CityFreighter: Kooperation mit PEM Motion für elektrischen Liefer-Laster

Kalifornisches Start-up geht eine strategische Partnerschaft mit dem Aachener PEM Motion um Ex-StreetScooter-CEO Achim Kampker ein, um ein elektrisch angetriebenes Last-Mile-Lieferfahrzeug bis 2023 zur Marktreife zu bringen.

Der Nächste, bitte: Mit CityFreighter und seinem CF1 drängt ein weiterer neue Player auf den wachsenden Markt für Last-Mile-Fahrzeuge. | Foto: CityFreighter
Der Nächste, bitte: Mit CityFreighter und seinem CF1 drängt ein weiterer neue Player auf den wachsenden Markt für Last-Mile-Fahrzeuge. | Foto: CityFreighter
Johannes Reichel

Das kalifornische Start-up CityFreighter, Entwickler eines modularen elektrischen Lieferfahrzeugs für die letzte Meile, hat eine strategische Partnerschaft mit der Aachener PEM Motion bekannt gegeben. Das deutsche Beratungsunternehmen zur Industrialisierung von Mobilitätslösungen soll mit dem Team aus Ingenieuren, Entwicklern und Geschäftsexperten für elektrische Antriebe und Fertigungslogistik helfen, den Geschäftsbetrieb in den Vereinigten Staaten und Europa zu erweitern. Zum Team von PEM Motion gehört Professor Achim Kampker, der als CEO von StreetScooter maßgeblich an der Entwicklung des Lieferwagens beteiligt war. Dieser wird heute von Deutsche Post DHL Group, dem weltweit führenden Logistikunternehmen, eingesetzt und bildet mit rund 18.000 Fahrzeugen in Deutschland, den Niederlanden und Japan eine der größten kommerziellen Elektroflotten der Welt.

"PEM Motion ist bekannt für sein Ingenieurstalent, für sein innovatives Unternehmertum und für die Kompetenz zur Fertigung von Elektrofahrzeugen", erklärt Gründer und Präsident von CityFreighter Michael Schoening.

Er sieht darin den richtigen Partner, um ein "kundenzentriertes Mobilitätsmodell zu entwickeln und will nicht weniger, als "den Markt für die letzte Meile erobern". Man wolle die städtische Logistik und die Zustellung auf der letzten Meile revolutionieren durch die direkte Zusammenarbeit mit den Kunden. Dabei sollen hoch spezialisierte Lastwagen und eine integrierte Palette von Logistikdienstleistungen entwickelt werden. Man wolle alle Aspekte bereitstellen, die zur Elektrifizierung und Senkung der Gesamtbetriebskosten beitragen, so das Unternehmen weiter. Dabei helfen solle ein neuer strategischer Ansatz.

"Anders als traditionelle Fahrzeughersteller, die sich schon bei der Entwicklung ihrer Fahrzeuge auf die Massenproduktion von Einheits-Lkw fokussieren, wird CityFreighter mit strategischen Partnern und Vertragsherstellern zusammenarbeiten. Das macht es möglich, selbst weitaus geringere Stückzahlen preisoptimal anbieten zu können und dabei rentabel zu bleiben", glaubt der 2018 von Schoening gegründete Anbieter.

Man werde die Kenntnisse des deutschen und nordamerikanischen Marktes nutzen, um das Konzept von CityFreighter zu beleben, so wie man es bei StreetScooter getan habe, erklärte Prof. Achim Kampker, Partner bei PEM Motion.

"Wir sind erfahrene Entwickler von Elektrofahrzeugen und haben mit vielen Kunden zusammengearbeitet, um kostengünstige und praktische Wege zum Aufbau eines Unternehmens zu finden", wirbt Kampker weiter.

Der Hersteller geht davon aus, dass die Serienproduktion des Modells CF1, ein emissionsfreier Klasse-3-Lieferwagen, im dritten Quartal 2023 beginnen wird. Bereits bis zum Jahr 2024 will man profitabel sein und bis 2027 ein Volumen von 30.000 Fahrzeugen erreichen. Der Anbieter hatte kürzlich eine Beta-Version des CF1 Modells auf der Advanced Clean Technology Expo in Long Beach, Kalifornien, im August 2021 vorgestellt. Der CF1 verfügt über ein Niederflur-Skateboard-Fahrgestell mit dem Vernehmen nach klassenbester Nutzlast und anwenderorientiertem Arbeitsplatzkonzept. Sein Lithium-Ionen-Batteriepaket mit einer Kapazität von 86 kWh bietet eine Reichweite von 150 Meilen mit Wärmepumpen-basiertem Thermomanagement. Der CF1 soll zudem über zahlreiche Sicherheitsfeatures und ADAS-Funktionen sowie eine Stabilitätskontrolle verfügen.

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