CES 2022: Start-up Indigo zeigt Vans mit Radnabenmotoren

Zentrale Fahrerposition und Radnabenmotoren - mit seinen „Robotic Wheels“ will das Start-up den Van-Markt aufmischen. Der "Flow" soll auch als Taxi, Shuttle oder Minibus funktionieren. Ex-VW-Mann als CTO.

Indigos Flow-Modelle eignen sich als Privat-Vans, Taxis, Shuttles oder Lieferwagen. | Foto: Indigo
Indigos Flow-Modelle eignen sich als Privat-Vans, Taxis, Shuttles oder Lieferwagen. | Foto: Indigo
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Die CES war auch wieder Bühne für spannende Start-ups wie Indigo. Dort rechnet man damit, dass das Wachstum für On-Demand-Lieferungen und Mitfahrgelegenheiten weitergeht. Und nachdem Konzerne wie Uber und Amazon sich dem „Climate Pledge“ anschließen, um ihre CO2-Bilanzen gen null zu bringen, braucht es CO2-neutrale Vans. Wie Will Graylin, CEO von Indigo, überbordend beschreibt:

„Indigo hat die robotic wheels erfunden, die mehr Platz und Komfort für kleine städtische Elektrofahrzeuge ermöglichen.“

Dieses nicht ganz unaufwendige Antriebskonzept hat mehrere Vorteile. Denn ohne Getriebe und Motor zwischen den Rädern bietet der Indigo Flow genannte Van einen niedrigen, flachen Boden, der mehr Laderaum bieten soll als jedes andere Fahrzeug seiner Größe. Graylin ergänzt:

„Die aktive Aufhängung in jedem Rad sorgt für einen erstaunlichen Fahrkomfort zu einem erschwinglichen Preis, den die Menschen lieben werden.“

Der Fahrer sitzt immer mittig und hat dort viel Bein- und Fußraum, wo bei anderen Fahrzeugen der Motor sitzt. Dies erlaubt es, den Fahrersitz nach vorn zu rücken und dahinter mehr Ladelänge und -volumen oder Raum für die Passagiere zu schaffen. Im Rahmen der Fahrzeugpräsentation nannte Indigo auch interessante Personalien: Volker Kaese, ehemaliger Head of Innovation Product Management bei Audi, wurde als Chief Technology Officer gewonnen und erklärt:

„Ich freue mich darauf, die größtmögliche Wirkung auf das Fahrerlebnis und die Umwelt zu erzielen.“

Kaese ergänzt konzeptionell:

„Vom voluminösen Innenraum bis hin zu den Schiebetüren wird der Indigo Flow es den Fahrern ermöglichen, ihre Arbeit effizienter zu gestalten. Am Ende können sie mehr verdienen und gleichzeitig Gutes für unseren Planeten tun.“

Kaese gehört zu den konsequenten Treibern innovativer Konzepte: Im VW-Konzern hat er unter anderem die Entwicklung des Ein-Liter-Volkswagen XL1 und der Audi e-tron Showcars geleitet und bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in Fahrzeuginnovation bei Indigo ein. Ebenfalls viel Erfahrung bringt Eric Obers, einst Designleiter bei Porsche und Lucid, mit. Dazu kommt noch Hugh Robinson, der bei Porsche und GM arbeitete und das Design Flow-Produktlinie mit verantwortet.

Neben dem Radnabenkonzept treibt Indigo auch die Themen Leichtbau und Aerodynamik voran, um mit minimalem Ressourceneinsatz das Maximum an Effizienz zu erreichen. Leider handelt es sich bei den Vans Flow und dem Flow Plus handelt es sich noch um Studien. Zu Produktion oder einem Termin einer Markteinführung hat Indigo noch keine Angaben gemacht.

LOGISTRA-Kommentar:

Leichtbau, Radnabenmotoren, effiziente Raumausnutzung, das alles elegant und realistisch verpackt: Indigo würde tatsächlich eine kleine Van-Revolution lostreten. Bleibt zu hoffen, dass genug Geld für die nächsten Schritte zusammenkommt, denn das Konzept scheint absolut sinnvoll und gut durchdacht.

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