Cargoclix: Zeitfenstermanagment jetzt auch im Mercedes-Werk Berlin

Weniger Abstimmungsaufwand, gezieltere Disposition und höhere Transparenz führt der Anbieter als Vorteile ins Feld.
Hauptstädtisch: Auch im Daimler-Werk Berlin setzt man jetzt auf ein Zeitfenstermanagment. | Foto: Cargoclix
Hauptstädtisch: Auch im Daimler-Werk Berlin setzt man jetzt auf ein Zeitfenstermanagment. | Foto: Cargoclix
Johannes Reichel

Nach dem Werk in Untertürkheim hat nun auch das Berliner Werk der Daimler AG ein Zeitfenstermanagement (ZFM) an den Wareneingangsrampen eingeführt. Der Automobilhersteller entschied sich für das internetbasierte ZFM-System „TimeSlot“ des Freiburger Anbieters Cargoclix. „Unser Hauptziel war es, Transparenz über die Prozesse im Wareneingang zu bekommen“, sagt Werner Böhm, Leiter Transportlogistik & Produktionsversorgung Logistik. Mercedes-Benz produziert in seinem Berliner Werk Motoren, Komponenten, Getriebeteile und Kraftstoffsysteme. Nach Auskunft von Böhm versorgen arbeitstäglich 50 bis 60 Lkw den Standort mit Teilen für die Produktion. Der Wareneingang wird über vier Rampen abgewickelt, weitere drei Rampen stehen für die Verladung von Leergut zur Verfügung. „Staus an den Rampen gab es auch vor der Einführung von TimeSlot nicht“, sagt Teamleiter Böhm. Allerdings erforderte der Wareneingang relativ hohen Abstimmungsaufwand innerhalb des Werkes und mit den Dienstleistern. Zudem fehlten Böhm valide Informationen zur Verteilung der Lkw-Anfahrten über den Tag, eventuelle Wartezeiten an der Rampe und die Dauer der Abfertigung.

Mittlerweile sei die Zeitfensterbuchung ein fester Bestandteil der Prozesskette, so der Anbieter. Eine Besonderheit: Die Buchung von regelmäßig eintreffenden Transporten der Gebietsspediteure veranlassen die Werksmitarbeiter, diesen Priorität einzuräumen. Für die übrigen Transporte buchten die Dienstleister entsprechende Zeitfenster und trügen hierfür auch die Kosten, beschreibt der Dienstleister. „Die Mehrzahl dieser Zeitfenster wird ein bis zwei Tage vor Eintreffen des Lkw gebucht“, hat Böhm beobachtet. Bei der Buchung teilten die Dienstleister auch Informationen wie beispielsweise die Bordero-Nummer und den Lkw-Typ mit, die für eine reibungslose Abfertigung an der Rampe erforderlich sei. Die positiven Effekte des ZFM-Systems haben sich auch im Berliner Werk eingestellt. Das Personal am Wareneingang könne aufgrund der Zeitfensterbuchungen noch gezielter als bisher disponiert werden. Dem Management lägen genaue Erkenntnisse zu Abfertigungsdauer, der Verteilung der Lieferungen über den Tag und die Pünktlichkeit der Dienstleister vor. Außerdem habe der administrative Aufwand im Wareneingang reduziert werden können. In einem weiteren Schritt soll auch die Leergutlogistik in das Zeitfenstermanagement einbezogen werden. Ziel sei es, das Zusammenspiel zwischen Warenanlieferung und Leergutmitnahme zu verbessern.

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