Cenntro steigt mit 2,5 Mio. Euro bei Cargobike-Start-up Antric ein

Die Investition in den jungen Bochumer Lastenradhersteller ist von hoher symbolischer Bedeutung. Der US-Leichtelektrofahrzeug-Spezialist will damit die Entwicklung des schweren E-Cargobikes vorantreiben und eine Fertigung in der eigenen Fabrik aufbauen. 

Team mit Ambition - und Rückenwind: Mit Cenntro steigt eine finanzstarke Größe des LEV-Sektors beim Bochumer E-Cargobike-Start-up ein und will das Antric in die eigene Fertigung integrieren. | Foto: Antric
Team mit Ambition - und Rückenwind: Mit Cenntro steigt eine finanzstarke Größe des LEV-Sektors beim Bochumer E-Cargobike-Start-up ein und will das Antric in die eigene Fertigung integrieren. | Foto: Antric
Johannes Reichel

Der US-Leichtelektrofahrzeug-Spezialist Cenntro hat eine unverbindliche Absichtserklärung für eine strategische Investition in die Antric GmbH bekanntgegeben, einen in Deutschland ansässigen E-Cargobike-Anbieter. Damit würde der LEV-Hersteller fünfundzwanzig Prozent der gesamten Aktien übernehmen. Die Gesamtinvestition in Höhe von 2.500.000 EUR (2.550.000 USD) setzt sich aus ca. 1.250.000 EUR (ca. 1.275.000 USD) in bar und 1.250.000 EUR (ca. 1.275.000 USD) in Form eines Wandeldarlehens zusammen, was einem impliziten Unternehmenswert für Antric von 10 Millionen Euro nach dem Erwerb entspricht, wie es weiter hieß. Das Antric One ist ein vierrädriges E-Lastenfahrrad, das bereits erfolgreich in Europa getestet wurde. Das schwere Cargobike wurde speziell für Lieferdienste und den Transport von Stückgut entwickelt. Der Hersteller mit Sitz in Bochum entstand als Spin-off der Universität Bochum und wurde von Moritz Heibrock und Eric Diederich gegründet.

Innovative Textilhülle, hohe Robustheit

Beim Antric One sorgt ein Trolley-System in Kombination mit einer niedrigen Ladefläche für eine einfache Beladung und eine nahtlose Integration in bestehende Logistikprozesse. Mit einem Ladevolumen von 2,3 Kubikmetern und einer Nutzlast von bis zu 300 Kilogramm, einem vollgefederten vierrädrigen Fahrgestell, einem innovativen Aufbau aus Stoff und einem eigens entwickelten Ladesystem soll das Modell gut geegnet sein für die harten Anforderungen der City-Logistik. Auch bei Kosten und Bedienbarkeit will man neue Maßstäbe setzen. Im Zusammenhang mit der Investition wird Cenntro das Antric One in seinem Montagewerk in Herne herstellen und das E-Lastenrad weltweit vermarkten.

"Wir sind der Meinung, dass es keine einzige Lösung für ein Elektrofahrzeug gibt, die die Vielzahl von Möglichkeiten zur Lieferung und Verteilung von Waren und Dienstleistungen unterstützt", erklärte Peter Wang, Chairman und CEO der Cenntro Electric Group.

Das Design und die Mobilität des Antric One seien eine einzigartige Ergänzung zu Cenntros Produktlinie marktbewährter Nutzfahrzeuge und biete eine innovative Form des E-Transports, die für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet ist. Man wolle in den kommenden Monaten eng mit dem Antric-Team zusammenarbeiten, um das E-Lastenrad Antric One bei Kunden in Nordamerika, Europa und Asien weiter auszubauen.

"Gemeinsam mit Cenntro können wir Städte auf der ganzen Welt bei ihrer ökologischen Transformation durch anspruchsvolle und effiziente Mobilitätslösungen unterstützen. Diese Transaktion war eine natürliche Ergänzung und wird uns zusätzliches Kapital, umfangreiche Vertriebs- und Marketingkapazitäten und die Erschließung neuer geografischer Regionen für den Antric One bringen", meinte Eric Diederich, CEO und Gründer von Antric.

Sein CO-Gründer und CTO Moritz Heibrock sieht in Cenntro den idealen Partner über seine Produktions- und globale Vertriebsreichweite. Damit könne man sich auf die Kernkompetenz in der Entwicklung von Fahrzeugen konzentrieren, meint der CTO.

Die Cenntro Electric Group Ltd.  ist ein führender Entwickler und Hersteller von leichten und mittelschweren elektrischen Nutzfahrzeugen. Die ECVs von Cenntro sind für eine Vielzahl von Organisationen zur Unterstützung von städtischen Dienstleistungen, Lieferungen auf der letzten Meile und anderen kommerziellen Anwendungen konzipiert. Der Anbieter will den Wandel in der Automobilindustrie durch skalierbare, dezentralisierte Produktion und intelligente Fahrlösungen, die durch das sogenannte iChassis ermöglicht werden, vorantreiben. Bis zum 31. Dezember 2021 hatten die US-Amerikaner mehr als 3.700 Fahrzeuge in über 25 Ländern in Nordamerika, Europa und Asien verkauft oder in Betrieb genommen.

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