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Alkohol bei Lkw-Fahrern: Speditionsverband fordert Konsequenzen

Bei einer Parkplatzkontrolle in Hessen Ende Januar hatte jeder sechste Lkw-Fahrer Alkohol getrunken. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fordert nun mehr Kontrollen.

Mehr Alkoholkontrollen bei Lkw-Fahrern wünscht sich der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). | Bild: BAG
Mehr Alkoholkontrollen bei Lkw-Fahrern wünscht sich der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). | Bild: BAG
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Tobias Schweikl

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. hat sich zusammen mit seinem hessischen Landesverband für regelmäßige Alkoholkontrollen bei Lkw-Fahrern ausgesprochen. Die Kontrollen der Polizei und des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) müssten auch effektiver werden. Es bräuchte dazu eine bessere personelle Ausstattung für die Kontrollbehörden.

Nötig wären häufigere Kontrollen mit dem Ziel, die Einhaltung von Sozialvorschriften, das manipulationsfreie Betreiben von sicherheitstechnischen Einrichtungen, die Sicherung der Ladung sowie den Alkoholpegel des Fahrers zu prüfen. Die Entdeckungswahrscheinlichkeit zur Abwendung und Ahndung von Fehlverhalten im Straßenverkehr solle deutlich erhöht werden, so der BGL.

Anlass der Stellungnahme waren in den Medien dargestellte Ergebnisse von situativ durchgeführten sonntäglichen Alkoholkontrollen auf Rastplätzen entlang der Fernverkehrsstrecken. Ende Januar hatten rund 250 Polizisten auf hessischen Parkplätzen rund 1.200 Lkw-Fahrer kontrolliert. 190 von ihnen hatten Alkohol getrunken. Bei 79 von ihnen habe der Atemalkoholtest einen Wert von über 0,5 Promille angezeigt. Unter den Fahrzeugen war auch ein Gefahrguttransporter, der Salpetersäure geladen hatte. Der Fahrer hatte rund 1,5 Promille Alkohol in der Atemluft.

Dem BGL zufolge machen die Alkoholkontrollen die Folgen eines „in der Europäischen Union, in Deutschland und auch in Hessen seit Jahren geduldeten Sozialdumpings“ sichtbar. Osteuropäische Transportunternehmen übernehmen aufgrund niedrigerer Lohn- und Sozialkosten immer mehr Transporte in Westeuropa. Viele Lkw-Fahrer aus Osteuropa sind deshalb wochen- oder auch monatelang in ganz (West-)Europa unterwegs, ohne die Möglichkeit zu haben, nach Hause zu ihren Familien zu kommen. Der Alkoholkonsum dieser Fahrer sei auch Ausdruck inhumaner Arbeitsbedingungen, so der BGL.

Eine Verbesserung der Lebenssituation für Lkw-Fahrer aus Osteuropa wäre die Festschreibung einer Heimkehrpflicht für Lkw-Fahrer nach spätestens vier Wochen Einsatzzeit durch das EU-Mobilitätspaket, so der Verband.

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