Bax setzt auf Piek-Siegel für Nachtlogistik

Mit dem elektrischen 7,5-Tonner will der neue Hersteller den urbanen Verteilerverkehr von Lärm- und Abgasemissionen entlasten. Für den Einsatz in der Nachtlogistik steht in Deutschland allerdings noch die Genehmigung aus.

Nicht atem-, aber geräuschlos durch die Nacht rollen soll der E-Lkw auch in Deutschland. (Foto: Bax)
Nicht atem-, aber geräuschlos durch die Nacht rollen soll der E-Lkw auch in Deutschland. (Foto: Bax)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Anna Barbara Brüggmann)

Der Bax 7.5 verfügt laut Hersteller über eine Reichweite von bis 200 Kilometern und eine Zuladung von mehr als drei Tonnen. Zudem sind die Fahrzeuge gemäß Unternehmensangaben ab Werk digital vernetzt und informieren den Disponenten und Fuhrparkleiter in Echtzeit über Standort, Restreichweite sowie Zuladung. Die Batterie kann  über einen Starkstromausgang auch von einem externen Verbraucher angezapft werden, beispielsweise von einem elektrischen Kühlaggregat , sodass dafür kein eigener Dieselmotor angetrieben werden muss. Ein Kühlkoffer kann mit elektrischem Aggregat bei praxisgerechter Reichweite Temperaturen von um die 4 Grad erzeugen, meint das Unternehmen.

Darüber hinaus soll der 7,5-Tonner auch bei Lärmwerten punkten: Das Fahrzeug rollt ohne Luftfederung durch die Straßen – also ohne „lautes, jähes Zischen und Schnaufen“, so der Hersteller – allerdings schaltet sich – wie per EU-Gesetz vorgeschrieben - unter 20 km/h und bei der Rückwärtsfahrt das Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS), also das Warngeräusch ein, das dem Schutz von Fußgängern dienen soll. Nicht nur zur Emissions- und Lärmreduzierung möchte man laut eigener Aussage beitragen, sondern auch zu einer Entzerrung der Stoßzeiten. Der 7,5-Tonner würde die Vorgaben des sogenannten Piek-Lärmschutzstandards bereits erfüllen. Dieser wurde laut BAX zwar von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Belgien übernommen, doch steht noch eine gesetzliche Genehmigung für den geräuscharmen Nachttransport aus.

„Der Lieferverkehr in den Städten wird weiter zunehmen und als Nahversorger müssen wir uns mit alternativen Belieferungskonzepten beschäftigen“, meint Birgit Heizer, Leiterin der Rewe-Konzernlogistik, die sich im Rahmen der 2017 initiierten GeNalog-Studie mit der geräuscharmen Nachtlogistik befasst hat.

Heizer zufolge führe eine nächtliche Belieferung zudem zu einer besseren Auslastung des Fuhrparks.

„Durch das Piek-Zertifikat könnten wir auch in Deutschland einen geräuscharmen Transport außerhalb der Stoßzeiten ermöglichen und dadurch den urbanen Verkehr erheblich entlasten“, so Alexander Wolter, Leiter Vertrieb und Produktmanagement Elektromobilität bei BPW.

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