Contargo: Dritter Oberleitungs-Truck von Scania übernommen

Container-Spezialist übernimmt den dritten von fünf Oberleitungs-Lkw von Scania für den Einsatz auf einem Abschnitt der A5 in Hessen. Trotz der Kürze der Strecke geht es dem Unternehmen um das Prinzip.

Schlüsselübergabe für den Lkw (v.l.n.r.): Stefan Ziegert, Scania Deutschland, Österreich; Kristin Kahl, Contargo, Sascha Hähnke, Rhenus Trucking, Eugen Werwai, Contargo Rhein-Main. | Foto: Contargo
Schlüsselübergabe für den Lkw (v.l.n.r.): Stefan Ziegert, Scania Deutschland, Österreich; Kristin Kahl, Contargo, Sascha Hähnke, Rhenus Trucking, Eugen Werwai, Contargo Rhein-Main. | Foto: Contargo
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Radosveta Angelova)

Das europäische Container-Logistik-Netzwerk Contargo hat den dritten von insgesamt fünf Oberleitungs-Lkw von Scania übernommen, um ihn auf der Teststrecke in Hessen zu testen. Auf der A5 zwischen Langen/Mörfelden und Darmstadt/Weiterstadt wurde 2019 der fünf Kilometer lange Abschnitt im Rahmen des Projektes ELISA mithilfe von Hessen Mobil elektrifiziert. Das Fahrzeug, das nun dort getestet werden soll, ist ein Scania El Fondo, dessen Pantograf bei Andocken an die Oberleitung den Betrieb von klassisch Diesel auf elektrisch umschaltet. Ein Bonus: Die Batterie des Fahrzeugs lädt sich mittels Rekuperation während der Fahrt auf, sodass das Fahrzeug nach Ende der Probestrecke noch einige Kilometer elektrisch weiterfahren kann.

„Auch wenn fünf Kilometer Teststrecke pro Autobahnfahrtrichtung sehr wenig erscheinen – sie dienen dazu, das Prinzip zu testen", erklärte Heinrich Kerstgens, Co-Geschäftsführer von Contargo.

Sei die Resonanz positiv und würde man etwa 30 Prozent der deutschen Autobahnen mit Oberleitungsinfrastruktur ausstatten, so könne man künftig rund 80 Prozent der in Deutschland zugelassenen schweren Lkw mit dieser Technologie elektrifiziert fahren. Das wäre ein entscheidender Schritt in Richtung Klimaschutz, so Kerstgens weiter.

Service Provider Rhenus Trucking stellt Contargo das Fahrzeug zur Verfügung, das ab sofort im Rhein-Main-Gebiet für Fahrten über die A5 nach Süden eingesetzt wird. Sascha Hähnke, Geschäftsführer der Rhenus Transport fügt hinzu, man müsse künftig alle verfügbaren alternativen Antriebe nutzen, es sei daher wichtig, sie kennenzulernen.

„Als regional starker Terminal-Verbund sind wir im trimodalen Transport-Bereich auf die Beförderung der Güter per Binnenschiff und Bahn fokussiert. Es ist unser Bestreben, die sogenannte ‚erste und letzte Meile' des Transportweges, welche per Lkw abgebildet wird, so umweltverträglich wie möglich zu gestalten“, argumentierte Christian Eichmeier, Geschäftsführer der Contargo Rhein-Main GmbH daran anküpfend.

Contargo testet auch an anderen Standorten bereits vollelektrische Lkw mit 44 Tonnen Gesamtgewicht im Nahverkehr, um die Dekarbonisierung bis 2050 zu erreichen. Ein Drittel der CO2-Emissionen des Straßenverkehrs gehe in Deutschland auf den Güterverkehr zurück, so Kristin Kahl, Management Sustainable Solutions. Contargo sei für verschiedene Antriebe offen und halte es für durchaus denkbar, Oberleitungs-Hybrid-Lkw auch im Fernverkehr einzusetzen. Nach dem ‚trial and error‘ Prinzip soll die Technologie in der Praxis ausgebessert werden, um gemeinsam den Klimazielen entgegen zu streben.

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