Bayer Rent-a-Cobot: Unilever setzt beim Palettieren auf Robotik

Die Bayer GmbH & Co. KG vermietet „KLAUS“, einen spezialisierten Cobot, der auf einem Basismodell des Roboterherstellers Yaskawa aufbaut.

Das Cobot-Mietmodell sieht Anbieter Bayer zugleich als einen wichtigen strategischen Schritt zur Neukundengewinnung. (Bild: Bayer)
Das Cobot-Mietmodell sieht Anbieter Bayer zugleich als einen wichtigen strategischen Schritt zur Neukundengewinnung. (Bild: Bayer)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Die Wörnitzer Bayer GmbH & Co. KG, Spezialist für Automatisierung mit über 20 Jahren Erfahrung, bietet seit Kurzem Cobots für den Bereich der Palettierung im Rahmen eines Mietmodells an. Damit wolle man eine Nische im Markt für Automatisierungstechnik besetzen - denn Angebote dieser Art seien derzeit noch rar, heißt es in einer Pressemitteilung vom 27. Juni. Vermietet wird demnach „KLAUS“, ein hoch spezialisierter Cobot, der auf einem Basismodell des Roboterherstellers Yaskawa aufgesetzt wurde, standardmäßig mit einem Saug- beziehungsweise Backengreifer ausgerüstet ist und auf den Einsatz kostspieliger Druckluft verzichten kann.

Uwe Kranz, Geschäftsführer bei Bayer, begründet die Portfolioerweiterung:

„Viele Unternehmen, die eigentlich einen großen Unterstützungsbedarf in der Palettierung haben, zögern derzeit noch mit dem Einsatz von Cobots. Grund dafür sind sicherheitstechnische Bedenken, die sich jedoch beim Liveeinsatz vor Ort zumeist als unbegründet herausstellen. Diese Bedenken wollen wir mit der Möglichkeit, einen Cobot zu mieten, ausräumen - und damit potenziellen Anwendern die Chance geben, das große Potenzial, das in der Thematik liegt, in Zukunft zu nutzen.”

Das Mietmodell sieht Kranz zugleich als einen wichtigen strategischen Schritt zur Neukundengewinnung: Wer einmal vom Cobot überzeugt sei, entscheidet sich häufig auch für eine dauerhafte Nutzung.

Erster Palettiereinsatz für KLAUS

Seinen ersten Einsatz hatte Miet-Cobot KLAUS nach Unternehmensangaben am Unilever-Standort Heilbronn, wo Produkte für die Marke Knorr hergestellt werden. Dort hatte im April 2023 eine kurzfristige Umstrukturierung die Wartung einer der großen, automatisiert betriebenen Palettierstationen mit sich gebracht. Die Folge: Für die Dauer von einer Woche mussten die fertigen Gebinde manuell palettiert werden. Während man in der Vergangenheit in solchen Fällen auf Zeitarbeiter setzte, entschied sich Unilever 2023 zum ersten Mal für den Einsatz von Cobots. Den Ausschlag dafür gab laut der Mitteilung die Möglichkeit, zwei Cobots für den benötigten Zeitraum anzumieten.

Dazu Unilever Projektingenieur Thomas Bittner: „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns bereits wiederholt mit der Frage beschäftigt, ob sich der Einsatz von Cobots bei uns rechnet. Weil der monetäre Aufwand dafür jedoch nicht unerheblich ist, haben wir lange gezögert.“

Der Einsatz der Cobots in der Palettierung im Unilever Werk Heilbronn lief  dann laut Bayer sogar so erfolgreich ab, dass derzeit darüber nachgedacht wird, die beiden Anlagen, die derzeit noch ohne Zentralpalettierung auskommen müssen, dauerhaft mit eigenen Cobots auszustatten.

Das Cobot-Mietmodell von Bayer sieht den Cobot-Einsatz alternativ im Einschicht-, Zweischicht- oder Dreischichtbetrieb vor. Sollte sich der Mieter nach Ablauf des Mietverhältnisses zum Kauf des Mietobjekts entschließen, wird ein zuvor vereinbarter Prozentsatz des bis dahin gezahlten Mietzinses auf den Kaufpreis angerechnet.