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City-Logistik: München erprobt Kombination von Lastenrädern und Mikrodepots

Bayerische Landeshauptstadt sieht in der Nutzung von Lastenrädern in Kombination mit kleinen, verschließbaren Zwischenlagern großes Potenzial. Auch als Übergabepunkte mit Autokurieren interessant.
Bessere Zugänglichkeit in die Innenstadt: In München will man die zunehmend schwierige Zufahrtssituation für Lieferdienste mit Zwischenlagern und Lastenrädern entzerren. | Foto: J. Reichel
Bessere Zugänglichkeit in die Innenstadt: In München will man die zunehmend schwierige Zufahrtssituation für Lieferdienste mit Zwischenlagern und Lastenrädern entzerren. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Die bayerische Landeshauptstadt München will die Kombination von Lastenrädern und Mikrodepots genauer erproben. Im Oktober 2016 hatte man zu dem Zweck das Pilotprojekt zur "Förderung der Nutzung von Lastenrädern im kommerziellen Kurierdienst" im Rahmen des EU-Projektes Civitas Eccentric gestartet. Im Januar hat die Stadt damit begonnen, Standorte für flexible Mikrodepots - verschließbaren Zwischenlager für Pakete – am Innenstadtrand zu ermitteln und Angebote für eine Depotlösung einzuholen. Die Boxen sollen als Übergabepunkte im Innenstadtrandgebiet dienen und die Kombination von Kurierfahrten zu logistischen Wegeketten erleichtern, wie der Projektleiter skizziert. Sie fungieren als Schnittstelle, an der Autokuriere Waren an Fahrradkuriere übergeben können (und umgekehrt), ohne sich persönlich treffen zu müssen. Zudem können an Mikrodepots Pakete am Tagesende in einer Route eingesammelt und so Wege der einzelnen Kuriere zum Zentraldepot vermieden werden. Wegen des Platzmangels in Innenstädten soll ein flexibles System von Boxen (Mikrodepots) aufgebaut werden, was eine fortlaufende Optimierung der Lieferketten ermöglicht.

"Die Maßnahme hat zum Ziel, den Lieferverkehr zu reduzieren und – wo dies möglich ist – auf das Lastenrad zu verlagern", schildert Attila Lüttmerding von der Wirtschafsförderung München. Geplant sei, verschiedene Boxen in Kooperation mit Lieferdiensten zu testen. Zunächst ist der Rapid Kurierdienst mit im Boot, der sowohl Auto- als auch Fahrradkuriere einsetzt. Der von Lieferdiensten verursachte Verkehr habe mit dem Wachstum des Internethandels stark zugenommen, analysiert die städtische Behörde. Insbesondere in dichten Innenstadtgebieten wüchsen die Konflikte zwischen Fußgängern, Radfahrern, Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern mit den Lieferdiensten. Es entünden Gefahrensituationen, z.B. durch Falschparken bei der Warenauslieferung. Andererseits werde die Zugänglichkeit der Innenstadtgebiete für Lieferfahrzeuge immer stärker eingeschränkt. In diesem Umfeld sieht das Amt für die Belieferung mit Lastenrädern ein großes Potenzial, um die Zugänglichkeit der Innenstadtbereiche zu erhalten und die Verkehrssicherheit zu verbessern.

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