Agora-Umfrage: Kommunale Fuhrparks zunehmend elektrisch

Eine Städteumfrage zeigt: Jeder fünfte Pkw in kommunalen Fuhrparks ist elektrisch, weit mehr als sonst in Flotten. Ab 2025 sollten daher nur noch elektrische Pkw angeschafft werden. NRW, BaWü und RP vorn.

Geht doch: Mehr als ein Viertel der Fahrzeuge fahren in der hessischen Landeshauptstadt elektrisch. | Foto: Stadt Wiesbaden/Pro Klima
Geht doch: Mehr als ein Viertel der Fahrzeuge fahren in der hessischen Landeshauptstadt elektrisch. | Foto: Stadt Wiesbaden/Pro Klima
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Wie eine Städteumfrage des Berliner Think Tanks Agora Verkehrswende ergab, verfügt jedes fünfte Auto in den Fuhrparks deutscher Kommunen über einen elektrischen Antrieb. Das sei deutlich mehr als im bundesweiten Pkw-Bestand oder in Unternehmensflotten. Dort liegt der Anteil an Elektroautos, rein batterieelektrisch und hybridelektrisch mit Ladestecker (Plug-in-Hybrid), nur bei 1,8 beziehungsweise 8,6 Prozent. An der Umfrage beteiligten sich 199 deutsche Städte mit insgesamt 4.687 Pkw. Bisher haben sich allerdings nur 13 Prozent der Städte klare Ziele für die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten gesetzt.

„Kommunen können ihre Vorreiterrolle beim Umstieg auf Elektromobilität weiter ausbauen. Ein gutes Ziel wäre es, ab 2025 nur noch elektrische Fahrzeuge zu beschaffen. Wenn Stadtverwaltungen sich zu diesem Ziel verpflichten und ihre Planungen und Prozesse darauf ausrichten, können sie ein deutliches Zeichen für Elektromobilität und Klimaschutz setzen. Sie brauchen dafür aber auch die Unterstützung von Bund und Ländern, vor allem in der Finanzierung, beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und durch verlässliche Rahmenbedingungen“, erklärt Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende.

Finanzierung als größtes Hindernis

Laut Umfrage ist die Elektrifizierung von kommunalen Pkw-Flotten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am weitesten fortgeschritten. Dort liegt der Anteil von Elektroautos bereits bei rund 25 Prozent. Bei der Ladeinfrastruktur schneidet Sachsen-Anhalt mit über sieben Ladepunkten pro Elektroauto am besten ab; im Durchschnitt liegt dieser Wert bei 2,2. Drei Viertel der Städte haben bereits Ladeinfrastruktur aufgebaut. Auf jede Stadt kommen im Mittel sechs Ladepunkte.

Unter den wenigen Städten, die konkrete Ziele für die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten festgelegt haben, sind einzelne, sowohl kleine als auch große, die bereits bis 2025 vollständig auf Elektrofahrzeuge umstellen wollen. Das größte Hindernis sehen die befragten Kommunen in den Anschaffungskosten. Entsprechend schätzen sie finanzielle Unterstützung als hilfreichste Maßnahme ein. Vorbehalte gegenüber der Technologie sind dagegen kein Problem. Nach Einschätzung der Stadtverwaltungen ist die Akzeptanz unter denen, die die Elektroautos fahren, zu fast 80 Prozent gut oder sehr gut.

 

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