Werbung
Werbung
Werbung

Anwenderbericht: Automatisiertes Fördersystem für Bürostühle

Büromöbelhersteller Sedus Stoll hat im Rahmen eines umfangreichen Modernisierungs- und Investitionsprogramms eine neue effiziente Rollenfördereranlage für Bürostühle gebaut, realisiert wurde das Projekt mit FAB Fördertechnik und Anlagenbau aus dem Südschwarzwald.
Werbung
Werbung
Julian Kral

Auf eine Firmengeschichte von über 140 Jahren kann der international tätige Büromöbelhersteller SedusStoll AG mit Sitz in Waldshut-Tiengen zurückblicken. Nun hat das Unternehmen im Rahmen eines umfangreichen Modernisierungs- und Investitionsprogramms am Produktionsstandort in Dogern eine neue effiziente Rollenfördereranlage für Bürostühle gebaut, die eine bestehende ältere Förderanlage ersetzt. Um die Produktivität weiter zu steigern, hat Sedus seine Fertigungs- und Montagebereiche neu strukturiert. Ziel war es, die Endmontage der Bürostühle so effizient wie möglich zu gestalten und einen automatisierten Transport zum Versandbereich sicher zu stellen - Dafür sollte ein neues Fördersystem konzipiert werden.

Deckenmontiertes Fördersystem

Eine Herausforderung stellte dabei das Transportgut selbst dar, nämlich Bürostühle, die auf speziellen Trägerplatten aus Holz transportiert werden. Im 2-Schicht-Betrieb sollen künftig in der Spitze ca. 2.000-2.500 Stühle täglich montiert und für den Versand bereitgestellt werden. Eine weitere Vorgabe war, dass das Fördersystem zwischen Montagehalle und Versand nicht auf dem Boden installiert, sondern von der Decke abgehängt sein sollte. Auch einen Rückstau von Stühlen aus dem Versand galt es zwingend zu vermeiden, da der bei den Montagemitarbeitern zu Wartezeiten führen würde.

Der sichere und effiziente Transport der Stühle durch die Montagehalle bis zum Versand erfolgt nun mit einem Rollenförderer-Fördersystem, welches 19 Arbeitsplätze in der Montage und zwei Arbeitsplätze im Versand miteinander verbindet. Realisiert wurde das System von der FAB Fördertechnik und Anlagenbau GmbH, ein mittelständisches, inhabergeführtes Unternehmen aus dem Südschwarzwald mit 60 Mitarbeitern. Am dessen Standort in Waldshut-Tiengen realisiert und entwickelt der Fördertechnikspezialist kundenspezifische Förderanlagen, Materialfluss-Systeme, LKW Be-/Entladesysteme und Sonderkonstruktionen.

Bodennahe Doppel-Förderebene

Zu den Förderkomponenten der Anlage für Sedus zählen laut FAB circa 1.000 Meter Rollenförderer, 19 Hubstationen, drei Vertikalförderer sowie zwei S-Förderer. Die Rollenfördereranlage verläuft über die gesamte Strecke der Montagehalle in zwei Doppel-Förderebenen. Die untere bodennahe Doppel-Förderebene sorgt für die Anbindung der Montageplätze. Sie besteht aus einer oberen Ebene für den Transport der Stühle auf Trägerplatten ab den einzelnen Montagestationen. Die Förderebene direkt darunter dient der Zuführung leerer Trägerplatten.

Die obere Doppel-Förderebene, auf etwa 3,40 m Höhe, ist von der Hallendecke abgehängt. Sie umfasst eine obere Förderebene für den Transport der fertig montierten Stühle in Richtung Versandhalle, die Ebene direkt darunter dient der Rückführung leerer Trägerplatten. Eine Absturzsicherung ist zum Schutz vor herabfallenden Teilen ebenfalls angebracht. Auf der gesamten Montage-Förderstrecke sorgen die drei Vertikalförderer für die Verbindung der unteren und oberen Doppel-Förderebene und stellen somit den Transport zwischen Montagehalle und Versand in beide Richtungen sicher.

Ergonomische Hubstationen

Jeder der 19 Aufgabeplätze in der Montagehalle ist, wie der Anlagenbauer erklärt, mit einer Hubstation ausgestattet. Die fertig montierten Stühle werden vom Mitarbeiter bodeneben auf die bereitstehenden speziellen Trägerplatten in der Hubstation gerollt. Dies soll aufgrund der abgeschrägten Auflaufprofile der Hubstation ergonomisch und ohne großen Kraftaufwand passieren. Betätigt der Mitarbeiter den Freigabetaster an der Hubstation, wird die beladene Platte auf etwa 60 Zentimeter angehoben und leicht gekippt, damit die Ladung auf den nachfolgenden Rollenförderer rollt. Von dort erfolgt der Transport der Stühle mit Trägerplatte zum bereichszugeordneten Vertikalförderer. Der Vertikalförderer übernimmt die Transporteinheit, hebt sie auf 3,20 Meter an und übergibt sie der oberen Förderstrecke zum Transport in den Versand.

Zwischen Montage- und Versandhalle verläuft die Förderstrecke ausschließlich oben, von der Decke abgehängt. Damit ist gewährleistet, dass die Bodenfläche frei für den innerbetrieblichen Warenverkehr mit Staplern und Hubwagen genutzt werden kann. Die Stühle auf den Trägerplatten werden auf der oberen Förderstrecke in die Versandhalle gefördert. Bei Erreichen der Versandhalle muss die Transporteinheit wieder auf ein Niveau von einem halben Meter abgesenkt werden. Dies geschieht mittels S-Förderer, der die Trägerplatte mit Stuhl übernimmt und an die Förderstrecke übergibt. Die Konstruktion des S-Förderers ist an die Paternostertechnik angelehnt und erlaubt im Vergleich zu einem Vertikalförderer eine kontinuierliche, gleichzeitige Aufnahme und Abgabe der Transporteinheiten.

In der Versandabteilung sind zwei unterschiedliche Packbereiche vorgesehen. Die Transporteinheiten werden entweder nach rechts oder links auf die Förderstrecke des jeweiligen Packbereiches ausgeschleust. Von dort erfolgt die manuelle Abnahme der Stühle durch die Versandmitarbeiter. Die leeren Trägerplatten werden über einen zweiten S-Förderer wieder in die obere Ebene und über diese in den Montagebereich gefördert.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung
Werbung