BGL fordert Beteiligung am Autogipfel und besseren Rahmen für nachhaltigen Güterverkehr

Der Branchenverband mahnt eine deutlich breitere Basis für die Spitzengespräche im Kanzleramt als nur mit der Autoindustrie an. Und fordert von der Politik die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für nachhaltigen Straßengüterverkehr ein.

Noch kein Anschluss unter dieser Nummer: Der BGL kritisiert die ungünstigen Bedingungen für nachhaltigen Gütertransport. | Foto: MAN
Noch kein Anschluss unter dieser Nummer: Der BGL kritisiert die ungünstigen Bedingungen für nachhaltigen Gütertransport. | Foto: MAN
Johannes Reichel

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) hat von der Bundesregierung eine deutlich breitere Beteiligung von Stakeholdern aus der Wirtschaft an den sogenannten Autogipfeln im Kanzleramt angemahnt, der an diesem Montag wieder stattfindet.

„Ein E-Auto-Gipfel ohne Beteiligung der LKW-Branche blendet ein Drittel des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr aus. Die Klimaziele im Verkehrssektor können nur erreicht werden, wenn die Politik endlich die richtigen Rahmenbedingungen für einen klimafreundlichen Straßengüterverkehr schafft. Ich appelliere an Bundeskanzler Olaf Scholz, auch die Vertreter der Transport- und Logistikbranche zum Autogipfel am 27.11. einzuladen", forderte Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher BGL.

Der BGL begrüßte zwar, dass Bundeskanzler Scholz die Klimawende im Straßenverkehr endlich zur Chefsache mache. Die Antriebswende im Straßengüterverkehr stecke jedoch gerade in einer Sackgasse: Weniger als 1 Promille aller Lkw in Deutschland fahren heute elektrisch. Die Gründe für die ausbleibende Elektrifizierung der Lkw-Flotten seien laut BGL maßgeblich in der Politik zu suchen: Für eine erfolgreiche klimafreundliche Transformation im Straßengüterverkehr brauche es entsprechende Rahmenbedingungen. Vor allen Dingen fordert der Verband: 

  • Reinvestition der 30 Milliarden € Mehreinnahmen aus der CO2-Lkw-Maut in einen klimafreundlichen Straßengüterverkehr.
  • Entbürokratisierung und finanzielle Aufstockung der Förderprogramme für klimafreundliche Lkw im Rahmen des KsNI-Programms auf jährlich mindestens 800 Millionen Euro bis 2028.
  • Aufbau einer flächendeckenden Tank- und Lade-Infrastruktur mit mindestens 10.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkte für E-Lkw und davon mindestens 4.000 Mega Chargern für schnelles Laden bis 2028.
  • Ausbau der Lkw-Stellplatzkapazitäten um mindestens 40.000 Stellplätzen bis zum Jahr 2028.
  • Sicherstellung von deutlich gesteigerter Stromproduktion und Netzkapazität zur Versorgung der E-Lkw an öffentlichen und privaten Ladepunkten.
 

Der Straßengüterverkehr stehe für 85 Prozent des Transportvolumens in Deutschland – mit steigender Tendenz. Eine Klimawende beim Gütertransport muss daher bei den 800.000 schweren Lkw ansetzen, die auf Deutschlands Straßen Güter transportieren und fast ausschließlich mit Diesel fahren. Eine Verlagerung von relevanten Transportmengen von der Straße auf Schiene oder Wasser ist in Deutschland kurz- bis mittelfristig nicht darstellbar.

„Die Politik muss jetzt die Rahmenbedingungen entscheidend verbessern, damit der Wechsel von Diesel zu E-Mobilität im Gütertransport schnell beginnt. Sonst kann es keine signifikante Verringerung bei den Emissionen des Güterverkehrs geben", appellierte Engelhardt weiter.