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CNH investiert in Nikola und will Fuel-Cell-Trucks in die Serie bringen

Der italienische Nutzfahrzeug- und Landmaschinenkonzern CNH Industrial forciert seine Pläne für den Brennstoffzellen- sowie Batterieantrieb und engagiert sich beim US-Start-up Nikola. Ziel ist die schnelle Entwicklung eines elektrischen Schwer-Lkw-Line-ups für Nordamerika und Europa.

Über den großen Teich: Mit CNH Industrial als Partner soll der Nikola Tre mit dem aktuellen Iveco S-Way integriert und der Fuel-Cell-Hauber Nikola Two zur Serienreife entwickelt werden. | Foto: Nikola Corporation
Über den großen Teich: Mit CNH Industrial als Partner soll der Nikola Tre mit dem aktuellen Iveco S-Way integriert und der Fuel-Cell-Hauber Nikola Two zur Serienreife entwickelt werden. | Foto: Nikola Corporation
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Johannes Reichel

Der italienische Nutzfahrzeug- und Industriemaschinenkonzern CNH Industrial hat die strategische Beteiligung am US-Start-up-Unternehmen Nikola Corporation bekanntgegeben. Der Konzern will sich mit 250 Mio US-Dollar an der Firma beteiligen, um die Entwicklung und Industrialisierung von brennstoffzellen- und batterieelektrisch angetriebenen schweren Nutzfahrzeugen für Europa und Nord-Amerika voranzutreiben, heißt es in einer Mitteilung. Bisher hatte CNH immer wieder Konzepte in dieser Richtung gezeigt, etwa ein Fuel-Cell-Lkw-Sattelzugfahrgestell der Tochter FPT. Auch hatte es immer wieder Gerüchte gegeben über das Engagement eines etablierten Nutzfahrzeuganbieters beim relativ jungen US-Unternehmen Nikola.

Von der Investitionssumme sollen 100 Mio. Dollar in bar sowie 150 Mio. Dollar in Dienstleistungen wie der Entwicklung, Produktions-Engineering und technischer Assistenz bereitgestellt werden. Insbesondere die beiden CNH-Töchter Iveco sowie FPT sollen in den Prozess eng eingebunden werden und ihre Expertise für die Industrialisierung der Serie D-Fuel-Cell-Trucks von Nikola zur Verfügung stellen. Dazu zählen drei Fahrzeugmodelle, eine Sleeper- sowie eine Day-Cab für den amerikanischen Markt sowie ein Frontlenkerfahrzeug für Europa. Nikola soll in einem europäischen Joint Venture im Gegenzug Komponenten und Technologien wie den Fuel Cell-Antrieb sowie Wasserstofftanks, E-Achsen, Inverter, Software für Over-the-Air-Updates, Leistungselektronik oder Infotainment und Zugang zu Wasserstoffnetzwerken zur Verfügung stellen.

Aus Sicht von CNH Industrial ist die Fuel-Cell-Technologie der nächste konsequente Schritt nach dem LNG-Antrieb, auf den man derzeit stark setzt. Man könne hier auf vorhandene Tanknetzwerke aufbauen und den Wasserstoff lokal produzieren, begründet das Unternehmen sein Investment. Nikola sei analog zum Aufbau von LNG-Netzwerken bei CNH dabei, mit Partnern H2-Netzwerke in Europa und Nordamerika schaffen.  

Erste Schritte: Nikola Two in Serie, Integration von Ivecos S-Way

Kurzfristig wollen die Partner die Brennstoffzellentechnologie für den Nikola Two genannten Fuel-Cell-Class-8-Truck serienreif für den Markt entwickeln sowie die Technologie des neuen Iveco S-Way in die batterieelektrische Frontlenkerplattform Nikola Tre für Europa und Nordamerika zu integrieren. Langfristig sollen sowohl batterieelektrische Lkw sowie brennstoffzellenbetriebene Trucks realisiert werden, im Zeithorizont bis Ende 2022. Nikola will beim Einstieg in den europäischen Markt das Netzwerk von Iveco in Sachen Vertrieb und Service nutzen.

"Der zunehmende Erkenntnis, dass wir eine fundamentale Reduzierung der Emissionen im Automobilsektor benötigen, zwingt unsere Industrie dazu, schnell nach fortschrittlichen Technologien zu suchen. Iveco ist jetzt noch besser aufgestellt, um den Kunden eine breite Palette an Transportlösungen anzubieten, inklusive Erdgas, batterieelektrischen und Brennstoffzellenantrieb", meint Hubertus Mühlhäuser, Chief Executive Officer, CNH Industrial.

Dass Nikola sich für Iveco als Partner entschieden habe, sei ein Beweis für die international anerkannte Expertise des Herstellers auf dem Feld der schweren Trucks und alternativen Antriebe, findet Mühlhäuser. 

"Die Zeit ist reif für eine Zero-Emission-Lösung im Segment der schweren Lkw. Während andere Hersteller glauben, es wäre nicht möglich, die gesetzlichen Vorgaben innerhalb des gegebenen Zeitrahmens zu erfüllen, beweisen Iveco und FPT, dass dieser Rahmen nicht unvernünftig ist", erklärte Trevor Milton, CEO der Nikola Corporation.

Als Unternehmen verfüge man zwar über die Technologie, benötige aber einen europäischen Partner, um diese auch in einem zügigen Zeitfenster umzusetzen. Mit dem neuen Partner werde man Null-Emissions-Lkw nach Europa bringen. "Nur wenige werden jetzt noch daran zweifeln, dass wir fähig sind, einen solchen Truck zu kommerzialisieren", erklärte Milton an zahlreiche Kritiker gewandt, die die Pläne bisher als utopisch abgetan hatten.

Aus Sicht von CNH-President Industrial Gerrit Marx habe man zwar schon bisher mit der LNG/CNG-Technologie Fahrzeuge mit deutlich niedrigeren Well-to-Wheel-Emissionen realisiert. Auf mittlere und lange Sicht würden batterie- und brennstoffzellenelektrische Antriebe aber das ultimative Ziel, emissionsfreien Transport zu realisieren, erreichen.

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