Conti: Erste Prototypen-Pneus für E-Trucks im Test

Brauchen E-Trucks andere Reifen als Diesel-Lkw? Conti meint: Ja. Der E-Truck beschleunigt anders, wiegt meist schwerer. Daher entwickelt man Reifen für E-Trucks. Erste Prototypen sind im Test.

Benötigen E-Trucks andere Reifen als Diesel-Trucks? Conti meint: Ja. Der E-Truck beschleunigt anders, ist ,meist schwerer als sein Diesel-Pendant. Grund genug für Conti, neue Reifen für den E-Truck zu entwickeln. Erste Prototypen drehen bereits ihre Runden auf dem Contidrom.
Benötigen E-Trucks andere Reifen als Diesel-Trucks? Conti meint: Ja. Der E-Truck beschleunigt anders, ist ,meist schwerer als sein Diesel-Pendant. Grund genug für Conti, neue Reifen für den E-Truck zu entwickeln. Erste Prototypen drehen bereits ihre Runden auf dem Contidrom.
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Robert Domina)

Elektroantriebe gewinnen nicht nur im Bereich der individuellen Mobilität zunehmend an Attraktivität, sondern erleben auch im öffentlichen Personennahverkehr und im Güterverkehr eine dynamische Nachfrageentwicklung. Gemeinsam mit führenden Fahrzeugherstellern und Technologieunternehmen arbeitet Continental an Reifenlösungen für die besonderen Anforderungen im Einsatz an E-Lkw.

Auf dem Contidrom laufen derzeit Testfahrten. Trägerfahrzeug für die Reifen-Prototypen ist ein Elektro-Lkw von Futuricum. Der E-Lkw ist für den Paketdienst DPD Schweiz seit März dieses Jahres im Regionalverkehr im Einsatz. Der Futuricum basiert auf einem Volvo FH, der vom Futuricum Mutterunternehmen Designwerk Products AG auf Elektro-Antrieb umgerüstet wurde.

Der 4x2-Zweiachser verfügt über eine Peak-Leistung von 680 PS und hat laut Conti die größte Lkw-Batterie Europas mit einer Kapazität von 680 Kilowattstunden an Bord. Die Batteriekapazität ist bei Futuricum stets skalierbar. Ein Grund-Package liefert 170 kWh, vier Stück – montiert links und rechts am Rahmen zwischen den Achsen ergeben die 680 kWh. Für seine 4x2 Sattelzugmaschinen mit 340 kWh (2 Module) gibt Futuricum eine realistische, geschätzte Reichweite von 200 km. Entsprechend würden für das 680 kWh Batteriepaket bis zu 400 km Reichweite erzielbar sein.

„Das Fahrzeug ist seit Anfang des Jahres im Schweizer Regionalverkehr unterwegs und rollt derzeit auf Reifen der Continental EcoRegional-Produktlinie“,

sagt Hinnerk Kaiser, Leiter der Reifenentwicklung Bus- und Lkw-Reifen bei Continental. Unter weiter:

„Die Kombination von Conti EcoRegional HS3 und HD3 ermöglicht bereits von Haus aus hohe Laufleistung sowie ausgesprochen niedrigen Rollwiderstand und bietet damit die wesentlichen Eigenschaften zum wirtschaftlichen Betrieb von elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen.“

In den aktuellen Testreihen gehe es darum, die Effizienz noch weiter zu steigern. Dabei liege der Fokus insbesondere auf der Reichweitenverlängerung durch die Reduktion des Rollwiderstands. Dafür kommen neben der Originalbereifung der Conti EfficientPro als Referenz-Reifen sowie brandneue Prototypen im direkten Vergleich zum Einsatz. Der Conti EfficientPro ist bekannt und wird insbesondere für Langstreckentransporte eingesetzt bei denen die Kraftstoffeffizienz im Vordergrund steht.

Die neuen, speziell angefertigten Prototypen, wurden in Hannover-Stöcken gefertigt – quasi in Handarbeit. An Contis zentralen Standort für Forschung und Entwicklung wurden die neuen Profile zunächst in einem aufwändigen Roboterschnitzverfahren hergestellt und anschließend von erfahrenen Reifenschnitzern verfeinert.

Hinnerk Kaiser:

„Wie bei allen Elektroantrieben sind die Reifen für den Futuricum Logistics 18E bei der Anfahrt und der Beschleunigung einem höheren Drehmoment ausgesetzt. Gleichzeitig steigen das Gewicht und die Gewichtsverteilung der Zugmaschine durch die besonders leistungsfähige Batterie.“

Deshalb müssten die Reifen nicht nur über einen niedrigen Rollwiderstand verfügen, sondern auch stärkeren Belastungen standhalten als Reifen für vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig sollen sie natürlich genauso lange halten und den gleichen Sicherheitsanforderungen entsprechen wie Lkw-Reifen für konventionelle Antriebe.

Diese Zielkonflikte, insbesondere zwischen Laufleistung, Brems- und Handlingperformance, auf einem immer höheren Niveau auszubalancieren, sei technisch anspruchsvoll.

Gleichzeitig, so Conti,  befinden sich die Ingenieure angesichts der rasanten Entwicklung des E-Mobility-Segments in einem Wettlauf gegen die Zeit. Gleichwohl soll die Konzeptreifenentwicklung unabhängig von bereits existierenden Reifengenerationen die Entwicklungszeit signifikant verkürzen.

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