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City-Logistik: Berlin will Lastenräder finanziell födern

Senat in der Hauptstadt sieht Cargobikes als Schlüsselfaktor in der Lösung der urbanen Verkehrsprobleme und will die Anschaffung mit bis zu 1.000 Euro fördern - für private und gewerbliche Nutzung.
Alternative: Berlin will den Transport mit Cargobikes fördern, wie anlässlich des ECLF Symposium in der Botschaft der Niederlande bekannt gegeben wurde. Im Bild: ECLF-Organisator Arne Behrensen von der Plattform cargobike.jetzt. | Foto: J. Reichel
Alternative: Berlin will den Transport mit Cargobikes fördern, wie anlässlich des ECLF Symposium in der Botschaft der Niederlande bekannt gegeben wurde. Im Bild: ECLF-Organisator Arne Behrensen von der Plattform cargobike.jetzt. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Anlässlich der in Berlin stattfindenden European Cargobike Logistics Federation Symposium (ECLF) hat der Senat ein umfangreiche Förderung für Lastenräder für die Hauptstadt angekündigt. Nachdem man am vormittag schon über den Start des Kooperationsprojekts zur gemeinsamen Nutzung eines Mikrodepots durch die großen Paketdienstleister bekannt gegeben hatte, legte der Senat nochmal nach. "Es kann so nicht weitergehen im urbanen Verkehr. Wir brauchen einen grundlegenden Wechsel", appellierte der Berliner Staatssekretär für Umwelt und Verkehr Jens-Holger Kirchner (Grüne) vor etwa 150 Symposiumsteilnehmern. Er forderte zugleich, über den Einsatz von Lastenrädern auf der letzten Meile auch die Zustellung in die Mikrodepots umweltfreundlicher zu gestalten. Das gehe bis hin zu Ideen einer Cargo-Tram. "Es macht keinen Sinn, wenn die Waren per Diesel in die Stadt gefahren werden", erklärte der Grünen-Politiker.

Verkehrssenatorin Regina Günther (parteilos) will jetzt Privatleute und Unternehmer mit einem Drittel des Kaufpreises unterstützen, maximal sollen 1.000 Euro für ein Elektro-Lastenrad und 500 Euro für ein Modell ohne Motor bezahlt werden. "Es gilt das Windhund-Prinzip: wessen Antrag zuerst bewilligt wird, der kann sich die Förderung sichern", erklärte die Senatsverkehrsverwaltung. Lastenräder seien eine "preiswerte Alternative zum Auto in der Stadt", befand Günther. Die Förderung von Lastenrädern ist ein Projekt aus dem Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und Linken. "Die Art, wie wir Güter und Personen befördern, ist verheerend für Umwelt und Klima", so die Senatorin. Cargobikes spielten eine zentrale Rolle bei der Lösung der Herausforderungen, gab sich die Politikerin überzeugt. "Der Diesel-betriebene Lieferverkehr mit tausenden von Fahrzeugen täglich, das ist eine Welt von gestern", kommentierte Günther. Die Mobilitätswelt von morgen sei sauberer und leiser. Sie kündigte eine verstärkte Radverkehrsförderung und Förderung des öffentlichen Nahverkehrs an. "Elektrifizierung und Digitalisierung im Verkehr sind dringend nötig. Ich will Cargobikes als sauberes Art des Transports fördern", erklärte Günther. Zudem kündigte sie ein neues Konzept für innerstädtische Logistik an, bei dem Lastenräder ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Der EU-Parlamentarier Michael Cramer (Grüne) wies auf die nach wie vor steigenden CO2-Emissionen des Verkehrssektors hin. Ohne eine Mobilitäswende sei der Kampf gegen den Klimawandel aussichtslos. Er sieht großes Potenzial im Einsatz von Cargobikes und zitierte aus einer EU-weiten Studie, die dem Transportmittel innerstädtisch bis zu 50 Prozent der Frachtaufträge zutraut. Cramer forderte zugleich eine Verschiebung des Fokus von der Förderung privater Elektromobilität im Automobilbereich. "Das ist verrückt, wir finanzieren hier Zweit- und Drittwagen mit Milliardenbeträgen", kommentierte Cramer. Er postulierte eine gleichberechtigte Förderung von Lastenrädern und zugleich eine Aufhebung der von der Bundesregierung Beschränkung der Förderung auf schwere Cargobikes.

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