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CO2-Emissionen: Lkw könnten über ein Drittel sparsamer sein

Eine Studie des ICCT sieht große Potenziale bei Sattelzügen und Verteiler-Lkw zur Verbrauchsreduktion und mahnt bei der EU strenge Ausgestaltung der für 2018 geplanten CO2-Vorgaben für Lastwagen an.
Da ist deutlich mehr drin: Nach Einschätzung des ICCT bieten sowohl Sattelzüge als auch Verteiler-Lkw hohe Spritsparpotenziale, wenn vorhandene Technologien flächendeckend eingesetzt würden. | Foto: Bosch
Da ist deutlich mehr drin: Nach Einschätzung des ICCT bieten sowohl Sattelzüge als auch Verteiler-Lkw hohe Spritsparpotenziale, wenn vorhandene Technologien flächendeckend eingesetzt würden. | Foto: Bosch
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Johannes Reichel

Der International Council on Clean Transportation (ICCT) sieht in einer Studie große Potenziale zur CO2-Reduktion bei Sattelzügen und Nahverkehrs-Lkw. Der Bericht fasst die Ergebnisse aus einer Serie von Fahrzeugsimulationen zusammen. Er zeigt zum einen den aktuellen Stand der CO 2 -Emissionen heutiger Lkw in der EU auf, zum anderen das technische Potenzial zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der CO 2-Emissionen für den Zeitraum 2020 bis 2030, skizziert die Organisation. Die Analyse konzentriere sich auf die prägenden Klassen des Einsatzspektrums, Sattelschlepper-Lkw für den Einsatz auf der Langstrecke sowie kleinere Lkw für den städtischen Verteilerverkehr. "Beide Segmente zusammen sind für etwa 85 Prozent der CO 2-Emissionen von Lkw und Bussen verantwortlich", konstatiert die Organisation. Nach dem Dafürhalten des ICCT hätte sich der durchschnittliche Verbrauch eines Sattelzug-Lkw in Europa in den letzten Jahren nicht signifikant verringert. Er liege bei 33,1 l/100 km im Schnitt, für Verteiler-Lkw taxieren die Forscher den Durchschnittsverbrauch auf 21,4 l/100 km.

Davon ausgehend schätzt die Organisation das Potenzial zur Verbrauchsreduktion mittel- und langfristig (bis 2025 und 2030) für beide Fahrzeugklassen als hoch ein, auf Basis vorhandener, aber bisher kaum genutzter Technologien. Bei Sattelzügen halten die ICCT-Wissenschaftler eine mittelfristige Reduktion beim Kraftstoffverbrauch um ca. 27 Prozent für den Langstreckeneinsatz für reell. Langfristig könnte nach Einschätzung der Experten der Verbrauch sogar um 43 Prozent auf 18,9 l/100 km reduziert werden. 15 Prozent davon gingen alleine auf das Konto von Maßnahmen am Trailer. Für Distributions- und Nahverkehrs-Lkw hält man mittelfristig 23 Prozent Spriteinsparung für möglich, bis 2030 soll ein Verteiler-Lkw mit 43 Prozent weniger Kraftstoff auskommen und nurmehr 12,1 l/100 km verbrauchen. Für 14 Prozent würde laut ICCT die Verwendung von Hybrid-Antrieben sorgen. "Die mittelfristigen Technologien sind bereits heute im Handel erhältlich, haben jedoch bislang nur eine geringe Marktdurchdringung erreicht. Langfristige Technologien sind Stand heute noch nicht kommerzialisiert, befinden sich jedoch kurz vor Kommerzialisierung, d.h. ihr Einsatz wurde in im Rahmen von Tests mit Prototypen-Fahrzeugen demonstriert", fügten die Forscher zur Erklärung an.

Sie fordern von der EU-Politik für die für 2018 geplante CO2-Regulierung ambitionierte Vorgaben, die auch die neuen Auflieger- und Hybrid-Technologien berücksichtigen. "Eine CO2-Gesetzgebung, welche Maßstäbe setzt, die lediglich anspruchsvoll genug sind, die Nutzung mittelfristig verfügbarer Technologien anzuregen, kann als ,Technology-Tracking' betrachtet werden, da sie vor allem den breiteren Einsatz bekannter Technologien forciert. Eine CO2-Gesetzgebung, welche anspruchsvoll genug ist, um die Nutzung langfristig verfügbarer Technologien anzuregen, kann dagegen als ,Technology- Forcing' betrachtet werden", formulierten die Wissenschaftler. Eine solche Regulierung würde neue Technologien schneller in den Markt bringen als dies aufgrund der reinen Marktkräfte möglich wäre.

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