahres die Zahl der Partnerwerkstätten von derzeit 800 auf 900 Standorte erweitert werden. Außerdem investiert der Dienstleister eine halbe Million Euro in die Einführung eines cloud-basierten CRM-Systems (Customer Relationship Management), das die Wartezeiten für Kunden reduzeiren und die Pannenhilfe beschleunigen soll. Beispielsweise erkenne das System bei einer Pannenmeldung den Anrufer anhand der Rufnummer und stelle dem Bearbeiter alle relevanten Informationen wie etwa die Ausstattung des Lkw oder den Status im Pannenhilfeprozess zu Verfügung, skizziert der Anbieter.

Außerdem will der Truck Service in die sogenannte digitale Pannenprävention investieren, die man als Zukunftsthema sieht. Hier sei man bereits im Trailerbereich mit einem Produkt am Markt, das per selbst entwickelten Algorithmus herstellerübergreifend die Telemetriedaten erfasse. Damit ließen sich dann Handlungsempfehlungen ableiten und Pannen vorbeugen. In einem Praxistest 2016 mit mehr als 1.000 Aufliegern, darunter 430 Kühlauflieger, hätten sich durch frühzeitiges Einschreiten Schäden in Höhe von 200.000 Euro verhindern lassen. Die für die Kühler geschätzte Jahresersparnis durch Pannenprävention von 500 Euro habe man bereits nach drei Monaten erreicht. Für 2017 will man diesen Service auf Reifen und Bremsen am Trailer ausweiten. Der Vorsitzende der Geschäftsführung des ADAC Truck Service Christoph Walter kündigte an, hier bald eine Kooperation mit einem Bremsenhersteller verkünden zu wollen. Generell beklagte der Pannenspezialist, dass noch immer die häufigste Unfallursache Reifenschäden seien, die Ausrüstung mit Reifendruckkontrollsystemen aber immer noch auf niedrigem Niveau liege. Diese sei aber ein Schlüssel auch für die Pannenprävention. Vor allem am Trailer gebe es hier Nachholbedarf, analysierte Walter. "Digitale Pannenprävention ist ein Paradigmenwechsel für die Logistikbranche", prognostiziert Walter. Das sei auch der Hintergrund der Ausweitung des Partnernetzes auf 900 Betriebe. Man wolle bei akut drohenden Pannen sofort entlang der Fahrroute reparieren können, begründete der ADAC-Truck-Service-Chef den Schritt.

Nach seiner Prognose werde am Ende der Digitalisierungsentwicklung stehen, dass Fahrzeuge erst gar nicht mehr in den Pannenfall einträten, sondern etwa mit Notlaufmodus versehen seien und so aus eigenem Antrieb die nächste Werkstatt ansteuern könnten. Diese Entwicklung sei nicht aufzuhalten, erklärte Walter und man wolle sich als Dienstleister in diesen Prozess einklinken. Zu diesem Zweck werde man im Lauf des Frühjahrs mit einem Flottentest mit Lkw mehrerer Hersteller beginnen, bei dem man überprüfen will, welche Daten derzeit überhaupt übertragen würden. Derzeit sei die Ausstattung mit Telemetrietechnik bei Fahrzeugen und Komponenten noch lückenhaft, obwohl das Interesse der Fuhrparkmanager an Pannenpräventionsdiensten groß sei. "Nie wieder Panne, das wird kommen. Wir werden uns in zehn Jahren fragen, warum wir es so lange hingenommen haben, dass Reifen platzen, Lkw brennen oder Ladung im Wert von hunderttausenden Euro wegen eines defekten Kühlaggregats vernichtet werden muss", sagte Walter voraus.

Darüber hinaus beschäftigt sich das Unternehmen sukzessive auch mit den Auswirkungen, die die Zunahme der Elektromobilität für die Branche haben könnte. Die Technik sei hier deutlich weniger komplex und pannenanfällig, die Teilevielfalt liege bei einem Bruchteil, so die Analyse des ADAC-Truck-Service-Chefs. Das schlage natürlich auf das Geschäftsmodell des Pannendienstleisters durch. Im ersten Schritt wappne man sich allerdings auch mit der Ausbildung von Hochvolt-Mechanikern für die neuen Zeiten.

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