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CO2-Ausstoß: Scania begrüßt EU-Pläne zur Reduzierung

Hersteller sieht wichtigen Schritt zu nachhaltigem Transport, fordert allerdings einen "ganzheitlichen Ansatz zur Kohlenstoffreduzierung" über das neue Zertifizierungsverfahren hinaus. Transportalltag nicht hinreichend abgebildet.
Ganzheitlicher Ansatz: Scania fordert von der EU einen weiteren Ausbau des Zertifizierungstools VECTO und eine Berücksichtigung von Technnologien wie Platooning. | Foto: Scania
Ganzheitlicher Ansatz: Scania fordert von der EU einen weiteren Ausbau des Zertifizierungstools VECTO und eine Berücksichtigung von Technnologien wie Platooning. | Foto: Scania
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Johannes Reichel

Der Lkw-Hersteller Scania, eine Tochter des VW-Konzerns, hat die Vorschläge der EU-Kommission zur Senkung des CO2-Ausstoßes von Nutzfahrzeugen begrüßt und sieht darin einen wichtigen Schritt. Diese waren in der vergangenen Woche vorgestellt worden. Sie sehen eine drastische Senkung des Verbrauchs vor bis 2025 und 2030 vor. Man verfolge das Ziel, den Wandel hin zu einem nachhaltigen Transportsystem voranzutreiben, formulierte der Hersteller seine Zustimmung zu den EU-Plänen. Zugleich wies Scania allerdings darauf hin, dass es eines "ganzheitlichen Ansatzes zur Kohlenstoffreduzierung" bedürfe. Dieser solle auch alternative Kraftstoffe, Fahrtrainings, Fahrzeugoptimierung, effizientere Logistik sowie teilautonomes Kolonnen-Fahren in sogenannten Platoons umfassen. Der Aspekt werde durch die geplante VECTO-Einstufung der EU nicht hinreichend abgebildet, kritisierte der Hersteller, auch wenn dabei ein Lkw mit niedrigerem Verbrauch auch niedriger einsortiert werde. Das erhöhe die Transparenz für den Kunden. Dennoch sei das simulationsbasierte Tool, das von einem Standard-Transportauftrag und einem Standardaufbau ausgehe, zu grob gerastert, es müsse noch weiter ausgebaut werden, so die Forderung.

Pariser Klimaabkommen:"Alle müssen Beitrag leisten"

"Für Scania ist VECTO nicht immer ein vollwertiger Ersatz für die Bedingungen, denen Kunden in der Praxis begegnen", formulierte Erik Dahlberg, Head of Regulation and Standard bei dem schwedischen Lkw-Bauer. Hier zähle der reale Kraftstoffverbrauch als wichtigster Faktor, so Dahlberg weiter. Grundsätzlich erklärte der Hersteller, um die Ziele des Klimaschutzabkommens von Paris zu erfüllen, müssten alle gesellschaftlichen Gruppierungen ihren Beitrag leisten. Schwere Nutzfahrzeuge seien laut Scania für ein Viertel der CO2-Emissionen im EU-Verkehr verantwortlich, was fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU entspreche. Man habe hier bereits Erfolge erzielt. So sei seit Mitte der 90er-Jahre der Verbrauch der Scania-Lkw um 25 Prozent gesunken. Die neueste Generation verbrauche noch einmal fünf Prozent weniger Sprit als die Vorgängermodelle. Daneben habe man auch die Stickoxid- und Feinstaubemissionen erheblich gesenkt. Die sogenannte VECTO-Zertifizierung wird vom Hersteller selbst vorgenommen, jeder produzierte Lkw erhält einen VECTO-Wert auf Basis der Komponenten, der Motorperformance, des Rollwiderstands der Reifen, des Luftwiderstands sowie der Leistungsfähigkeit von Achsen und Getriebe. Gemessene Leistungsdaten würden von der Simulation zur Berechnung des Spritverbrauchs bei Fahrten auf Standardstraßen herangezogen, schildert der Hersteller den Hintergrund.

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