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Auto China 2024: Chery und AiMOGA zeigen mit Mornine den ersten hochbionischen Gehroboter

Chery Automobile hat zusammen mit dem strategischen Partner AiMOGA den ersten hochbionischen Laufroboter der Welt vorgestellt. Der hat verschiedenste Einsatzfelder im Blick.

MIt Mornine wollen Chery und AiMOGA ganz neue Anwendungen erschließen. | Foto: Chery
MIt Mornine wollen Chery und AiMOGA ganz neue Anwendungen erschließen. | Foto: Chery
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Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Der Gehroboter soll modernste bionische Materialien, zukunftsweisendes Mecha-Design, Greiffähigkeiten und eingebettete umfassende branchenspezifische Sprachmodelle in sich vereinen und und so einen neuen Standard für Serviceroboter in verschiedenen Branchen setzen.

Mornine orientiert sich in Größe und Gewicht an zierlichen Damen

Mit einer Größe von 1,66 Meter und einem Gewicht von 55 Kilogramm entspricht der Bot eher einer zierlichen Dame als einem riesigen Greifer. Gefertigt ist Mornine aus neuen bionischen Materialien wie bionischem Silikon und Leichtmetalllegierungen, die nicht nur das Erscheinungsbild verbessern, sondern auch die Interaktion mit dem Benutzer fördern sollen.

Worin unterscheidet sich Mornine von anderen Bots?

Tatsächlich legte man großen Wert auf ein optisch stimmiges Gesicht und menschliche Proportionen. Dabei sieht Chery den respektive die Bot nicht nur als Werkzeug, sondern als dynamischen Begleiter oder dynamische Begleiterin. Im Gegensatz zu Robotern von z. B. Boston Dynamics, die pneumatische Methoden verwenden, die laut und kostspielig sein können, verwendet Mornine fortschrittliche bionische Materialien und Mechanismen, die einen leisen Betrieb und Kosteneffizienz gewährleisten. Diese strategische Entscheidung verbessert nicht nur das Benutzererlebnis, sondern soll auch ein nachhaltiges Geschäftsmodell unterstützen.

Während Teslas Roboter eine schnelle Entwicklung und Stabilität aufweisen, soll Mornine durch ein höheres Maß an Bionik und eine reichhaltigere Mimik punkten, wodurch er sich weitaus besser für interaktive Servicefunktionen in verschiedenen Umgebungen eignet, die über industrielle Anwendungen hinausgehen.

Das Chery-Produkt soll sich durch seine klaren Anwendungsszenarien und den hohen Grad an Anthropomorphismus von den anderen Bots abheben und steht auch in starkem Kontrast zu Xiaomi‘s CyberOnes geringerer Bionik und unbestimmtem Anwendungsbereich.

Konkrete Anwendung nicht nur in der Pflege

„Mornine ist der erste humanoide Gangroboter, der in den Bereich der intelligenten Dienstleistungen einsteigt und stellt einen bedeutenden Fortschritt in Bezug auf Roboterfähigkeiten und potenzielle Anwendungen dar", so Zhang Gui Bing, President of Chery International bei Chery Automobile und ergänzt:

„Mornine ist nicht nur in der Lage, die Dienstleistungsbranche zu revolutionieren, sondern auch ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens zu werden und die Mensch-Roboter-Interaktion mit einer noch nie dagewesenen Raffinesse zu verbessern."

Mornine sei außerdem der weltweit erste hochbionische Laufroboter, der Gehirn (Interaktion), Kleinhirn (Steuerung) und verkörperte Intelligenz kombiniert, denn grundsätzlich gibt es aktuell zwei Arten von Robotern in der Industrie: Der eine ist hochgradig bionisch, mit sehr anthropomorpher Mimik und Armbewegungen; der andere ist sehr mechanisch und kann mit nur einer Gangart laufen. Mornine vereint nun diese beiden Roboter-Welten: Hochgradig bionisch und gehfähig.

Deep Learning und KI sollen den Roboter emotional verständig machen

Auf der Grundlage des allgemeinen KI-Großmodells erhält Mornine ein automobilbezogenes Fachwissen. Durch Deep-Learning-Training will Chery eine emotionale Maschine schaffen, die es ermöglicht, menschliche Emotionen und Gefühle tiefgreifend zu verstehen und wahrzunehmen und ein interaktives Erlebnis von „Tausenden von Menschen mit Tausenden von Gesichtern, Hunderten von Menschen mit Hunderten von Persönlichkeiten" zu erreichen. das bezeichnet Chery dann als „hochentwickelte Emotions- und Persönlichkeits-Engine", die personalisierte Interaktionen durch tiefes Verständnis und Wahrnehmung menschlicher Emotionen ermöglichen soll. Interessant: Chery hat seine neuesten Werke kaut einem Insider bereits zu 96% automatisiert, wodurch ganz viele Aufgaben bereits Bots respektive KI übernehmen. Weshalb Mornine nur ein logischer Schritt war, all diese geballte Kompetenz einfach auf zwei Beine zu stellen und in Menschenform zu gießen.

Natürlich hat Chery auch schon mehrere Anwendungen angedacht:

  • Führender Serviceexperte im Automobilbereich: Massive Inhalte in der Automobilbranche und unternehmensinterne Schulungen zur Wissensbasis ermöglichen es Mornine, sich zum digitalen Serviceexperten zu entwickeln, der die Fahrzeuge von zum Beispiel Chery oder Omoda am besten versteht.
  • Mornine ist speziell auf detaillierte und eindeutige Anwendungen zugeschnitten, wie z. B. im Einzelhandel, in der Familienpflege und in der emotionalen Begleitung, im Gegensatz zu Allzweckrobotern, denen spezielle Fähigkeiten fehlen.

Mittlerweile gibt es auch einen „Einsatz- oder Hochlaufplan“: Mornine soll zunächst als Inhaltsexperte in verschiedenen Bereichen wie 4S-Automobilgeschäften, Supermärkten und Buchhandlungen fungieren und dabei ein GPT-Sprachmodell und professionelle Wissensdatenbanken nutzen, um Expertenberatungsdienste anzubieten.

In der nächsten Phase wird Mornine mit einer Roboter-Sicht für die Positionierung von Szenen und die Fähigkeit, sich zu bewegen, erweitert. In Kombination mit seinen anthropomorphen Greiffähigkeiten wird Mornine einen umfassenden Verkaufs- und Einkaufsberatungsservice anbieten, der von der Beantwortung von Kundenanfragen bis hin zur Suche nach Produkten und deren Auslieferung reicht – vor allem in Bau- und Elektronikfachmärkten wäre das ein Traum!

 

Die Markteinführung ist bis 2027 geplant. Bis dahin soll Mornine  seine Fähigkeiten zur Erkennung von Emotionen weiterentwickeln, um sich an die Bedürfnisse von Familien anzupassen und sie zu begleiten und zu betreuen - vom Erzählen von Geschichten für Kinder bis hin zum Erinnern älterer Menschen an ihre täglichen Routinen.

Was bedeutet das?

Chery hat sich lange bedeckt gehalten – und jetzt hauen sie neben mehreren neuen Automarken auch noch einen Gehroboter raus. Man darf gespannt, wie der wo zum Einsatz kommen wird. Niederschwelligere Basistätigkeiten trauen wir ihm zu, vielleicht gar betreuende Jobs, doch wenn es um echte Empathie geht, wird auch Mornine an ihre Grenzen stoßen. Trotzdem ein mutiger Vorstoß, der auch in der Logistik oder im Fleetmanagement unterstützen könnte.

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