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City-Logistik: DHL kombiniert Lastenräder mit Klein-Containern und Mini-Hubs

Konzern beginnt Pilotprojekt mit Boxen im Euro-Palettenformat, die auf vierrädrigen, elektrisch unterstützten Lastenrädern befördert werden. In Mini-Hubs in Frankfurt und Utrecht werden bis zu vier Container gelagert und bis zu zwei Zustellfahrzeuge ersetzt.
Downsizing: Nach dem Vorbild der Container-Lkw erprobt DHL Express jetzt in Frankfurt und Utrecht ein System mit Wechselcontainern, bei dem sich zwei Zustellfahrzeuge durch Lastenräder ersetzen lassen sollen. | Foto: DHL
Downsizing: Nach dem Vorbild der Container-Lkw erprobt DHL Express jetzt in Frankfurt und Utrecht ein System mit Wechselcontainern, bei dem sich zwei Zustellfahrzeuge durch Lastenräder ersetzen lassen sollen. | Foto: DHL
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Johannes Reichel

DHL Express hat den Start eines neues City-Hub-Konzept für den Einsatz von Lastenfahrrädern mit Containerboxen in Innenstädten bekannt gegeben. Das Pilotprojekt hat bereits seit 2015 einen Vorläufer im niederländischen Almere und wird jetzt zeitgleich in Frankfurt und in Utrecht (Niederlande) gelauncht. Sofern die Tests erfolgreich verlaufen, wolle man den Dienst in weiteren deutschen und europäischen Städten anbieten, erklärt der Logistiker. Der City-Hub fungiere als Mikrodepot für Lastenradkuriere und sei deshalb für die Zustellung auf der letzten Meile besonders interessant. "Zum einen können in einer dieser Transportboxen bis zu einem Kubikmeter Volumen oder bis zu 125 kg und damit mehr Express-Sendungen als auf herkömmlichen Lastenrädern befördert werden. Zum anderen werden die Fahrleistung und Fahrzeit standardmäßiger Zustellfahrzeuge und damit auch die CO2-Emissionen reduziert", beschreibt der Logistiker.

Jeder City-Hub könne bis zu zwei Zustellfahrzeuge ersetzen und spare so jährlich über 16 Tonnen CO2 sowie weitere Emissionen ein, rechnet das Unternehmen vor. Auf einem Anhänger, der an einen zentralen gesicherten Stützpunkt gebracht werde, ließen sich bis zu vier Behälter mit Express-Sendungen lagern. Die Fahrradkuriere holten jeweils einen Container mit ihrem Cubicycle ab und starteten in die Zustellung. Gleichzeitig können sie auch Express-Sendungen beim Kunden abholen. "DHL Express betreibt in einigen europäischen Ländern bereits bis zu 60 Prozent der innerstädtischen Zustellrouten mit Frachtfahrrädern. Wir gehen davon aus, dass der City-Hub und das Cubicycle dazu beitragen werden, diesen Ansatz in den nächsten drei bis fünf Jahren weiter zu stärken", erläuterte John Pearson, CEO von DHL Express Europe.

Fahrräder böten bei der Express-Zustellung einige Vorteile, findet Pearson. Sie könnten Staus umgehen und kämen im Vergleich zu Zustellfahrzeugen pro Stunde auf bis zu doppelt so viele Zustellstopps. Die Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer setzt der Logistiker deutlich niedriger an als die eines Transporters. Vor allem seien die Fahrzeuge emissionsfrei. Die Transportboxen haben die Maße einer Standard-Palette und ließen sich deshalb einfach und schnell in den verschiedenen Transportarten des Netzwerks integrieren.

Das Cubicycle wurde vom schwedischen Spezialisten Velove konzipiert, in den Niederlanden entwickelt und wird auch dort gebaut. Als Liegerad mit ergonomischem Sitz soll der Kurier mehr Komfort genießen als bei konventionellen Lastenrädern, wirbt der Hersteller. Eine elektrische Pedalunterstützung helfe insbesondere beim Anfahren und an Steigungen, der kleine Wendekreis soll ein leichtes Handling sicherstellen. Die abnehmbaren Behälter seien einbruchssicher und wasserfest. Sie ließen sich zudem mit einem GPS-System oder Transmitter für die Sendungsverfolgung ausstatten. Sonnenkollektoren tragen einen Teil zur Energieversorgung der Akkus bei.

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