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Avrios-Analyse: Elektro in Fuhrparks auf dem Vormarsch

Derzeit nutzen 20 Prozent der 700 befragten Firmen E-Fahrzeuge, darunter aber auch viele Logistiker mit E-Staplern. Es zeigt sich eine rasante Zunahme von E-Mobilität bei den Fahrzeugen von 170 Prozent seit 2016. Autoren: Bedenken zu Reichweite und Kosten werden bald Vergangenheit sein.

Steil unter Strom: Die Vorreiter unter den Fuhrparkbetreibern haben längst die Weichen gestellt, seit 2016 nahm der Anteil an E-Fahrzeugen um satte 170 Prozent zu, ergab zumindest eine Befragung von Avrios unter 700 Unternehmen. | Foto: Avrios
Steil unter Strom: Die Vorreiter unter den Fuhrparkbetreibern haben längst die Weichen gestellt, seit 2016 nahm der Anteil an E-Fahrzeugen um satte 170 Prozent zu, ergab zumindest eine Befragung von Avrios unter 700 Unternehmen. | Foto: Avrios
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Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die Avrios International AG, Anbieterin einer SaaS-Plattform ("Software as a Service") für das automatisierte Fuhrparkmanagement, hat den Anteil und die Verteilung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb in den Flotten deutscher Unternehmen analysiert. Laut der ausführlichen Studie finden sich Elektrofahrzeuge aktuell bei neuen Mobilitätsanbietern, lokalen Dienstleistern, Logistik-Firmen, bei Firmen mit ausgeprägten ökologischen und sozialen Werten und branchenübergreifend bei solchen, die E-Autos zu technischen Testzwecken einsetzen oder neue Geschäftsmodelle testen.

Da 80 Prozent der Unternehmen noch gar keine E-Autos im Fuhrpark führten, fragten die Autoren auch nach Gründen für die Nichtnutzung. Mangelnde Reichweite und Kostengründe seien am häufigsten genannt worden. Diese Bedenken würden aber dank fortschreitender technologischer Entwicklung und besserer Ladeinfrastruktur schon bald der Vergangenheit angehören, so die Überzeugung der Analysten. Sie konstatieren eine zunehmende Bedeutung für die E-Mobilität: Ihr Anteil wuchs in den Flotten, die E-Autos einsetzen, von 2016 bis 2018 um 170 Prozent.

„Die Mobilität ist eine der ganz großen Zukunftsfragen und elektrische Fahrzeuge werden Teil der Antwort sein", zeigt sich Andreas Brenner, Gründer und CEO Avrios überzeugt.

Breite Basis: 700 Fuhrparks untersucht

Der Anbieter hat 700 Fuhrparks untersucht und Gespräche mit Fuhrparkverantwortlichen geführt, um zu ermitteln, welche Unternehmen heute in Deutschland Elektrofahrzeuge einsetzen und wie hoch der Anteil an der gesamten Flotte jeweils ist. Demnach liegt der Gesamtanteil von Elektrofahrzeugen in Fuhrparks erst bei einem Prozent. 80 Prozent aller deutschen Fuhrparks bringen noch gar keine E-Autos auf die Straße. Die Fuhrparks mit Elektrofahrzeugen lassen sich in drei Gruppen aufteilen, und zwar in Cluster mit 80 Prozent, mit zehn bis 20 Prozent sowie mit einem bis zwei Prozent Elektro-Anteil.

„Wir haben sehr interessante Erkenntnisse gewonnen, die es so noch nicht gab, indem wir uns vor allem die Unternehmen, die bereits Elektrofahrzeuge in ihren Flotten nutzen, genauer angesehen haben“, berichtet Marcus Hennecke, VP Customer Success bei Avrios, der die zentralen Ergebnisse der Studie beim letzten „Fleet Europe Event“ in Barcelona vorgestellt hat.

Car-Sharing-Anbieter und Liefer-Services mit kurzen Wegen liegen vorn

Bei Unternehmen mit einem sehr hohen Anteil von durchschnittlich 80 Prozent handelt es sich um neue Mobilitätsanbieter, wie etwa Car-Sharing-Firmen oder Autovermieter mit einem Fokus auf elektrischen Fahrzeugen. Auch lokale Dienstleister mit kurzen Fahrtwegen wie Liefer-Services oder Anbieter technischer Services nutzen E-Autos intensiv.

Längst unter Strom: Intralogistik mit Gabelstaplern

Ein Anteil von zehn bis 20 Prozent findet sich branchenübergreifend in Unternehmen mit ausgeprägten umweltorientierten oder sozialen Werten, bei denen ideelle Gründe im Vordergrund stehen. So findet sich in der Studie unter den dazugehörigen Unternehmen etwa eine Baufirma mit Fokus auf Solarenergie, eine Behindertenwerkstatt und ein IT-Unternehmen aus dem Bereich Smart Metering. Zu diesem Cluster gehören auch Logistik-Firmen, die Gabelstapler einsetzen – und zwar konsequent elektrisch: In diesem Segment sind fast 100 Prozent E-Stapler im Einsatz.

„Zwar sind E-Stapler nicht der typische Anwendungsfall für Elektroantriebe im Fuhrpark. An diesem Beispiel zeigt sich jedoch sehr gut, dass der Elektroantrieb für bestimmte Aufgabengebiete, in diesem Fall kurze Wege und möglichst geringe Emissionen im Arbeitsumfeld, hervorragend funktioniert“, erklärt Marcus Hennecke.

Elektromobilität testen und Erfahrungen sammeln

Zur Gruppe mit einem kleinen E-Anteil von ein bis zwei Prozent gehören große Firmen, die Erfahrungen mit der Elektromobilität sammeln wollen, wie OEMs oder OEM-Zulieferer. Hier sind in der Regel zehn bis 50 elektrische Fahrzeuge vorhanden. Eingesetzt werden sie in erster Linie für technische Testzwecke. Versicherungsunternehmen und IT-Firmen testen mit Hilfe von E-Autos hingegen neue Geschäftsmodelle.

Unternehmen verzichten wegen geringer Reichweite und hohen Kosten

Mit 80 Prozent setzt die Mehrzahl der deutschen Unternehmen noch gar keine elektrischen Fahrzeuge in ihren Flotten ein. In der Befragung gaben sie folgende Gründe für die Zurückhaltung an: Entweder schätzen sie die Reichweite für die benötigten Zwecke als nicht ausreichend ein oder die Kosten als zu hoch. Dennoch ist der Anteil an elektrischen Fahrzeugen in deutschen Flotten innerhalb von zwei Jahren um 170 Prozent gestiegen.

„Unsere Analyse zeigt deutlich, dass die Elektromobilität in Fuhrparks deutscher Unternehmen in den Startlöchern steht und dass die Vorreiter unter den Unternehmen bereits auf elektrische Fahrzeuge setzen“, analysiert Marcus Hennecke.

Überschätzter Langstreckenanteil

So werde sich die Akkuleistung im Zuge der technischen Entwicklung in kurzer Zeit deutlich verbessern. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur werde die Reichweite elektrischer Fahrzeuge im öffentlichen Raum zusätzlich erhöhen. Eine genaue Analyse der tatsächlichen Fahrten in Unternehmen mit vielen E-Fahrzeugen habe zudem gezeigt, dass die Anzahl der Fahrten mit großer Entfernung häufig überschätzt wird, betonen die Autoren.

„Es reicht nicht, unseren Kunden eine Plattform zur Verfügung zu stellen, um ihre Mobilität heute erfolgreich zu managen. Wir möchten die Fuhrparkmanager fit für die Mobilität von morgen machen", skizziert CEO Brenner den Ansatz.

Auf Basis der Daten sollen andere Unternehmen dann ihre Elektromobilitätsstrategie entwickeln. Man empfiehlt Flottenmanagern, sich jetzt mit den Möglichkeiten und dem Potenzial der E-Mobilität für ihr Unternehmen auseinanderzusetzen.

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