Bayern launcht H2-Programm: "Genug geredet beim Wasserstoff"

Mit dem Besuch des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger an einer H2-Tankstelle in Nürnberg startet das Land ein H2-Programm. Erster Fuel-Cell-Truck von Quantron soll nächstes Jahr kommen.

Will nicht mehr reden, sondern handeln beim Thema H2: Hubert Aiwanger besichtigte beim Besuch einer H2-Tankstelle in Nürnberg auch den Prototypen des Quantron Energon, der 2021 in Serie gehen soll. V.l.n.r.: Dr. Manfred Stefener (Freudenberg Sealing Technologies), Serhat Yilmaz (CMO Quantron AG) und Hubert Aiwanger (Bayerischer Minister für Wirtschaft und Energie). | Foto: Quantron
Will nicht mehr reden, sondern handeln beim Thema H2: Hubert Aiwanger besichtigte beim Besuch einer H2-Tankstelle in Nürnberg auch den Prototypen des Quantron Energon, der 2021 in Serie gehen soll. V.l.n.r.: Dr. Manfred Stefener (Freudenberg Sealing Technologies), Serhat Yilmaz (CMO Quantron AG) und Hubert Aiwanger (Bayerischer Minister für Wirtschaft und Energie). | Foto: Quantron
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Mit einem Besuch an einer Wasserstofftankstelle in Nürnberg nebst Begutachtung des für nächstes Jahr angekündigten Fuel-Cell Lkw Quantron Energon hat der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) den Startschuss für das landeseigene Wasserstoffprogramm gegeben. „Wasserstoff – geredet ist genug, jetzt wird umgesetzt“,  erklärte Aiwanger. Um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, müsse noch viel passieren. Nicht nur im Pkw-Bereich, sondern auch bei den Nutzfahrzeugen müssten alternative Antriebe weitreichend zum Einsatz kommen, so das Votum.

„Batteriebetriebene E-Mobilität und Fahrzeuge mit E-Antrieb und Brennstoffzelle schließen sich dabei nicht gegenseitig aus, sie ergänzen sich zu einem breiten Angebot an emissionsfreien Fahrzeugen für die Kurz-, Mittel- und Langstrecke“, ergänzte Andreas Haller, Gründer und Vorstand der Quantron AG.

Die Bayerische Wasserstoffstrategie ziele darauf ab, den Einsatz von Wasserstoff in der Industrie und im Verkehr weiter auszubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und den Hightech-Standort Bayern zu stärken. Hierfür sollen die Forscher und Unternehmen vernetzt werden, um „Made in Bavaria“ zu einem Wasserstoff-Gütesiegel zu entwickeln und mit dem Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger die Mobilitäts- und Energiewende voranzutreiben, wie es aus dem Ministerium heißt.

„Es ist eine große Chance, in der E-Mobilitäts- und Wasserstoff- Branche zukünftig mehr Jobs zu schaffen, als in der konventionellen Automobilbranche abgebaut werden“, erklärt Hubert Aiwanger bei seinem Besuch in Nürnberg.

Ein Baustein der Strategie sei auch ein Förderprogramm von 50 Millionen Euro für den Ausbau der Wasserstofftankstellen-Infrastruktur sowie für heimische Unternehmen bei der Anschaffung oder dem Umbau von Wasserstoff-Nutzfahrzeugen. Bis 2023 soll eine bayernweite Basis von 100 H2-Tankstellen errichtet werden.

Quantron und Freudenberg erhalten Wasserstoff-Förderung

Das am 01. Oktober 2020 beginnende Förderprogramm unterstützt öffentliche wie nichtöffentliche Wasserstofftankstellen für Nutzfahrzeuge, Busse sowie für Logistikfahrzeuge. Ebenso wird die Umrüstung der genannten Fahrzeuge in Kombination mit betriebsinternen Tankstellen gefördert. „Damit schaffen wir neue Wertschöpfungsmöglichkeiten für Tankstellen-Standorte in der breiten Fläche: an kommunalen Betriebshöfen, bei Stadtwerken, für Fuhrpark- und Omnibusunternehmen“, glaubt Aiwanger. Auch die Quantron AG erhielt, gemeinsam mit Freudenberg Sealing Technologies, eine Förderung von 4 Millionen Euro, um die Brennstoffzelle bei schweren Lkw in Serie zu bringen. Der erste umgerüstete Quantron Energon wird in Q2/2021 auf die Straße geschickt, die Serienproduktion ist für 2022 geplant.

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