Alternative Antriebe: Volvo Trucks stellt LNG-Modelle vor

Schwedischer Hersteller präsentiert den FH und FM als LNG-Versionen, die mit Erdgas oder verflüssigtem Erdgas betrieben werden können und bis zu 1.000 km Reichweite bei deutlich reduzierten CO2-Emissionen bieten.
Geben jetzt auch Gas: Volvo Trucks tut es Iveco gleich und glaubt jetzt auch an den LNG-Antrieb in Fernverkehrs-Trucks seiner Baureihen FH und FM. | Foto: Volvo Trucks
Geben jetzt auch Gas: Volvo Trucks tut es Iveco gleich und glaubt jetzt auch an den LNG-Antrieb in Fernverkehrs-Trucks seiner Baureihen FH und FM. | Foto: Volvo Trucks
Johannes Reichel

Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo Trucks konkretisiert seine Ankündigung, den Antrieb mit verflüssigtem Erdgas sowie Biomethan forcieren zu wollen und hat seine zwei Fernverkehrs-Modelle FH und FM jetzt mit dem alternativen Antrieb vorgestellt. Die neuen schweren Lkw sollen dieselbe Leistung, Fahreigenschaften und Kraftstoffverbrauch wie dieselbetriebene Varianten bieten. Allerdings liege der CO2-Ausstoß der neuen Lkw um kraftstoffabhängig 20 bis 100 Prozent unter dem eines Dieselfahrzeugs, reklamiert der Hersteller.

Anstelle eines Ottomotors, der normalerweise bei gasbetriebenen Fahrzeugen genutzt wird, setzen die Modelle FH LNG und Volvo FM LNG auf einen Gasmotor nach dem Dieselprinzip. Der Gasmotor von Volvo mit 338 kW (460 PS) liefert ein maximales Drehmoment von 2.300 Nm, das 309-kW-Aggregat (420 PS) von 2.100 Nm. Als Kraftstoff kommen Erdgas in Form von LNG oder Bio-LNG zum Einsatz. Beide Kraftstoffe bestehen aus Methangas. Bei Verwendung von Biogas kann die Klimabilanz um bis zu 100 Prozent verbessert werden, beim Einsatz von Erdgas immerhin um 20 Prozent. Dieser Wert gilt für die Emissionen während des Fahrzeugbetriebs (TTW oder Tank-to-Wheel), führt der Anbieter aus.

Für eine maximale Reichweite werden die Fahrzeuge mit LNG betankt, das bei einem Druck von 4–10 bar und einer Temperatur von –140 bis –125 °C gelagert wird. Die größte Tankoption enthält LNG für eine Reichweite von bis zu 1000 km. Der Tankvorgang dauert ungefähr ebenso lange wie beim klassischen Diesel. Während der Fahrt wird der Kraftstoff erwärmt, unter Druck gesetzt und in ein Gas umgewandelt; erst danach erfolgt die Einspritzung in den Motor, beschreibt der Hersteller. Um das Gas zu zünden, werde bei der Kraftstoffeinspritzung eine winzige Menge Diesel hinzugefügt. Für eine Senkung der CO2-Emissionen um 100 Prozent muss der fossile Dieselkraftstoff durch HVO (hydrierte Pflanzenöle) ersetzt und mit Bio-LNG kombiniert werden.

Darüber hinaus arbeitet mit Gasversorgern und Kunden zusammen am Ausbau der LNG-Infrastruktur in Europa. Diese Entwicklung werde in vielen Staaten und von der EU auch politisch gefördert. Auch die Maßnahmenpakete der EU-Kommission und der Mitgliedsstaaten zur Sicherung der langfristigen Energieversorgung in Europa sehen Strategien zum Ausbau der LNG-Infrastruktur vor.

„Unsere neuen Lkw mit Flüssigerdgas- oder Biogas-Antrieb sind eine Alternative mit geringen Klimaauswirkungen, die auch hohe Ansprüche an Leistung, Sparsamkeit und Reichweite erfüllen. Das ist genau das, was unsere Kunden im Regional- und Fernverkehr wünschen“, ist Lars Mårtensson, Direktor Umweltschutz und Innovation bei Volvo Trucks sicher. Bisher hatte lediglich der italienische Hersteller Iveco auf CNG- und LNG-Antrieb gesetzt. Zuletzt hatte aber neben Volvo Trucks auch der VW Konzern mit den Marken Scania und MAN angekündigt, für den Fernverkehr LNG forcieren zu wollen.

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