Autogipfel: Zukunftsfonds für Zulieferindustrie

Ein Förderprogramm soll den Umbau in der Zulieferindustrie, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen flankieren. Industrie warnt weiter vor strengeren Vorgaben aus Brüssel.

Unterstützung in der Transformation: Die Bundesregierung will speziell die Zulieferindustrie mit Fördergeldern helfen. Im Bild: Batteriewannenproduktion bei Benteler. | Foto: Benteler
Unterstützung in der Transformation: Die Bundesregierung will speziell die Zulieferindustrie mit Fördergeldern helfen. Im Bild: Batteriewannenproduktion bei Benteler. | Foto: Benteler
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Nach dem jüngsten virtuellen Autogipfel unter Führung des Kanzleramts ist der bereits im vergangenen November beschlossene "Zukunftsfonds" für die Zulieferindustrie startklar. Bis 2025 stehen dabei eine Millarde Euro an Fördergeldern für die Transformation insbesondere bei den Zulieferern bereit, wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) bekanntgab. "Unser Ziel ist es, dass die deutsche Automobilindustrie die klimafreundlichen Autos der Zukunft baut, neue Arbeitsplätze entstehen und Wertschöpfung erhalten bleibt", erklärte Scholz. Bisher war offenbar die Verteilung der Gelder unklar, jetzt wurde die genaue Ausgestaltung definiert. So sollen 340 Millionen Euro für regionale Kooperationen und "Transformationsnetzwerke" für Beschäftigte und Unternehmen fließen. Weitere 340 Millionen Euro sollen Firmen bei der Digitalisierung sowie 320 Millionen bei der Umstellung der Produktion auf E-Antriebe wie Batterie und Brennstoffzellen speziell bei Mittelständlern unterstützen.

Bundesregierung soll sich gegen strengere Grenzwerte einsetzen

Wie die Süddeutsche Zeitung aus Teilnehmerkreise berichtet, forderte die Industrie einmal mehr von der Bundesregierung, sie solle strengere Abgasvorschriften aus Brüssel abwehren. Es dürfe nach der Wahl kein langes Machtvakuum entstehen. Im Anschluss an das Treffen wiederholfte auch VDA-Präsidentin Hildegard Müller ihre Forderung, keine zu ambitionierten Grenzwerte zu erlassen. Der Flottengrenzwert "Null" bedeute bis 2035 de facto ein "Verbrennerverbot", meinte die Cheflobbyistin und bezeichnete dies als "unnötig und unklug". Strengere Werte würden aber einen Beitrag leisten, dass Europa bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werde. Umweltverbände, die Grünen sowie die Linke fordern ein "Verbrennerausstieg" bis 2030, um die Klimaziele überhaupt noch erreichen zu können.

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