Amazon: Innovationslabor für neue Logistik-Technologien

In Italien erprobt der E-Commerce-Anbieter unter anderem Sortiersysteme, Robotik, FTS und Hebevorrichtungen, um die Abläufe zu effektivieren, Mitarbeiter zu entlasten und die Sicherheit zu erhöhen.

In einem kürzlich eröffneten Innovationslabor testet Amazon unter anderem Hebevorrichtungen für den Einsatz in der eigenen Logistik. (Foto: Amazon)
In einem kürzlich eröffneten Innovationslabor testet Amazon unter anderem Hebevorrichtungen für den Einsatz in der eigenen Logistik. (Foto: Amazon)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Sandra Lehmann)

Der US-Onlinegroßhändler Amazon hat am 20. Mai ein Innovationslabor für Logistikanwendungen im norditalienischen Vercelli eingeweiht. Das gab der E-Commerce-Anbieter in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach sollen vor Ort die neuesten Innovationen für die Amazon-Logistik getestet werden. In den Blick nimmt das Unternehmen nach Eigenangaben vor allem Anwendungen, die die Mitarbeiter in den Logistikzentren körperlich entlasten sollen:

  • Sortiersysteme für Artikel: Ein vollautomatisches Sortiersystem für einzelne Artikel, das die Muskeln entlastet, da die Mitarbeiter nicht mehr in den Behältern nach Artikeln suchen müssen.
  • Palettierroboter: Ein gänzlich separierter großer Roboterarm, der den Einsatz von Gabelstaplern zum Anheben von Paletten überflüssig macht und Behälter automatisch von einem Ort zum anderen bewegt.
  • Hebevorrichtungen: Eine Maschine, die Behälter anhebt und sie automatisch auf Förderbänder stellt.
  • Automatisch geführte Wagen und Fahrzeuge: Unterstützende Roboter – ähnlich wie die Transportroboter –, die automatisch durch den Standort fahren und Gegenstände für Menschen transportieren. Durch sie sollen unnötige Schritte reduziert und Mitarbeiter müssen keine Wagen und Behälter mehr schieben und ziehen. Diese Roboter verfügen Amazon zufolge über Sensoren und folgen vorprogrammierten Routen, um Zusammenstöße mit Menschen oder Maschinen zu vermeiden.
  • Sortierroboter: Roboterarme, die den Mitarbeitern wiederkehrende Aufgaben wie Heben, Stapeln und Wenden abnehmen, sodass sie sich auf abwechslungsreichere Aufgaben konzentrieren können, die Roboter nicht erledigen können. 

Automatisch geführte Fahrzeuge sind Amazon zufolge bereits in Italien im Einsatz und werden auch in Polen und Großbritannien eingeführt; Hebevorrichtungen sollen zukünftig in Polen und Großbritannien Anwendung finden; Sortiersysteme für Artikel und Palletierroboter sind in Italien, Spanien, Deutschland, Polen und Großbritannien im Einsatz; und Sortierroboter werden in Italien, Spanien und Deutschland eingesetzt. Im Laufe dieses Jahres folge die Einführung von Sortierrobotern in Polen, Frankreich und Großbritannien.

Schulungen für neue Anwendungen

Da neue Technologien auch in weiteren Ländern und an anderen Standorten eingeführt werden, bietet Amazon nach eigenen Aussagen Schulungen für alle Mitarbeiter an, wenn solche neuen Innovationen angewendet werden sollen. Man arbeite eng mit Gesundheits- und Sicherheitsexperten sowie Wissenschaftlern zusammen, führe täglich Tausende von Sicherheitsinspektionen in unseren Gebäuden durch und habe Hunderte Änderungen vorgenommen, die auf das Feedback der Mitarbeiter zurückzuführen sind, versichert der Online-Händler.

"Sobald wir eine neue Technologie einsetzen und die Mitarbeiter schulen, hilft uns das kontinuierliche Feedback bei der Verfeinerung und Verbesserung der Technologie“, erläutert Stefano La Rovere, Leiter für fortschrittliche Technologie bei Amazon in Europa, der die Wissenschaftler und Ingenieure des Labors führt.

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