CES 2020: Valeo zeigt autonomes Lieferfahrzeug

Der autonom agierende, elektrisch angetriebene Lieferdroide "Valeo eDeliver4U" wurde in Zusammenarbeit mit Meituan Dianping aus China entwickelt.

Bei Valeo drehte ein autonomer Lieferbot lautlos seine Runden. | Foto: G. Soller
Bei Valeo drehte ein autonomer Lieferbot lautlos seine Runden. | Foto: G. Soller
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Auch Valeo hatte neben der Präsenz auf dem Messegelände zusätzlich einen Pavillon außerhalb. Dort  drehte der autonome, elektrische Lieferdroiden-Prototypen Valeo eDeliver4U seine Runden, der mit Meituan Dianping, Chinas führender E-Commerce-Plattform für Dienstleistungen, entwickelt wurde und den beliebten Lebensmittelzustelldienst Meituan Waimai betreibt. Mit einer Länge von 2,80 Metern, einer Breite von 1,20 Metern und einer Höhe von 1,70 Metern kann der Droide bis zu 17 Mahlzeiten pro Fahrt ausliefern und dabei dichte und komplexe urbane Umgebungen mit etwa 12 km/h autonom und lokal schadstofffrei befördern. Üppig: Die Reichweite von rund 100 Kilometern. Meituan Dianpings angeschlossenes Zustellfach ermöglicht eine sichere Lieferung an den Endkunden, der über eine Smartphone-Anwendung buchen kann.

Dabei hat man sich laut Dr. Martin Grimm, dem Group Customer Vice Präsident, die Arbeit geteilt: Aufbau und Gefache stammen von Meituan Dianping, die Technik von Valeo. Damit möchte man vor laut Grimm im Zustellbereich für mehr Sicherheit sorgen: Aktuell werden die Mahlzeiten in der Regel von Scootern ausgeliefert, deren Fahrer nicht immer die langsamsten und sichersten sind. Die Autonomie und die Elektrik des Droiden steuern bereits existente Valeo-Technologien bei, die bereits in Serie produziert werden und auf die Standards der Autoindustrie abgestimmt sind, wodurch ein hohes Maß an Sicherheit garantiert wird. Genau hier liegt laut Grimm der Knackpunkt, denn die Anforderungen im Automotive-Bereich sind viel höher als bei Zweirädern oder Home-Bots.

Der Droide nutzt Algorithmen und Sensoren. Er ist mit vier Valeo-Scala-Laserscannern (dem einzigen bereits in Serie produzierten LiDAR-Laserscanner für die Automobilindustrie), einer Frontkamera, zwei Fischaugen-Kameras, zwei Radargeräten und sechs Ultraschallsensoren sowie mit Software und künstlicher Intelligenz ausgestattet. Das elektrifizierte Fahrgestell verfügt über einen Valeo 48V-Motor und einen Valeo 48V-Wechselrichter, der als „Gehirn" des Systems fungiert. So wird die Stromversorgung, ein Drehzahlminderer, eine 48V-Batterie, einen DC/DC-Wandler und ein Valeo 48V-Batterieladegerät sowie die elektrische Servolenkung samt Bremssystem gesteuert.

Ebenso auf der Teststrecke am „Piero's“ fuhren auch zwei Droiden vom französischen Start-up-Unternehmen TwinswHeel, welche die Sensor- und Elektroantriebstechnologien von Valeo nutzen. Diese beiden autonomen Droiden mit den Bezeichnungen TH03 und TH05 können bei einer Geschwindigkeit von 7 km/h Lasten von 60 respektive 130 Kilogramm transportieren und einer Person helfen, der sie in einem Abstand von fünf Zentimeter (!) bis drei Meter folgen. Diese Droiden arbeiten sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien und können bei Logistik- und Lieferaufgaben helfen. Der TH03 ist mit Kameras, Ultraschallsensoren und einem elektronischen Kontrollsystem von Valeo ausgestattet. Der TH05 verfügt prinzipiell über die gleichen Technologien und zusätzlich über einen Valeo Scala-LiDAR in Automobilqualität. TH05 wird außerdem von einem 48-V-Elektromotor von Valeo angetrieben.

Was bedeutet das?

Valeo zeigte auf dem Freigelände am „Piero`s“, was Droiden respektive Robofahrzeuge mittlerweile können. Vorteil für die Entwickler: Valeo kann fast alle benötigten Komponenten für die Bots aus einer Hand in solider Automotive-Qualität liefern.

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