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Brennstoffzellen-Lkw auf Rekordfahrt: Daimler Truck schafft 1.000 Kilometer

Ein Prototyp des Mercedes-Benz GenH2 Trucks fuhr mit einer Tankfüllung flüssigen Wasserstoffs mehr als 1.000 Kilometer weit auf öffentlichen Straßen. Der #HydrogenRecordRun sollte die Langstreckentauglichkeit der H2-Technologie beweisen.

Gut 1.000 Kilometer ohne Tankstop aber dennoch lokal emissionsfrei - der Prototyp des Mercedes-Benz GenH2-Trucks auf dem Weg von Wörth nach Berlin. (Foto: Daimler Truck)
Gut 1.000 Kilometer ohne Tankstop aber dennoch lokal emissionsfrei - der Prototyp des Mercedes-Benz GenH2-Trucks auf dem Weg von Wörth nach Berlin. (Foto: Daimler Truck)
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Redaktion (allg.)
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Mit einem #HydrogenRecordRun hat Daimler Truck gestern die Langstreckentauglichkeit von Brennstoffzellen-Lkw demonstriert. Ein für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassener Prototyp des Mercedes-Benz GenH2 Trucks fuhr mit einer Tankfüllung flüssigen Wasserstoffs 1.047 km von Wörth über das Rhein-Main-Gebiet, Frankfurt und Hamburg nach Berlin. 

Angetrieben von einem Brennstoffzellensystem von Cellcentric und ausgestattet mit einem Flüssigwasserstoff-Tanksystem startete die Fahrt am gestrigen Montagnachmittag, 25. September, im Mercedes-Benz Lkw-Kundencenter in Wörth am Rhein und endete am Dienstagmorgen, 26. September, in Berlin. Der Lkw absolvierte die Strecke voll beladen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 40 Tonnen unter realen Bedingungen, ohne dabei CO2 auszustoßen. Die Rekordfahrt mit verplombten Tanks und kontrolliertem Kilometerstand wurde durch eine Prüfbescheinigung des TÜV Rheinland von unabhängiger Seite bestätigt.

Gemeinsam mit Rainer Müller-Finkeldei, Leiter Produktentwicklung Mercedes-Benz Trucks, schickte die rheinland-pfälzische Wirtschaftsstaatssekretärin Petra Dick-Walther (FDP) den Wasserstoff-Truck vor internationalen Pressevertretern in Wörth am Rhein auf die Reise:

„Wir sind stolz darauf, dass eine solch einschneidende Innovation aus Rheinland-Pfalz kommt und im Werk in Wörth entwickelt und erprobt wurde. Das zeugt von der Innovationsfähigkeit unseres Standorts und wird die Transportbranche nachhaltig verändern. Damit ist ein Meilenstein zur Transformation und Dekarbonisierung des Verkehrssektors erreicht – dank neuer Technologien. Mit der Fahrt des GenH2 Truck von Rheinland-Pfalz nach Berlin wird dies greifbar.“

Nach erfolgreicher Rekordfahrt fuhr Andreas Gorbach, Mitglied des Vorstands der Daimler Truck AG, verantwortlich für Truck Technology den Lkw über die Ziellinie im Ministergarten in Berlin-Mitte:

„Um den Transport zu dekarbonisieren, brauchen wir sowohl batterieelektrische als auch wasserstoffbetriebene Antriebstechnologien. Der ideale Anwendungsbereich für Brennstoffzellen-Lkw sind flexible und anspruchsvolle Transportaufgaben im Fernverkehr. Mit dem Knacken der 1.000-Kilometer-Marke mit einer Tankfüllung haben wir nun eindrucksvoll bewiesen: Wasserstoff ist bei Lkw alles andere als heiße Luft und wir kommen auf dem Weg zur Serienreife sehr gut voran.“

Gorbach verband die Rekordfahrt mit einem Appell an die Politik. Für die Dekarbonisierung des Verkehrs brauche es neben den richtigen Antriebstechnologien zwei weitere Faktoren: „eine grüne Energie-Infrastruktur und wettbewerbsfähige Kosten gegenüber konventionellen Fahrzeugen“.

Vor der Fahrt wurde der Mercedes-Benz GenH2 Truck an der Tankstelle von Daimler Truck im Entwicklungs- und Testzentrum in Wörth mit flüssigem Wasserstoff betankt. Air Liquide lieferte dafür grünen Wasserstoff, der nach Unternehmensangaben regenerativ aus Biomethan mit Herkunftsnachweis hergestellt wurde. Bei der Betankung wurde der -253 Grad Celsius kalte Flüssigwasserstoff in zwei jeweils seitlich am Fahrgestell montierte 40-kg-Tanks gefüllt. Durch die besonders gute Isolierung der Fahrzeugtanks kann der Wasserstoff ohne aktive Kühlung ausreichend lange auf dieser Temperatur gehalten werden. Beide Tanks wurden vor dem Start des #HydrogenRecordRun vom TÜV Rheinland versiegelt.

Daimler Truck setzt bei der Entwicklung wasserstoffbasierter Antriebe langfristig auf flüssigen Wasserstoff. In diesem Aggregatzustand hat der Energieträger eine deutlich höhere Energiedichte pro Volumen als gasförmiger Wasserstoff. Dadurch kann mehr Wasserstoff mitgeführt werden, was die Reichweite deutlich erhöht und damit eine mit konventionellen Diesel-Lkw vergleichbare Fahrzeugleistung ermöglicht. 

Daimler Truck verfolgt konsequent eine Doppelstrategie mit wasserstoff- und batteriebetriebenen Fahrzeugen.

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