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CargoBEIC: Lastenrad-Zentrum in Arnheim geplant

Veranstalter des International Cargo Bike Festivals gehen pandemiebedingt neue Wege und wollen bis Herbst 2021 einen permanenten Ort der Expertise für Lastenradlogistik schaffen.

Ein Zentrum für Lastenräder: Die ICBF-Macher entwickeln derzeit ein Konzept, mit dem Experten und Hersteller sich permanent zum Thema Cargobikes austauschen könnten. | Foto: fietsdiensten.nl
Ein Zentrum für Lastenräder: Die ICBF-Macher entwickeln derzeit ein Konzept, mit dem Experten und Hersteller sich permanent zum Thema Cargobikes austauschen könnten. | Foto: fietsdiensten.nl
Johannes Reichel

Die Veranstalter des International Cargo Bike Festival (ICBF) wollen aufgrund der pandemiebedingten Absage der Veranstaltung generell neue Wege gehen und ein permanentes Zentrum für Expertise und Innovation zu Lastenrädern im logistischen Einsatz schaffen. Das sogenannte CargoBEIC soll in der niederländischen Stadt Arnheim auf dem Areal des Industrieparks Kleefse Waard (IPKW) bis zum Herbst 2021 entstehen. Hier ist bereits ein "Clean Mobility Center" ansässig. Intention sei es, so der ICBF-Cheforganisator und CargoBEIC-Initiator Jos Sluijsmans ein internationales Forschungs- und Wissens-Zentrum für Cargobike-Logistik zu schaffen.

"Lastenräder tragen zu einer besseren Lebensqualität in unseren Städten bei. Sie sind grün, leise und sauber, verbrauchen weniger Platz und emittieren weder CO2, noch Stickoxid oder Rußpartikel. Und sie sind auch sozial, weil sie einen besseren Kontakt zum Umfeld erlauben als ein Van oder Truck. Damit tragen sie zur Lösung diverser Herausforderungen bei: Dem Klimawandel, Luftqualität, Zugang zu Innenstädten, Null-Emissions-Logistik und Inklusion", erklärte Sluijsmans zum Hintergrund des Vorhabens.

Der Cargo-Bike-Experte und Direktor der Infoplattform fietsdiensten.nl hat seit 2012 mit dem "Backfiets-Treffen" und von 2014 an mit dem International Cargo Bike Festival eine Plattform geschaffen, auf der sich professionelle Nutzer und Anbieter von Lastenrädern austauschen konnten. 2020 war das Treffen nach Zwischenstationen in Berlin und Groningen wieder am Ausgangsort in Nijmegen geplant, musste aber aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Hier war auch die zweite Auflage des LOGISTRA-Awards "International Cargobike of the Year" geplant gewesen. Die Neuauflage des 2021er-Awards ist derzeit noch in der Planung und abhängig vom Pandemiegeschehen und den möglichen Veranstaltungsorten. Auch das CargoBEIC wäre ein denkbarer Austragungsort für den Wettbewerb.   

Bedarf zum Austausch das ganze Jahr über

Sluijsmans sieht einen Bedarf zum Austausch für das Thema das ganze Jahr über und glaubt auch, gerade in Zeiten der Pandemie, in der physische Events nicht möglich sind, brauche es Alternativen. Der Plan ist der Aufbau einer permanenten Ausstellung der wachsenden Lastenradindustrie einerseits und andererseits virtueller Exposition und Treffen. Das könne ein Ort wie die CargoBEIC perfekt bieten. Hier könnte man neben der Ausstellung auch ein Testareal sowohl für die Hersteller als auch die Logistikanwender realisieren, auch unter Einhaltung der gebotenen Abstandsregeln. So entstehe ein Ort der Praxis und des Austauschs über die Nutzung und Einsatz von Cargobikes.

Test-Center für Hersteller und Praktiker

Man habe bereits Kontakte geknüpft zum HAN Automotive / Mobility Innovation Centre (MIC), IPO, Urban Environment, Behavioural Change und will zudem die Verbindung zur Forschung der Radboud University schaffen. Durch die Zusammenarbeit mit HAN Engineering & Automotive Academy, könne die CargoBEIC auch als Test Center fungieren. HAN habe bereits Erfahrung als Test-Center-Betreiber für Fahrzeuge, die zwischen Rad und Auto angesiedelt sind, mit Leicht-Elektro-Fahrzeugen (LEV) sowie Lastenrädernes. Die virtuelle Ausstellung soll dann einen Online-Zugang bieten, der Organisation die Möglichkeit gibt, sich einem weltweiten Publikum zu präsentieren. 

Entwickelt wird das Projekt von Sluijsmans in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Organisation für soziale Betriebe Lentekracht (Koen Vrielink and Bram Lamberts). Das Konzept, für das Sluijsmans auch noch weitere Investoren sucht, trage einerseits den Bedürfnissen einer wachsenen Industrie der Lastenradhersteller Rechnung, andererseits den Anforderungen des Logistiksektors, der nach alternativen Zustellmethoden suchen müsse, getrieben von Online-Shopping, verdichteten Innenstädten und strikteren Umweltauflagen.

"Das ultimative Ziel des CargoBEIC ist es, diese Bedürfnisse zusammenzubringen und auf diese Weise die gesamte Industrie zu befördern", erklärte Sluijsmans.

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