CES 2020: Ford und Agility Robotics bringen Lieferroboter in Serie

Mit zwei Prototypen des Roboters Digit und dem ersten vollelektrischen Fahrzeug des Herstellers, dem Mustang Mach E, fährt Ford zügig in die Zukunft.

Kombi-Verkehr: Im KEP-Bereich testet man die Lieferung vom Van ins Haus per humanoidem Roboter. | Foto: G. Soller
Kombi-Verkehr: Im KEP-Bereich testet man die Lieferung vom Van ins Haus per humanoidem Roboter. | Foto: G. Soller
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Auf der CES 2019 wirkte der Ford-Stand im Vergleich zu 2020 etwas blass. Doch die Dearborner gehören eher zu den dezenten Ankündigern, weshalb das Innovationsfeuerwerk 2020 umso kräftiger ausfiel. Da wäre zuerst mal der Mustang Mach E, der als eines von ganz wenigen E-Modellen in Sachen Reichweite und Preis mit Tesla konkurrieren kann. Zu vehement voranzupreschen sei für einen Konzern in der Größenordnung Fords zu riskant, gleichwohl habe die Nachfrage nach reinen E-Autos so zugenommen, dass man adäquat reagieren musste.

Aber auch in Sachen Nutzfahrzeuge geht es massiv voran: Denn das US-Unternehmen Agility Robotics bringt einen kollaborativen Roboter mit Armen und Beinen auf den Markt. Ford plant, als erster Kunde zwei dieser Roboter zu kaufen. Dabei soll die bereits bestehende Partnerschaft zwischen Agility Robotics und Ford weitere Möglichkeiten ausloten, wie Nutzfahrzeugkunden ihre Abläufe effizienter gestalten können. Das gilt auch für autonome Fahrzeuge, die Lagerhaltung und natürlich die Warenlieferung selbst. Geforscht wird in dem Zusammenhang auch auf den Feldern Lagerlogistik und die Lieferung auf den letzten 15 Metern bis zur Haustür. Die Tests sollen sich auch darauf konzentrieren, wie Ford-Nutzfahrzeuge und Digit miteinander und mit ihrer Umgebung interagieren.

Das Interessante daran: Der humanoide Roboter wurde für einen aufrechten Gang entwickelt, so dass er die gleiche Umgebung wie ein Mensch durchqueren kann. Auch die Arbeitsabläufe können entsprechend ähnlich ausfallen, was vor allem KEP-Diensten den Job erleichtern würde. Zum Transport kann Digit zusammengefaltet werden, bis er wieder zum Einsatz kommt. Die Idee: Sobald ein Fahrzeug am Ziel angekommen ist, kann Digit ein Paket aus dem Fahrzeug holen und die letzten Schritte im Auslieferungsprozess selbsttätig durchführen. Wenn er auf ein unerwartetes Hindernis stößt, kann er ein Bild zurück ans Fahrzeug senden, um zusätzliche Rechenleistung zu nutzen. Das Fahrzeug könnte diese Informationen in die Cloud senden und Hilfe von anderen Systemen anfordern, damit Digit neu navigieren kann.

Außerdem lässt sich cloudbasiertes Kartenmaterial, das von Ford-Fahrzeugen mit Digit geteilt wird, fortlaufend aktualisieren, sodass nicht derselbe Informationstyp immer wieder neu erstellt werden muss. Als lernfähiger Roboter soll sich Digit vor allem für Paketzustellungsdienste eignen und kann über die vernetzten Kommunikationskanäle im Bedarfsfall bei unerwarteten Ereignissen sogar um Hilfe bitten. Dem Roboter ist es bereits möglich, auf einem Fuß zu balancieren und Hindernisse zu überwinden.

 

 

 

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