BMDV fördert KI-Projekte mit Millionen

Bundesministerium für Digitales und Verkehr unterstützt intelligente Anwendungen in der Mobilität und Logistik mit 8,3 Millionen Euro.

 

Daten sind die Zukunft, meint das BMDV und fördert die KI-Forschung. (Symbolbild: Pixabay)
Daten sind die Zukunft, meint das BMDV und fördert die KI-Forschung. (Symbolbild: Pixabay)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Künstliche Intelligenz (KI) ist schon längst Teil unseres Alltags. Wenn wir mit dem Sprachassistenten reden, Bilder am Smartphone verschönern oder Musik streamen, werden Daten intelligent verknüpft und ausgewertet. Auch im Mobilitätsbereich kann KI unser Leben besser machen. Mit dem Ziel, die Auslastung im Güterverkehr zu erhöhen, Jetlag bei Reisen zu verhindern oder die Suche nach Vermissten zu beschleunigen, fördert das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) drei Großprojekte zur Entwicklung intelligenter Anwendungen. Digitalminister Dr. Volker Wissing hat den Projektverantwortlichen heute in Berlin die Förderzusagen über 8,3 Millionen Euro überreicht.

Bundesminister Dr. Volker Wissing: „Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie für die digitale Transformation. Deutschland steht hier im internationalen Wettbewerb um die besten Ideen und erfolgreiche Geschäftsmodelle der Zukunft. Deshalb fördern wir die breit gefächerte Nutzung von KI und helfen dabei, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups zu vernetzen.“

Die Zuwendungen sind Teil der „Innovationsoffensive Künstliche Intelligenz in der Mobilität“, mit der bislang 11 KI-Projekte mit 48 Millionen Euro durch den Bund gefördert werden. Neben finanzieller Unterstützung arbeite das BMDV auch an besseren Rahmenbedingungen für Innovationen in Deutschland.

Wissing: „Große Datenmengen sind der Treibstoff für die Weiterentwicklung der Künstliche Intelligenz. Daten zur Verfügung zu stellen und besser nutzbar zu machen, ist deshalb ein zentrales Ziel unserer Digitalstrategie. Auch in Europa setze ich mich für ein innovationsfreundliches Klima ein. Zu viel Regulierung bremst KI ein, Innovation braucht Freiräume.“

Zu den geförderten Projekten:

  • ALMODA schafft im Inntal einen grenzüberschreitenden Datenraum zwischen Deutschland und Österreich für eine alpine Mobilität 4.0. Darin fließen Kommunikations-, Navigations- und Verkehrsüberwachungsdaten in Echtzeit ein und werden mit modernen KI-Methoden zu einem ganzheitlichen, cybersicheren, digitalen Lagebild verarbeitet. Drei Anwendungsfälle werden erprobt: die grenzüberschreitende Suche nach Vermissten, die digitale Überwachung von Gefahrenstellen wie Bahnübergängen und Hub-to-Hub Logistikszenarien.

    Projektpartner: Dimos Operations GmbH, Gemeinde Oberaudorf, Gemeinde Kiefersfelden, Technische Hochschule Rosenheim, Bernard Technologies GmbH, 3D Reality Maps GmbH, Wx Fusion GmbH, Checkpoint GmbH, Intelligence on Wheels GmbH

    Fördersumme: 2.713.000 €
     
  • KIBA verbessert mit Hilfe von KI die Beladung von Zugwaggons. Die Zuordnung der Ladeeinheit wie z.B. Lkw-Anhänger zum Bahnwagen im Kombinierten Verkehr erfolgt automatisiert und optimiert unter Berücksichtigung der komplexen Beladeregeln und der Verfügbarkeit geeigneter Bahnwagen. Mit KI werden die zu erwartenden Ladeeinheiten prognostiziert, wodurch die Zugzusammenstellung unter Berücksichtigung der deutschlandweiten Fahrpläne optimiert werden kann. Damit können Güterzüge besser ausgelastet, Leerfahrten verringert sowie Wartezeiten, Infrastruktur- und Umweltbelastung reduziert werden.

    Projektpartner: Kombiverkehr GmbH & Co. KG, TU Darmstadt, Duss GmbH, Goethe-Universität Frankfurt, VTG Rail Europe GmbH, Inform GmbH, Kombi Consult GmbH

    Fördersumme: 2.336.000 Euro
  • Chronolite will die Beleuchtung in Auto, Zug und Flugzeug auf die individuellen chronobiologischen Bedürfnisse, das heißt die innere Uhr der Nutzerinnen und Nutzer abstimmen. Für die Kommunikation mit den Beleuchtungssystemen soll ein IoT (Internet of Things) -Industriestandard für den Mobilitätssektor entwickelt werden. Mit KI-Methoden werden personalisierte Beleuchtungsabläufe (Beleuchtungszweck, Helligkeit, Farbtemperatur) ermöglicht, um so das Wohlbefinden, die Arbeitsfähigkeit und Fahrtauglichkeit von Reisenden zu erhöhen.

    Projektpartner: Hella GmbH & Co. KGaA, Technische Universität Ilmenau, Dreitausendsassa GmbH, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für experimentelle Psychophysiologie GmbH, HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft, Jetlite GmbH

    Fördersumme: 3.267.000 Euro

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