Autonome Roboter: Schwarmintelligenz spart Kosten

Intelligente und autonome Fahrzeuge finden künftig nicht nur selber ihren Weg durchs Lager. Sie entscheiden auch selber, wie der Transport am günstigsten wird.

Die Schwarmfahrzeuge navigieren selbständig durch das Lager und bringen sowohl Paletten als auch Behälter dorthin, wo sie benötigt werden. | Bild: Agilox
Die Schwarmfahrzeuge navigieren selbständig durch das Lager und bringen sowohl Paletten als auch Behälter dorthin, wo sie benötigt werden. | Bild: Agilox
Tobias Schweikl

Die österreichische Agilox Services GmbH entwickelt so genannte Autonome Mobile Roboter (AMR) für den Bereich Lagerlogistik. Das Unternehmen legt sein Hauptaugenmerk aktuell auf die komplett dezentralisierte Autonomie der Einheiten. Solche Intelligent Guided Vehicles (IGV) sollen im Ergebnis völlig autonom handeln, sich selbst kontrollieren und dank ihres intelligenten Designs auch Arbeitswege eigenständig optimieren und Stillstände vermeiden.

Als Schwarm könne das System auch auf unerwartete Änderungen im dynamischen Umfeld reagieren, ohne dass die Intervention von Personen nötig wird, heißt es. Dazu tauschen sich die Fahrzeuge per Wifi mehrmals pro Sekunde über ihre Umgebung und den aktuellen Stand ihres Arbeitsauftrages miteinander aus.

Durch die Nutzung ihrer Schwarmintelligenz können IGV selbständig durch Lagerhäuser und Produktionsstätten navigieren und sowohl Paletten, als auch unterschiedlichste Behälter dorthin liefern, wo sie benötigt werden. Basierend auf „virtuellen Transportkosten“, welche laufend für jeden neuen Auftrag kalkuliert werden, wird von Fall zu Fall entschieden welches Fahrzeug einen Auftrag ausführen soll und welcher Weg die effizienteste Ausführungszeit erlaubt.

Diese Sonderleistungen stünden dem Kunden ohne Mehrkosten zur Verfügung, so das Unternehmen. Teure Server seien genauso wenig nötig wie Unterbodenverkabelungen, Reflektoren oder sonstige Leuchten und Hardware. Benötigt werde nur ein 2.4 oder 5 GHz Wifi-Netzwerk und ein Ladegerät. Es müsse auch keine Software installiert werden, die dann regelmäßig aktualisiert werden muss oder für die Lizenzgebühren anfielen.

Bei der Erstinstallation lernt der erste IGV seine Umgebung und die Einzelheiten der Arbeitsabläufe. Anschließend ist das System beliebig skalierbar. Weitere Fahrzeuge werden durch die Zuteilung einer IP-Adresse hinzugefügt. Die erforderlichen Konfigurierungsdaten lädt das neue Fahrzeug automatisch innerhalb weniger Minuten aus dem Schwarm herunter. Anschließend beginnt es direkt zu arbeiten ohne, dass eine zusätzliche Kommissionierung oder Programmierung nötig sei.

Unternehmen, in denen die Fahrzeuge zum Einsatz kommen, erhielten Schulungen, um die Fahrzeuge selbst warten und gemäß ihren Anforderungen zu adaptieren. Agilox selbst wurde 2009 gegründet und ist mittlerweile weltweit in 15 Ländern präsent.

Printer Friendly, PDF & Email