Chinesen setzen auch in Deutschland auf Elektro-Lkw

Mit der Übernahme des schwäbischen Elektro-Spezialisten EFA-S beginnt ein großer chinesischer Automobilzulieferer seine Expansion im europäischen Markt für Elektrofahrzeuge.
Die EFA-S Elektrofahrzeuge Stuttgart GmbH wurde von einem chinesischen Investor übernommen und will nun die Produktionskapazitäten deutlich erweitern. | Foto: EFA-S
Die EFA-S Elektrofahrzeuge Stuttgart GmbH wurde von einem chinesischen Investor übernommen und will nun die Produktionskapazitäten deutlich erweitern. | Foto: EFA-S
Tobias Schweikl

Das chinesische Beteiligungsunternehmen Beijing Zhonghuan Investment Co. Ltd. hat mit 75 Prozent der Anteile die Mehrheit der baden-württembergischen EFA-S GmbH übernommen. Der neue Hauptgesellschafter kenne die weltweite Automobilbranche und soll bis 2019 jährlich einen siebenstelligen Betrag in Entwicklung und Fertigung der Elektrofahrzeuge in Deutschland investieren, so Bastian Beutel, Geschäftsführer von EFA-S.
Das schwäbische Unternehmen ist auf Entwicklung, Umbau und Produktion von Pkw und Lkw mit Elektroantrieb spezialisiert und gilt als Pionier in diesem Bereich. Unter anderem lässt der Paket- und Expressdienst UPS dort seine Lieferfahrzeuge elektrifizieren. Im Sommer 2015 wurde zudem Elektro Orten als Vertriebspartner gewonnen. Das Unternehmen ist Teil der Orten-Unternehmensgruppe, die europaweit Spezialaufbauten für Lkw herstellt.
Im Zuge der Partnerschaft soll das europäische Vertriebsnetz für Elektrofahrzeuge auf- und ausgebaut werden. Am Stammsitz von EFA-S in Zell unter Aichelberg soll nun die Produktionskapazität erweitert werden. Ab April steht dazu eine neue Produktionshalle zur Verfügung, mit der die derzeitige Produktionsfläche vervierfacht wird. Die Belegschaft soll sich mehr als verdoppeln. Dafür werden Entwicklungsingenieure und Mechatroniker gesucht.
Der Chef des neuen Anteilseigners, Li Jingyu, ist gleichzeitig General Manager der börsennotierten Beijing WKW Automotive Parts Co., Ltd. Der Automobilzulieferer, der aus einem deutsch-chinesischen Joint Venture hervorgegangen ist, beschäftigt 8.000 Mitarbeiter und beliefert Automobilhersteller in China und Europa. Die Beijing Zhonghuan Investment Management ist Großaktionär bei WKW und seit 2015 auch bei dem Bushersteller Wuzhoulong Motors beteiligt- Dieser beschäftigt 10.000 Mitarbeiter und baut jährlich derzeit bis zu 30.000 Busse, vor allem Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge.

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